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Ruedi Arn muss machtlos mitansehen, wie der Ball ins Netz fliegt.
Ruedi Arn muss machtlos mitansehen, wie der Ball ins Netz fliegt.
bild: zvg

Ein Günter Netzer in Halbschuhen: Ruedi Arn – Romantiker, Cupheld und Nati-Spieler

Eine wundersame Geschichte aus der «Belle Epoque» des Fussballs. Als das Geld noch ohne Bedeutung war und die Stars mit der Eisenbahn und nicht im Lamborghini fuhren. Rudolf «Ruedi» Arn aus dem oberaargauischen Niederbipp war 1960 Cup-Held mit dem FC Luzern und debütierte zusammen mit Karl Odermatt in der Nationalmannschaft.
23.08.2021, 19:5223.08.2021, 22:55

Alles beginnt am Jurasüdfuss in Niederbipp, wo Rudolf «Ruedi» Arn (*1. November 1935) aufwächst und in Oensingen, wo ein Sattlermeister Schicksal spielt. Rudolf Arn erinnert sich:

«In der Sportzeitschrift Tipp verfolgte ich den englischen Fussball und der Fussball war als Bub meine grosse Leidenschaft. Schliesslich ging meine Mutter mit mir zu einem Sattler nach Oensingen, um einen Lederball zu kaufen. Der Ball kostete 16 Franken und sie konnte nur eine Anzahlung von zwei Franken machen. Der Sattler willigte in eine Teilzahlung ein: Es lag nun an mir, den Restbetrag mit zwei Franken pro Monat abzustottern. Ich bin später oft an der Sattlerei vorbeigegangen und habe daran gedacht, dass sich hier mein Schicksal entschieden hat.»

Als 12-jähriger Bub lernt er am 7. April 1947 zum ersten Mal den grossen Fussball kennen. Er darf mit der Eisenbahn von Niederbipp nach Bern fahren, er hat eine Lunchtasche umgehängt wie auf der Schulreise und erlebt im Wankdorf als einer von 28'000 Zuschauern den Cupfinal zwischen Lausanne und dem FC Basel. Basel gewinnt 3:0.

Der junge Rudolf Arn.
Der junge Rudolf Arn.
bild: zvg

Der Fussball ist in den späten 1950er-Jahren noch nicht so durchorganisiert wie heute. Rudolf Arn spielt nie in einer Junioren-Meisterschaft. Dafür gibt es viele spontan organisierte Partien. Hin und wieder hilft er bei den Junioren von Kestenholz aus, die sich aber nicht an einer geregelten Meisterschaft beteiligen. Und ein Training im heutigen Sinne besucht Rudolf Arn nie.

«Kollegen nahmen mich zu den Spielen mit. Ich musste einfach darauf achten, dass ich gute Schuhe dabeihatte. Fussballschuhe kannten wir noch nicht. Ich spielte in Halbschuhen.»

Rudolf Arn wird Eisenbahner. Ermuntert durch einen Lehrer absolviert der schüchterne junge Mann die Verkehrsschule – damals die Voraussetzung für eine Karriere bei der Eisenbahn – und schliesst mit dem zweitbesten Prüfungsresultat ab. 1956 kommt er nach Beinwil am See. Dorthin reisen die berühmten Grasshoppers (GC) jeden Sommer zum Trainingslager und es ist Brauch geworden, dass die GC-Reserven ein Plauschmätschli gegen den örtlichen Turnverein austragen. Im Sommer 1957 verstärkt Rudolf Arn die Mannschaft des Turnvereins.

«Wir gewannen 4:2 und ich erzielte zwei Tore. Ich wurde gefragt, wo ich denn spiele und als ich sagte, dass ich nur zum Plausch spiele, bekam ich von GC ein Angebot für die Reservemannschaft. Aber die Verantwortlichen beim FC Luzern hatten von der ganzen Sache erfahren und so wechselte ich zum FC Luzern.»

Was mit spontan organisierten Spielen unter Buben und gelegentlichen Plauschmätschli begonnen hat, wird nun zu einer echten Fussballkarriere. Rudolf Arn kommt im Sommer 1957 zum FC Luzern, der mit einer jungen Mannschaft den Wiederaufstieg in die höchste Liga (damals Nationalliga A) anstrebt. Auf Anhieb gelingt die Promotion und im Sommer 1958 ist Rudolf Arn in der höchsten Spielklasse (Nationalliga A) angekommen. Noch einmal ein Jahr später wird er bereits für die B-Nationalmannschaft aufgeboten. Am 13. Januar 1963 spielt er dann in Casablanca gegen Marokko unter Nationalcoach Karl Rappan und an der Seite von Köbi Kuhn endlich sein erstes Länderspiel, das mit einer 0:1-Niederlage endet. Ein Traum ist wahr geworden. Er erinnert sich an eine Episode am Rande:

