Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Christian Gross war bei seiner ersten Schalke-Pressekonferenz gewohnt stilsicher. bild: screenshot youtube

«Werde mit viel Zuversicht vorangehen» – so will Gross Schalke vor dem Abstieg retten



Vor rund drei Wochen hat Christian Gross den ersten Anruf von Schalke 04 bekommen, heute Sonntag ist der 66-jährige Zürcher nun offiziell als neuer Trainer der «Königsblauen» vorgestellt worden. «Er war unsere erste Option», erklärte Sportvorstand Jochen Schneider bei der offiziellen Vorstellung. Der Grund: «Christian Gross hat sowohl in Deutschland als auch in England bewiesen, dass er schwierige Missionen dieser Art erfolgreich gestalten kann.»

Gross, der mit Schneider schon von 2009 bis 2010 in Stuttgart zusammen gearbeitet hat, untschrieb auf Schalke einen Vertrag bis zum Saisonende. Das Ziel ist dabei klar – der einstige FCB-Erfolgstrainer soll den seit Monaten schlingernden Grossklub Schalke wieder auf Kurs bringen und den ersten Abstieg seit 1988 verhindern.

Am Montag wird der frühere GC- und FCB-Meistertrainer in Gelsenkirchen erstmals das Training leitet. Schon am Samstag folgt im Auswärtsspiel gegen Hertha Berlin der Auftakt in die zweite Saisonphase. Da oder spätestens eine Woche später im Heimspiel gegen Hoffenheim sollte Gross mit Schalke den ersten Saisonsieg realisieren.

Wie er den Nicht-Abstieg bewerkstelligen will und warum er den Job beim Krisenklub, der in dieser Saison bereits drei Trainer verschlissen hat und in der Bundesliga seit dem 17. Januar auf einen Sieg wartet, überhaupt übernommen hat, erklärte Gross bei seiner Vorstellung in gewohnt souveräner Art.

Christian Gross über ...

... den Grund für die Zusage:

«Die Faszination Schalke – Schalke ist ein berühmter und spezieller Verein. Die Aufgabe ist ebenfalls speziell. Das Mittelfeld hat mich nie interessiert. Wenn es nach oben geht oder gegen unten, dann ist das etwas für mich. Wir haben fünf Monate Zeit, diese Mission erfolgreich zu bestreiten. Ich werde mit sehr viel Zuversicht vorangehen.»

... seine ersten Arbeitstage:

«Zuerst einmal werde ich mir einen Überblick verschaffen. Ich werde in Abstimmung mit dem Trainerteam noch einige Tests bezüglich Fitnesstand und Leistungsvermögen einbauen. Wir haben jetzt 14 Tage einigermassen normale Trainingsmöglichkeiten. Ich bin überzeugt, einige Spieler wollen mich überraschen. Das versuche ich auszunutzen.»

... die sportlichen Probleme auf Schalke:

«Ich denke, wir können uns in der Kompaktheit und Effizient steigern. Mehr nach vorne tun. Aber ganz wichtig: keine Tore kriegen! Es gibt viel zu tun. Lassen Sie mich das anpacken. Die Mannschaft muss alles aus sich rausholen. [...] Sie sollte mutiger sein. Mut zahlt sich richtig eingesetzt aus. Dazu brauchts auch Cleverness. Wie Jochen schon angedeutet hat, es ist ein Marathon. Die Entscheidung wird erst Ende Saison fallen.»

... Schalke-Spieler, die ihm imponierten:

«Da will ich keine benennen. Ich habe mich aber natürlich damit befasst.»

abspielen

Die Pressekonferenz mit Christian Gross zum Nachschauen. Video: YouTube/FC Schalke 04

... mögliche Transfers im Winter:

«Ich bin im Austausch mit Jochen Schneider und Huub Stevens. Es gibt immer Wünsche. Welcher Trainer hat die nicht? Wir versuchen, das Optimum herauszuholen. Die finanzielle Lage ist sehr, sehr angespannt. Der Verein ist bereit, alles dafür zu tun, dass Schalke den Ligaerhalt schafft. Wir haben sicher auf den Aussenbahnen Bedarf, vor allem wegen der Schnelligkeit.»

