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Frauenfussball: Schweizer Nati startet steinigen Weg zur WM in Brasilien

epa12789467 Switzerland's head coach Rafel Navarro speaks to the players during a training session of the Swiss women's national team in Lausanne, Switzerland, 02 March 2026. Switzerland fac ...
Die Spielerinnen lauschen Trainer Navarro.Bild: keystone

Frauen-Nati startet steinigen Weg zur WM – wer im Tor steht, ist unklar

Das Schweizer Frauen-Nationalteam startet heute Dienstag (19 Uhr) in Lausanne gegen Nordirland in die WM-Qualifikation. Der Weg an die Endrunde 2027 in Brasilien wird steinig. Trotzdem ist der neue Trainer Rafel Navarro optimistisch.
03.03.2026, 12:5003.03.2026, 12:50

Hühnerhautstimmung in Basel bei der Eröffnungsfeier, Ekstase in Genf nach dem Last-Minute-Treffer von Riola Xhemaili, ein Fanmarsch der Superlative in Bern vor dem Viertelfinal gegen Spanien: Die Bilder der Heim-EM vom letzten Sommer sind noch omnipräsent. Das knapp vierwöchige Fussballfest hat eine Euphorie um den Frauenfussball entfacht und weite Teile des Landes in seinen Bann gezogen.

Die Schweiz als Gruppenfavorit

Sieben Monate sind seither vergangen. Statt sich im Scheinwerferlicht des Grossanlasses zu sonnen, steht für die Nati der Alltag an. Und dieser heisst WM-Qualifikation. Nach dem sang- und klanglosen Abstieg aus der Liga A der Nations League bestreitet die Schweiz die Qualifikationsphase in der Liga B. Heisst: Der Weg an die Endrunde 2027 in Brasilien gestaltet sich umso schwieriger.

Vier der insgesamt elf fixen europäischen Startplätze gehen an die Gruppensieger der Liga A. Die anderen Tickets werden über Playoffs vergeben, die in zwei Runden mit Hin- und Rückspielen ausgetragen werden. Diese erreicht die Schweiz, wenn sie ihre Vierergruppe in der Liga B nicht auf dem letzten Platz abschliesst.

Gewinnt sie ihre Gruppe, geht sie zumindest in der 1. Playoff-Runde einem Team aus der Liga A aus dem Weg. Für die SFV-Auswahl, die in der aktuellen Weltrangliste Platz 25 belegt, muss dies in einer Gruppe mit Nordirland (Nummer 44), der Türkei (58) und Malta (88) das Ziel sein.

Ein neuer Spielstil

«Wichtig für uns ist es, die sechs Spiele zu gewinnen. Was dann kommt, werden wir sehen», wollte Rafel Navarro am Tag vor der Partie in Lausanne noch nicht zu weit in die Zukunft blicken. Der Katalane ist seit November im Amt als Cheftrainer. Er ersetzte Pia Sundhage, deren Vertrag nach der EM nicht verlängert wurde.

Switzerland's head coach Rafel Navarro, right, sitting next to Switzerland's Ana-Maria Crnogorcevic, left, speaks to the media, during a press conference of the Switzerland women's nati ...
Trainer Navarro und Routinier Crnogorcevic am Tag vor dem Spiel.Bild: keystone

Navarro steht – anders als die Schwedin – für Offensivfussball. Vor seinem Engagement beim SFV arbeitete der Katalane als Assistenztrainer des FC Barcelona, dem wohl besten Frauenteam der Welt, das drei der letzten fünf Champions-League-Titel holte.

Seinen Spielstil konnte Navarro dem Team im ersten Zusammenzug noch nicht vermitteln – kein Wunder in Anbetracht der geringen Zeit, die ihm blieb, zumal er aufgrund des Todes seines Vaters zwischenzeitlich abreiste. Entsprechend wenig Gewicht ist den Testspiel-Niederlagen gegen Belgien (1:2) und Wales (2:3) beizumessen. Dennoch sagt der Trainer: «Wir müssen kompakter stehen, wenn wir attackieren, wissen, was wir machen müssen, wenn wir den Ball verlieren.»

«Am Ende zählt das Resultat»

Es gelte, die Balance zu halten, gerade gegen die konterstarken und physisch präsenten Nordirinnen, die Navarro gradlinig erwartet: «Wenn sie den Ball erobern, suchen sie immer den direkten Weg zum Tor, oft auch mit Flanken. Darauf müssen wir vorbereitet sein.» In Schönheit sterben will der Verfechter des Tiki-Taka nicht. «Am Ende zählt das Resultat», stellt Navarro klar.

Überraschungen im Aufgebot blieben aus. Mit dabei ist auch Ana-Maria Crnogorcevic, die im Winter von Seattle nach Strasbourg wechselte und zuvor lange in Spanien unter Vertrag stand – unter anderem in Barcelona, wo sie mit Navarro zusammenarbeitete. «Es war wichtig, dass wir nun ein paar Tage mehr hatten zum Trainieren. Denn es gibt noch viele Sachen, die wir verbessern können», so die 35-Jährige. Diese ganze Woche sei entsprechend hilfreich gewesen.

Wer steht im Tor?

So auch für die Entscheidungsfindung Navarros in Sachen Goalie. «Ja, ich habe mich entschieden», sagte der 40-Jährige, angesprochen auf die Frage nach der Nummer 1. Verraten, wer in den kommenden beiden Partien gegen Nordirland und Malta das Tor hütet, wollte er jedoch noch nicht.

Switzerland's goalkeeper Livia Peng is disappointed after losing the UEFA Women's EURO 2025 quarterfinals soccer match between Spain and Switzerland at the Wankdorf stadium in Bern, Switzerl ...
Verliert EM-Goalie Peng ihren Stammplatz?Bild: keystone

In den beiden Testspielen unter Navarro kamen Livia Peng, die an der EM die Nummer 1 war, und Elvira Herzog zum Zug. Nun mischt im Kampf um die Position zwischen den Pfosten mit Irina Fuchs vom 1. FC Köln eine dritte Torhüterin mit, die – wie Herzog in Leipzig und anders als Peng bei Chelsea – Stammkraft im Verein ist.

Egal, wie sich Navarro entscheidet: Am Ende müssen die Schweizerinnen liefern, wenn sie in Südamerika neue Bilder produzieren wollen, die in den Köpfen hängen bleiben. (ram/sda)

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