«Im Hotel in Casablanca begegnete ich dem grossen Radioreporter Hans Sutter und der berühmte Mann bot mir das Du an. Da ist mir klar geworden, dass ich sozusagen oben angekommen bin.»
Der damalige Kiosk-Aushang des Luzerner Tagblatts.
Der damalige Kiosk-Aushang des Luzerner Tagblatts.
Bild: MARCEL BIERI

Das zweite Länderspiel folgt am 5. Juni 1963 in Basel gegen England. Es ist das erste Länderspiel von Karl Odermatt. Die Schweizer verlieren 1:8. Rudolf Arn wird nach der Pause eingewechselt. Es bleibt bei diesen zwei Länderspielen.

Vom Plauschfussballer auf den oberaargauischen Wiesen rund um Niederbipp zum Nationalspieler. Mit ziemlicher Sicherheit gibt es in der ganzen reichen Sporthistorie des Oberaargaus keine wundersamere Geschichte.

Was für ein Spieler war Rudolf Arn? Drei Eigenschaften zeichnen in aus: Ein schier unheimliches Laufvermögen, eine hohe Spielintelligenz und Bescheidenheit. Er ist von sympathischer, freundlicher, leiser Art. Er erzählt gern über seine Karriere und wie es sich für einen gewissenhaften ehemaligen Bahnbeamten gehört, hat er seine Zeit als Fussballer mit Zeitungsausschnitten, Fotos und Erinnerungsstücken gut dokumentiert. Er hat sie vor unserem Besuch auf dem Stubentisch fein säuberlich ausgebreitet. Fast ein wenig verlegen sagt er:

«Als Sie angerufen haben, bin ich wieder einmal alles durchgegangen und ich bin ein wenig überrascht, was noch alles vorhanden ist. Bei der Durchsicht ist so manche Erinnerung zurückgekehrt …»

Diese Bescheidenheit wirkt sich auf seine Position auf dem Feld aus: Die Trainer wissen, dass er klaglos die Aufgabe übernimmt, die ihm zugewiesen wird. Weil er verlässlich spielt, werden ihm oft im Mittelfeld defensive Aufgaben übertragen oder er wird sogar in der Verteidigung eingesetzt. Er harmoniert beim FC Luzern gut mit Captain Paul Wolfisberg. Der spätere berühmte Nationaltrainer orientiert sich im Mittelfeld eher nach vorne. Er weiss, dass Rudolf Arn hinten sichert.

«Er hat mir oft gesagt, er wäre ohne mich nicht der gleich gute Fussballer geworden.»

Wäre Rudolf Arn egoistischer und aufmüpfiger, hätte er wohl eine offensivere Rolle bekommen. Im heutigen Fussball wäre er ein offensiver Mittelfeldspieler, vielleicht sogar ein Stürmer. Von der Spielweise her eine Mischung aus dem Mittelfeldstrategen Günter Netzer, dem stürmenden Verteidiger Andy Egli und dem Läufer Jürgen Klinsmann. Wie Günter Netzer kommt er oft «aus der Tiefe des Raumes» nach vorne und überrascht die gegnerische Abwehr.

Bild: MARCEL BIERI

Bevor im modernen Fussball die stürmenden Verteidiger eine Schlüsselrolle bekommen haben, übernimmt Rudolf Arn diese Rolle und wie später Andy Egli ist er kopfballstark. Weil er konditionell einer der besten seiner Epoche ist, schafft er die langen Wege von hinten nach vorne und seine Spezialität sind Treffer in der Schlussphase. Er ist nur 63 Kilogramm schwer. Kein Spieler fürs Gedränge, für die harten Zweikämpfe wie Andy Egli. Mehr der smarte Läufer für die freien Räume. Bei einem Vorsaisonspiel gegen 1860 München fragt Münchens Trainer Max Merkel, ein Jürgen Klopp seiner Epoche, wer der verrückte Blonde im Mittelfeld sei. Was zeigt: im Fussball von heute wäre Rudolf Arn wahrscheinlich in der Bundesliga gelandet.

