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Die Schweizer Spielerin Luana Buehler bei einem Training der Schweizer Frauen Fussball Nationalmannschaft am Mittwoch, 7. April 2021, in Freienbach vor dem Europameisterschafts Qualifikationsspiel gegen Tschechien vom kommenden Freitag. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Stürmerin Alisha Lehmann führt den Kolleginnen ihre Tricks vor. Bild: keystone

EM-Playoffs gegen Tschechien – für die Frauen-Nati steht viel auf dem Spiel

In den Playoffs gegen Tschechien entscheidet sich, ob das Schweizer Frauen-Nationalteam an der EM-Endrunde 2022 in England teilnimmt. Die SFV-Auswahl ist zwar favorisiert, steht heute ab 16 Uhr aber auch unter grossem Druck.



Die Fakten sprechen eine klare Sprache: Tschechien liegt im FIFA-Ranking acht Plätze hinter der Schweiz auf Rang 27 und nahm im Gegensatz zur SFV-Auswahl noch nie an einer EM-Endrunde teil. Im Kampf um den Gruppensieg blieben die Osteuropäerinnen chancenlos, verloren sie doch gegen Spanien zweimal klar (1:5 und 0:4).

Die Schweizerinnen verpassten die direkte Qualifikation als viertbeste Gruppenzweite hingegen denkbar knapp. Und die beiden letzten Duelle gegen Tschechien entschied die Schweiz auf dem Weg zu ihrer EM-Premiere 2017 in den Niederlanden deutlich für sich.

«Nur weil wir Favorit sind, heisst das aber nicht, dass wir gewinnen», sagte Nationaltrainer Nils Nielsen. Zuletzt hatten sich die Schweizerinnen in dieser Rolle nicht immer leicht getan. In der Qualifikation für die WM 2019 in Frankreich vergaben sie in der Gruppenphase zwei Matchbälle – unter anderem gegen das klar schwächer eingestufte Polen –, ehe sie in den Playoffs an Europameister Niederlande scheiterten.

Und in der laufenden Qualifikation erwies sich der Ausrutscher in Kroatien (1:1) letztlich als zu grosses Handicap, weil die Schweizerinnen zum Abschluss das entscheidende Spiel um den Gruppensieg in Belgien sang- und klanglos 0:4 verloren.

Für Nielsen ist klar: «Tschechien ist kein schlechtes Los für uns.» Der offensive Stil der Osteuropäerinnen komme der Schweiz entgegen und passe zu ihrer Spielweise. «Wenn wir alle gut spielen, hat unsere Mannschaft mehr Qualität.»

epa05251238 Switzerland's Ramona Bachmann celebrates after scoring the 1-0 during the UEFA Women's EURO 2017 qualifying soccer match between Switzerland and Italy at the Tissot Arena in Biel, Switzerland, 09 April 2016.  EPA/PETER KLAUNZER

Ramona Bachmann will mit der Nati noch einmal an ein grosses Turnier. Bild: EPA/KEYSTONE

Der Däne ist optimistisch, auch weil sich bei vielen seiner Spielerinnen die Situation im Klub im Vergleich zum Herbst verbessert hat. Zwar fehlen mit Géraldine Reuteler, Viola Calligaris und Rahel Kiwic drei potenzielle Stammspielerinnen verletzt, die Routiniers Gaëlle Thalmann, Lia Wälti, Noelle Maritz und Ana-Maria Crnogorcevic sind aber alle wieder an Bord.

Das Hinspiel bestreiten die Schweizerinnen am Freitag in Chomutov, einer kleinen Industriestadt nahe der deutsch-tschechischen Grenze. Am Dienstag folgt das Rückspiel in Thun - wie zuletzt gewohnt vor leeren Rängen. «Dass wir zuerst auswärts antreten können, ist ein klarer Vorteil, aber nur wenn wir in Tschechien Tore schiessen», so Nielsen. Schafft der 49-Jährige mit den Schweizerinnen die Qualifikation, verlängert sich sein Vertrag mit dem SFV automatisch bis zum Ende der WM-Qualifikation im Oktober 2022.

Mehr als nur eine EM-Qualifikation

Für den Frauenfussball in der Schweiz steht viel auf dem Spiel, nachdem mit der WM 2019 das letzte grosse Rendez-vous verpasst wurde. Die SFV-Auswahl verfügt über einige grosse Talente, für deren Entwicklung eine Teilnahme an einer EM-Endrunde wichtig wäre. Viele der von Tatjana Hänni, der Direktorin für Frauenfussball im Verband, angeschobenen Reformen und Ideen im Kampf um mehr Professionalisierung und Aufmerksamkeit bekämen mit einer Qualifikation Rückenwind.

ARCHIVBILD ZUM KEYSTONE-SDA-TEXT ZU LIA WAELTI --- Swiss Lia Waelti during the UEFA Women's Euro 2021 Group H qualifying soccer match between Switzerland and Romania in Schaffhausen, Switzerland, November 12, 2019. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Captain Lia Wälti zieht die jungen Wilden mit. Bild: KEYSTONE

Zudem ist der EM-Gastgeber ein attraktiver. England gilt als das neue Nonplusultra im Frauenfussball. Die englischen Klubs haben das Potenzial erkannt und investieren viel in ihre Frauenabteilungen. Mit Wälti, Maritz, Malin Gut und Alisha Lehmann spielen derzeit vier Schweizerinnen in der FA Women's Super League, welche als beste Liga der Welt gilt.

Sollte es die Coronavirus-Pandemie zulassen, wird im Juli 2022 auf der Insel ein ähnliches Volksfest erwartet, wie an der WM 2019 in Frankreich, als die Stadionauslastung allein schon in der Gruppenphase 70 Prozent betrug. Der EM-Final im Wembley am 31. Juli 2022 dürfte mit 90'000 Zuschauern ausverkauft sein. (pre/sda)

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