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Gelangweilter Staatspräsident befiehlt nach 63 Min. Penaltyschiessen

Mauretaniens Staatspräsident überreicht Tevragh Zeinas Captain den Supercup.
Mauretaniens Staatspräsident überreicht Tevragh Zeinas Captain den Supercup.
Bild: Moustaph Elkory

Langeweile im Supercup-Final: Staatspräsident befiehlt nach 63 Minuten ein Penaltyschiessen

Wie oft haben wir uns das schon gewünscht, wenn wir bei einem öden Kick beinahe eingenickt sind: «Warum kann nicht jetzt schon Schluss sein?!» In Mauretanien werden solche Wünsche noch wahr – wenn man Staatspräsident ist.
01.12.2015, 09:0801.12.2015, 09:41

Es gibt Länder, in denen das Leben angenehmer ist als in Mauretanien: Von unverhältnismässiger Gewalt und systematischer Folter ist die Rede, von willkürlich verhängten Strafmassnahmen, von Kinderarbeit, von der Verfolgung Schwuler und Lesben, von Sklaverei in einem der ärmsten Staaten der Welt.

Und ausgerechnet dort, wo wenigstens der Fussball für 90 Minuten etwas Farbe in den tristen Alltag bringen kann, wurden die Fans am Wochenende um mindestens 27 Minuten betrogen.

Aufnahmen vornehmlich abseits des Spielfelds.
video: bellewarmedia

Zurück in der Steinzeit

Denn als es nach 63 Minuten im Supercup zwischen dem FC Tevragh Zeina und der ACS Ksar 1:1 steht, wird die Partie abgebrochen. Mauretaniens Staatspräsident Mohamed Ould Abdel Aziz, so heisst es, langweile sich auf der Tribüne so sehr, dass er eine Entscheidung will. Auf sein Geheiss wird ein Penaltyschiessen ausgetragen, das Tevragh gewinnt.

«In die Steinzeit zurückversetzt» fühlt sich die Website «Star Africa», die den aussergewöhnlichen Vorgang publik gemacht hat. Der Fussballverband liess lediglich mitteilen, man habe das Spiel «aus organisatorischen Gründen» frühzeitig entscheiden müssen, damit die Pokalübergabe noch bei Tageslicht habe durchgeführt werden können. Dass der Staatspräsident eingegriffen habe, dementiere man vehement.

Die 26 am wenigsten besuchten Länder der Welt

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Die 26 am wenigsten besuchten Länder der Welt
25. Dominica: 78'000 Besucher. Grund: Die karibische Insel hat keine moderne Infrastruktur und ist deshalb schwer zu erreichen. Quelle: garfors.com
quelle: ap/ap / arnulfo franco
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