Von Konditionstraining auf wissenschaftlichen Grundlagen wie heute sind die Spieler in den 1950er und 1960er Jahre noch weit entfernt. Rudolf Arn erinnert sich:

«Während der Winterpause machte ich stundenlange Waldläufe. Ich schlüpfte in den Trainingsanzug, zog eine Mütze an und lief los. Bald einmal hat es da und dort geheissen, ein Verrückter renne im Wald herum …»

Der FC Luzern wird von Spielertrainer Rudi Gutendorf geführt. Er beübt die Luzerner von 1955 bis 1961 und ist Rudolf Arns wichtigster Trainer. Der Deutsche startet nach seiner Zeit beim FC Luzern eine der schillerndsten internationalen Trainerkarrieren mit den meisten Nationaltrainerjobs überhaupt. Bis 2003 wird «Rudi Rastlos» 55 verschiedene Trainerstellen bekleiden. Unter anderem wird er Nationaltrainer in China, Ruanda, Nepal, Chile, Tansania, Botswana, Ghana, auf den Fitschi-, Bermuda- und Samoa-Inseln. Ein grösserer Gegensatz als zwischen dem SBB-Beamten Rudolf Arn und dem Weltenbummler Rudi Gutendorf ist wohl nicht denkbar. Und vielleicht kann dieser Trainer gerade deshalb Rudolf Arns wichtigster Förderer werden.

Rudolf Arn heute.
Rudolf Arn heute.
bild: marcel bieri

Rudolf Arn ist bei seinem Wechsel zum FC Luzern im Sommer 1957 21 Jahre alt und setzt sich sofort durch. Der Cup beschert ihm die zwei grössten Spiele. Die Young Boys sind damals akkurat wie heute das alles dominierende Team. Die Berner werden von 1957 bis 1960 viermal in Serie Meister. In der Meisterschaft ist der FC Luzern chancenlos und verliert 4:8. Zwei Wochen später treffen die Luzerner im Cup-Halbfinal am 18. April 1960 auf eigenem Terrain wieder auf YB. Vor 18'000 Zuschauern – damals die grösste Kulisse der Vereinsgeschichte – besiegen sie den himmelhohen Favoriten 3:1. Am 8. Mai 1960 feiert der FC Luzern mit einem 1:0 gegen Grenchen den Cupsieg. Es ist der erste grosse nationale Titel für die Luzerner. Der Weg in den Cupfinal hatte über Wädenswil (6:1), die Zürcher Young Fellows (3:2), den FC Bern (4:1), Thun (6:0) und eben YB (3:1) geführt. Also über drei Teams aus dem Bernbiet.

Hier kommt Rudolf Arn gegen Goalie-Legende Charly Elsener knapp zu spät.
Hier kommt Rudolf Arn gegen Goalie-Legende Charly Elsener knapp zu spät.
bild: zvg

Der Cup-Sieg versetzt Luzern in einen Taumel der Begeisterung und Rudolf Arn ist der Held der Helden. Er hat zwar weder beim 3:1 im Halbfinal gegen YB noch im Final gegen Grenchen (1:0) ein Tor erzielt. Aber in der Rubrik «So spielten sie» in einer der Lokalzeitungen lesen wir:

«Rudolf Arn: Den Blondschopf möchten wir als den besten Luzerner bezeichnen. Tatsächlich spielte Ruedi die Partie seines Lebens und liess seinen Gegenspieler René Hamel kaum zum Zuge kommen. Grossartig seine Stärke im Kopfballspiel und sein geplanter Aufbau in die Tiefe gerichtet, mit dem er in Grenchens Hintermannschaft einige Verwirrung stiftete.»

Heute würde ein Spieler wie Rudolf Arn mehrfacher Millionär. Damals gibt es in der Schweiz den Profifussball, wie wir ihn heute kennen, noch nicht. Jeder Spieler geht einer geregelten Arbeit nach. Rudolf Arn setzt ganz auf den Beruf als Bahnbeamter.

«Meine Mutter hat mich immer ermahnt, bei der Bahn zu bleiben. So sei mein Einkommen und vor allem meine Pension gesichert.»

Daran hat er sich gehalten. Und doch verdient er mit dem Fussball etwas dazu.

«Nach drei Monaten beim FC Luzern forderte mich der Kassier auf, ins Büro zu kommen. Ich müsse noch etwas unterschreiben. Er überreichte mir ein Zahltagstäschli mit 75 Franken. Ich konnte mein Glück fast nicht fassen. Ich hatte so viel Freude am Fussball und gar nie daran gedacht, geschweige den damit gerechnet, Geld zu bekommen. Alles in allem habe ich während meiner ganzen Karriere rund 10'000 Franken verdient.»

Damals gilt im richtigen Leben ein Monatslohn von 500 Franken als guter Verdienst. Das grosse Geld hat Rudolf Arn mit dem Fussball also nicht verdient. Und doch hat ihm der Fussball geholfen.

