Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Schalke's goalkeeper Markus Schubert kicks the ball after he received the opening goal by Bayern's Joshua Kimmich during the German soccer cup, DFB Pokal, quarter-final match between FC Schalke 04 and Bayern Munich in Gelsenkirchen, Germany, Tuesday, March 3, 2020. (AP Photo/Martin Meissner)

Ein bitterer Abend für Schalke – immerhin wurde das Spiel nicht abgebrochen. Bild: AP

Schalkes Fan-Banner, Müllers Ecke – und was bei Bayerns Pokal-Erfolg sonst noch auffiel

Mit einem 1:0-Minisieg gegen Schalke hat sich Bayern München für den Halbfinal im DFB-Pokal qualifiziert. Der befürchtete Spielabbruch blieb aus, auf Banner und Beleidigungen verzichteten die Fans aber nicht gänzlich.



Schalkes Fan-Banner

Nach den Hass-Plakaten gegen Dietmar Hopp am Wochenende war die Angst vor dem Pokal-Knüller zwischen Schalke und Bayern gross, dass die Fans den Hoffenheim-Mäzen erneut ins Visier nehmen und so einen Spielabbruch provozieren könnten. Dazu kam es aber nicht: Zwar protestierten die Schalke-Fans – kaum war der Ball der im Spiel – mit grossflächigen Bannern gegen die ausgesprochenen Kollektivstrafen des DFB, Beleidigungen gegen Hopp waren aber weder zu lesen noch zu hören.

Die Botschaft an den DFB:

epa08267738 Schalke 04 fans display banners during the German DFB Cup quarter final match between Schalke 04 and Bayern Munich in Gelsenkirchen, 03 March 2020.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL CONDITIONS - ATTENTION: The DFB regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

«Dementer Fussball-Bund: Zusage gegen Kollektivstrafen vergessen. Versucht ihr nun, uns Fans mit Spielabbruch zu erpressen!» Bild: EPA

Die Kritik am eigenen Vorstand:

epa08267860 Schalke 04 fans display banners during the German DFB Cup quarter final match between Schalke 04 and Bayern Munich in Gelsenkirchen, 03 March 2020.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL CONDITIONS - ATTENTION: The DFB regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

«Die Medien schreien und Schalke spricht, nachgedacht wird wieder nicht! Sauber Vorstand!» Bild: EPA

Die Frage an die Bayern:

Bild

«Wenn wir jetzt ein Hurensohn-Plakat zeigen, hört ihr dann auch auf zu spielen und wir schaffen es ins Elfmeterschiessen?» bild: ap

Der Rundumschlag:

Schalke supporters show a banner reading 'you hypocrite' prior the German soccer cup, DFB Pokal, quarter-final match between FC Schalke 04 and Bayern Munich in Gelsenkirchen, Germany, Tuesday, March 3, 2020. (AP Photo/Martin Meissner)

«Ihr Heuchler» Bild: AP

Bild

«Antidiskriminierung auf Schalke heisst: 0815-Kampagnen und Milliardäre schützen.» bild: ap

Schmähungen gab es auf Schalke gestern trotzdem. Diese galten mal wieder dem nach München abgewanderten Torhüter Manuel Neuer. Der deutsche Nationalkeeper ertrug die Beleidigungen jedoch, ohne eine Miene zu verziehen. Zu einem Spielunterbruch kam es nicht: «Hurensohn»-Rufe gegen einen Milliardär sind für den DFB offensichtlich schlimmer als gegen einen Torhüter.

Wagners seltsame Taktik

Was in den 90 Minuten auf dem Rasen passierte, ist schnell erzählt. Schalke igelte sich im von Trainer David Wagner angeordneten 5-4-1-System von Beginn an hinten ein, versuchte die Räume vor dem eigenen Strafraum eng zu machen und mit Kontern zum Erfolg zu kommen. Die Einstellung stimmte und so kamen die «Knappen» in der ersten Halbzeit zu einigen guten Möglichkeiten. Die beste vergab Guido Burgstaller, als er in der 12. Minute mit einer sehenswerten Direktabnahme nur die Latte traf.

abspielen

Burgstallers Lattenknaller in der 12. Minute. Video: streamable

Bis zur 40. Minute und dem 0:1 durch Joshua Kimmich ging Wagners Taktik auf. Danach wurde es kurios, denn Schalke agierte in der zweiten Halbzeit trotz des Rückstands nicht offensiver und überliess den Bayern fast bis zum Schluss kampflos Ball und Spieldiktat. Am Ende hatten die Bayern zu 81 Prozent den Ball, das Schussverhältnis lautete 20:6, das Eckballverhältnis gar 14:1.

