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Auf welchen Weltmeister trifft die Schweiz? Möglich sind Duelle mit Deutschland, Italien, England und Spanien.
Auf welchen Weltmeister trifft die Schweiz? Möglich sind Duelle mit Deutschland, Italien, England und Spanien.Bild: AP

So einfach wie möglich erklärt, wie die Fussball-EM 2020 ausgelost wird

20.11.2019, 18:4421.11.2019, 07:30

Öfter mal was Neues, ist das Motto der UEFA. Praktisch, dass 24 Mannschaften an der EM 2020 teilnehmen. Deshalb wird die Auslosung wie ein Adventskalender durchgeführt: Vom 1. Dezember an bis Heiligabend wird jeden Tag eine Mannschaft gezogen.

Das stimmt natürlich nicht. Aber es wäre wenigstens ein einfacheres Prozedere als dasjenige, das zur Anwendung kommt. Dieses ist nämlich ziemlich kompliziert. Deshalb hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Wo wird die EM 2020 ausgetragen?

«Wo nicht?», lautet die ketzerische Gegenfrage. Gespielt wird in zwölf Ländern. Halbfinals und Final finden im Londoner Wembley-Stadion statt. Das Vorhaben der Schweiz, Gruppenspiele nach Basel zu holen, scheiterte.

Die 12 EM-Städte 2020.
Die 12 EM-Städte 2020.karte: wikipedia

Hat sich ein Gastgeberland qualifiziert, trägt dessen Nationalteam auch mindestens zwei der drei Gruppenspiele in der Heimat aus. Das zu wissen ist wichtig, wie wir noch erfahren werden.

Wo spielt die Schweiz?

Das entscheidet sich bei der Auslosung am 30. November. Aber schon jetzt ist klar, dass vier Städte nicht in Frage kommen: Kopenhagen, St.Petersburg, Amsterdam und Bukarest. Weshalb das so ist, erfährst du gleich.

Amsterdams Grachten werden von anderen als Schweizer Fussballfans erkundschaftet.
Amsterdams Grachten werden von anderen als Schweizer Fussballfans erkundschaftet.Bild: AP

In welchem Lostopf ist die Schweiz?

Die Nati ist nach dem Gruppensieg in der EM-Qualifikation in Topf 2. Genau wie Polen, Russland, Frankreich, Kroatien und Holland.

bild: uefa

Moment, wieso ist Frankreich als Weltmeister nur in Topf 2?

Weil für die Zuteilung der Lostöpfe einzig und allein die EM-Qualifikation als Kriterium genommen wurde. Alle Gruppensieger belegen in der entsprechenden Rangliste die Plätze 1 bis 10. Weil die Franzosen einen Punkt weniger geholt haben als die Ukraine, hat es ihnen als siebtklassierte Mannschaft nur für Topf 2 gereicht.

Die Schweiz holte ebenfalls zu wenig Punkte, um als einer der sechs besten Gruppensieger in Topf 1 zu landen.

Und wieso kann jetzt die Schweiz nicht in den erwähnten vier Städten spielen?

Weil Gastgeberländer im eigenen Stadion spielen, sofern sie sich qualifiziert haben. Aus dem Schweizer Topf 2 ist das bei Russland und Holland der Fall, weswegen St.Petersburg und Amsterdam wegfallen. Die Schweiz kann damit weder in die Gruppe B, noch in die Gruppe C kommen – weshalb auch Kopenhagen und Bukarest nicht in Frage kommen.

Welche zwei Städte gemeinsam eine Gruppe bilden, wurde ausgelost. Die UEFA hatte sechs Listen mit verschiedenen Duos erarbeitet, von denen eine Liste gezogen wurde.

Die sechs EM-Gruppen

Nochmals: Wo spielt die Schweiz?

Möglich wären drei Kracher, in Städten die für die Schweizer Fans gut erreichbar sind. In München lockt ein Duell mit Deutschland, in Rom könnte die Nati auf Italien treffen, in London auf England. Der vierte Gruppenkopf, der noch nicht «vergeben» ist, ist Spanien, das seine Spiele in Bilbao austrägt.