«Eines Tages kam mein Chef zu mir und sagte: Es kann doch nicht sein, dass Sie an einem Spieltag um 04.00 Uhr Frühschicht machen. Ab sofort übernehme ich ihren Dienst, wenn Sie am Nachmittag oder Abend ein Spiel haben.»

Rudolf Arn arbeitet bei der SBB-Administration in Luzern. Die Stelle des Leiters des Armee-Eisenbahndienstes ist neu zu besetzen.

«Ich hätte mich nie getraut, mich für diese Stelle zu bewerben. Aber mein Chef sagte, wer sich auf dem Fussballplatz durchsetzen könne wie ich, könne diese Abteilung führen. Ich habe die Stelle bekommen.»

Er hat sich als oberster Eisenbahn-Bürogeneral der Armee bewährt. Die von ihm kommandierten Verladeübungen von Panzern auf Eisenbahnwagen auf offener Strecke werden legendär.

Am 26. April 1964 spielt Rudolf Arn sein 120. und letztes Spiel für den FC Luzern in der Nationalliga A. Im gleichen Jahr endet seine Karriere. Heute würden wir sagen, er sei das Opfer eines medizinischen Kunstfehlers geworden.

«Ich hatte oft Schmerzen in der Hüfte. Der Teamarzt in Luzern hat mir einfach vor den Spielen eine Cortison-Spritze gegeben und dann konnte ich beschwerdefrei spielen. Aber die Schmerzen wurden immer grösser und eines Tages konnte ich mein Bein nicht mehr anheben und es stellte sich heraus, dass ich an einer Hüftgelenkarthrose litt.»

Was nun? Die schlauen Luzerner transferieren Rudolf Arn nach Basel. Und dort stellt sich bei eingehenden ärztlichen Untersuchungen heraus, dass er seine Karriere nicht mehr fortsetzen kann. Er spielt am 23. August 1964 gegen Biel die einzige Partie für den FC Basel. Die Karriere ist nach 121 Spielen in der höchsten Liga zu Ende. Er ist erst 28 Jahre alt.

«Ich nehme an, dass die Luzerner für mich eine Transfersumme kassierten und genau wussten, dass ich nicht mehr spielen kann.»

Die Beschwerden klingen nach dem Übertritt in den sportlichen Ruhestand bald ab. Einer Hüftoperation muss sich Rudolf Arn nie unterziehen.

Rudolf Arn hat seine Karriere mit Plauschsspielen und Grümpelturnieren begonnen, er lässt sie auf diesem Niveau ausklingen. Er hilft bei den Eisenbahner-Mannschaften aus. Er wird später unter anderem beim FC Niederbipp für kurze Zeit Trainer. Aber diese Tätigkeit vermag den freundlichen, zurückhaltenden Mann, der als Spieler seine Trainer nie geduzt hat, nicht zu begeistern: Er ist wohl einfach zu bescheiden, um auch mal so autoritär aufzutreten, wie das als Trainer hin und wieder halt erforderlich ist.

Rudolf Arn ist inzwischen 85 Jahre alt geworden. Und er wirkt vital und geistig rege, als sei er gerade in Pension gegangen. Er lebt in Lengnau bei Biel. Nach dem Tod seiner Frau hat er zufälligerweise eine verwitwete Schulfreundin getroffen und nun geniessen die beiden zusammen in einem wunderschönen Einfamilienhaus-Quartier ihren Lebensabend.

Rudolf Arn interessiert sich nach wie vor für Fussball. Und wenn er Vergleiche zieht von damals zu heute, wenn von den Millionen die Rede ist, die heute die Spieler verdienen und die Milliarden, die in diesem Geschäft umgesetzt werden – dann kommt von ihm nicht ein Wort des Bedauerns oder der Kritik und nicht ein einziges Mal sagt er, früher sei alles besser gewesen.

«Ich verdanke dem Fussball eine wunderbare Zeit und unvergessliche Erlenbisse.»

Er ist mit sich, seinem Leben und dem Fussball im reinen. Wenn er denn doch ein paar kritische Worte findet, dann geht es ihm um das Spiel.

«Ich sehe gerne die Spiele der grossen Mannschaften. Beispielsweise das Barcelona der besten Zeit. Dann sehen wir kreativen Fussball und gerissene Spielzüge. Wir sehen zu wenig oft diesen schönen Fussball.»

Rudolf Arn war ein Fussball-Romantiker, der seine Karriere in Halbschuhen begonnen hat. Und er ist ein Fussball-Romantiker geblieben, der die Schönheit dieses Spiels über alles liebt.

Aus dem Kulturmagazin WURZEL

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