«Wenn du zurückliegst, musst du gegen Bayern trotzdem im Spiel bleiben. Wenn wir das zweite oder dritte Gegentor bekommen hätten, wäre es vorbei gewesen», erklärte Schalke-Trainer Wagner nach dem Spiel. Dass man fürs Weiterkommen aber auch mindestens ein Tor schiessen muss, war ihm wohl entfallen.

abspielen

Die Highlights der Partie. Video: YouTube/DFB

Kimmichs Glanzleistung

Bester Mann bei den Münchner war Joshua Kimmich – nicht nur wegen seines Siegtors. Der Bayern-«Terrier» musste wegen der vielen Verletzungen als Innenverteidiger einspringen, war aber überall auf dem Feld anzutreffen: Er leitete die Bayern-Angriffe ein, schlug Flanken und Eckbälle und suchte auch selbst immer wieder den Abschluss.

Am Ende kam er auf 180 Ballaktionen und eine Passquote von 95 Prozent. Gemäss «Eurosport» liegt der Bundesliga-Rekord von Xabi Alonso bei 206 Ballaktionen.

«Mich freut es, dass ich mal ein 1:0 gemacht habe, und dass es dann so ausgegangen ist. Als Torschütze bei einem 6:0 reiht man sich irgendwie ein. Mich hat es schon verwundert, dass sich Schalke mit einem 5-4-1 hinten reinstellt und auch in der zweiten Halbzeit daran nichts geändert hat.»

Joshua Kimmich nach dem Spiel.

abspielen

Der 1:0-Siegtreffer von Kimmich in der 40. Minute. Video: streamable

Müllers «Eckentrick»

Ebenfalls auffällig agierte bei den Bayern Thomas Müller. Wie immer war er ein Vorbild in Sachen Einsatzwillen, doch sonst lief beim Münchner Urgestein gestern nicht viel zusammen. Slapstickartig wurde es gar in der 52. Minute

Der «Raumdeuter» liess sich zusammen mit Kimmich und Philippe Coutinho eine ganz besondere Eckball-Variante einfallen: Kimmich täuschte mit einem Lauf einen Pass zur Seitenlinie an, während Coutinho von der Schalke-Verteidigung unbemerkt zur Grundlinie lief.

Doch der Überraschungsmoment ging gründlich in die Hose, weil Müller den Pass auf Coutinho ins Toraus spielte. Peinlich berührt sank der 30-Jährige danach zu Boden und ärgerte sich masslos über sich selbst. Von den Schalke-Fans gab es einen spöttischen Beifall

abspielen

Müllers Fauxpas beim Eckball. Video: streamable

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Die grössten Sensationen im DFB-Pokal

Chefsache: Keine Fussball-Fans im Büro, bitte!

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen

Hühnerhaut garantiert: Hoarau verabschiedet sich mit Büne-Huber-Duett von den YB-Fans

Nach sechs Jahren in gelb und schwarz ist die Zeit des Abschieds gekommen. Guillaume Hoarau hat die Berner Young Boys nach drei Meistertiteln in Folge verlassen. Just an dem Tag, an dem seine Unterschrift beim FC Sion bekannt wird, verabschiedet er sich in den sozialen Medien von den YB-Fans.

Mit Patent-Ochsner-Frontmann Büne Huber hat der Stürmer ein Duett aufgenommen. «Gäub und Schwarz» heisst die angepasste Version von «Scharlachrot» und richtet sich direkt an die Fans des Schweizer …

Artikel lesen
Link zum Artikel