Rund 50'000 Schweizer waren bei Schweiz – Togo an der WM 2006 in Dortmund im Stadion. Auch nach München würden wohl Zehntausende reisen.
Rund 50'000 Schweizer waren bei Schweiz – Togo an der WM 2006 in Dortmund im Stadion. Auch nach München würden wohl Zehntausende reisen.Bild: AP

Wieso ist die Gruppe B jetzt schon fast komplett?

Die UEFA achtet darauf, dass zwei politisch verfeindete Länder nicht in der Gruppenphase aufeinandertreffen. Weil vier von sechs Teams aus Topf 1 Gastgeberländer sind und nur Belgien und die Ukraine nicht, ist jetzt schon klar, in welche Gruppe diese zwei Länder kommen: Ukraine nicht zu Russland, also in die Gruppe C zu Holland. Für Belgien bleibt damit nur noch die Gruppe B mit Russland und Dänemark übrig – drei von vier Teilnehmern sind also noch vor der Auslosung fix. Und der vierte ist wegen der diversen Vorgaben der UEFA entweder Finnland oder Wales.

Welche Plätze sind noch frei?

In Playoffs werden Ende März die letzten vier der 24 Teilnehmer ermittelt, alle werden in Topf 4 kommen. Dass noch gar nicht feststeht, wer im Sommer alles dabei sein wird, verkompliziert die Auslosung vom 30. November zusätzlich.

Die Paarungen der Playoffs werden am Freitag ausgelost. Wobei einige bereits feststehen, etwa Bosnien-Herzegowina gegen Nordirland und Slowakei gegen Irland. Die Sieger dieser zwei Halbfinals, die in einem Spiel ausgetragen werden, treffen fünf Tage später aufeinander. Wer diesen Final gewinnt, ist an der EM – und wird in der Gruppe E auf Spanien treffen. Das ist jetzt schon klar, weil mit Irland ein Gastgeberland in diesem Vierer-Pool ist, welches im Fall der Qualifikation in Dublin spielen wird.

Fest stehen auch die Playoff-Halbfinals Georgien gegen Weissrussland und Nordmazedonien gegen Kosovo. Eines dieser vier Teams wird an der EM dabei sein.

Wie bereitet sich die Schweiz auf die EM vor?

Geplant sind Ende März, wenn die Playoffs um die letzten vier EM-Tickets gespielt werden, zwei Testspiele. Sie sollen möglichst auswärts und an der Wärme stattfinden, der Verband prüft ein Trainingslager in Dubai oder Katar.

Erst ein Gerücht: In Katar würde Hakan Yakin als Reiseleiter engagiert.
Erst ein Gerücht: In Katar würde Hakan Yakin als Reiseleiter engagiert.Bild: EPA

Die unmittelbare Vorbereitung auf das Turnier beginnt Ende Mai wohl in Zürich oder in Bad Ragaz. Sofern die Schweiz an der EM nicht auf Deutschland trifft, testet sie in Basel gegen den vierfachen Weltmeister, zudem wird eine weitere Partie ausgetragen werden. Bad Ragaz wird auch als Basis-Camp für die EM in Betracht gezogen, je nachdem, in welche Gruppe die Schweiz kommt.

Wie geht es weiter?

  • Am Freitag, 22. November werden am UEFA-Sitz in Nyon die Playoffs um die vier letzten EM-Tickets ausgelost.
  • Am Samstag, 30. November findet in Bukarest ab 18 Uhr die Auslosung der EM-Endrunde statt.
  • Der 1. April 2020 wurde als Datum fixiert, an der die Auslosung nochmals durchgeführt werden könnte, falls dies nach den Playoffs aus irgendwelchen Gründen nötig wäre.
  • Am 12. Juni 2020 findet im Olympiastadion in Rom das Eröffnungsspiel mit Beteiligung Italiens statt.
  • Einen Monat später, am 12. Juli 2020 wird um 21 Uhr Schweizer Zeit der Final im Wembley-Stadion in London angepfiffen.

(ram)

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