... eine mögliche Vertragsverlängerung:

«Diese Frage stellt sich dann, wenn es so weit ist. Ich habe noch sehr viel Energie. Das entscheide ich aber nicht alleine. Lassen Sie mich zuerst mal die kommenden Spiele angehen.»

... Vorbilder aus dem Trainer-Metier:

«Ich orientiere mich an Trainern, die den Fussball mitbestimmen. Arsène Wenger, Alex Ferguson, José Mourinho oder Huub Stevens. Es sind Trainer, die aggressiv sind, wenn es darum geht, Spiele zu gewinnen. Die positive Aggressivität ist ausschlaggebend.»

... seinen Ruf als «harter Hund»:

«Ich kann Spieler auch in den Arm nehmen. Aber es kommt immer auf die Situation an. Ich bin nicht ultimativ. Ich versuche immer, den Spieler dort zu fassen, wo man noch eine Möglichkeit hat, um sein Potenzial abzurufen. Jeder Bundesliga-Spieler hat dieses Potenzial.»

FILE - In this March 12, 2010 file photo, Stuttgart's head coach Christian Gross reacts during the German first division Bundesliga soccer match between FC Schalke 04 and VfB Stuttgart in Gelsenkirchen. Christian Gross returns to Schalke ten years later as new head coach of the struggling Bundesliga team. After David Wagner, Manuel Baum and interims coach Huub Stevens, the Swiss is the 4th head coach for Schalke this season. (AP Photo/Martin Meissner, File)

Christian Gross glaubt zu wissen, wie er Schalke retten kann. Bild: keystone

... seinen Spitznamen «Alpen-Magath»:

«Ich bin nicht in den Alpen aufgewachsen. Die Schweiz bietet nicht nur das Panorama mit viel Schnee, sondern ist überhaupt ein Paradies. Es ist wichtig, dass man versucht weiterzukommen. Der Mensch wächst am Widerstand. [...] Felix hat eine wunderbare Karriere als Trainer gemacht. Ich versuche aber meine Karriere nochmals weiterzubringen. Deshalb wärs ein toller Erfolg, hier den Nichtabstieg zu schaffen.»

... sein bereits verkündetes Karriereende:

«So ganz stimmt das nicht, dass ich meine Karriere beendet habe. Ich habe einen anderen Berufsweg in Betracht gezogen. Aber ich habe mir immer die Möglichkeit offen gelassen, bei etwas Interessantem wie Schalke als Coach zurückzukommen. Ich war überrascht über den Anruf, aber ebenso erfreut darüber, dass Jochen sich an unsere Zeit in Stuttgart erinnern konnte.»

Bild

Im Mai deutete Gross im «Sportpanorama» seinen Rücktritt an. bild: screenshot srf

... seine letzten Trainer-Stationen:

«Ich muss den Kritikern dagegenhalten, dass auch bei meinen letzten Stationen wie Ägypten Fussball gespielt wird vor 80'000 Fans. Was entscheidend ist, ist die Ansprache an die Spieler. Ich will, dass die Spieler mit aller Entschlossenheit die Mission angehen.»

(pre)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Alle Schweizer Trainer in der Bundesliga

Keine Fussball-Fans im Büro, bitte!

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Transferticker

Luganos Lungoyi gehört jetzt Juventus +++ Arsenal will Reals Ödegaard

Juventus Turin hat vom FC Lugano den 20-jährigen Flügelspieler Christopher Lungoyi verpflichtet. Es leiht den Schweizer U20-Internationalen aber für eineinhalb Jahre an die Tessiner aus. Wie das Tessiner Fernsehen RSI meldet, sieht der Vertrag zwischen Lugano und dem italienischen Rekordmeister vor, dass dieser Lungoyi bei Bedarf alle sechs Monate nach Turin holen kann. (ram/sda)

Christopher Lungoyi 🇨🇭Position: Hängende SpitzeAlter: 20Marktwert: 200'000 EuroBilanz 2020/21: 13 Spiele

Alejandro …

Artikel lesen
Link zum Artikel