Bayern-Boss Eberl über Musiala: «Er hat etwas in der Medikation verändert»
Der FC Bayern wird am Samstag im Franz-Beckenbauer-Supercup gegen Borussia Dortmund auf Jamal Musiala verzichten. Das bestätigte Trainer Vincent Kompany am Freitag bei einer Pressekonferenz vor dem Spiel. «Er ist morgen nicht im Kader», sagte der Belgier über den deutschen Nationalspieler, der aufgrund einer neurologischen Dysfunktion an Absencen leidet – eine Form von epileptischen Anfällen, bei denen Betroffene für einige Sekunden abwesend und meist nicht ansprechbar sind.
«Wir wollen einfach den Druck etwas rausnehmen. Jede Entscheidung wurde mit den allerbesten Informationen getroffen. Wir wissen, wie wir damit umgehen müssen», erklärte Kompany weiter. Er bestätigte auch, dass Musiala diese Woche individuell trainieren wird.
«Hilfe der allergrössten Experten»
Zuvor hatte Kompany über die generelle Situation gesprochen: «Für die Öffentlichkeit ist es das erste Mal, da stellt man sich natürlich viele Fragen. Wir gehen aber schon länger damit um. Dieser erste Schockmoment ist schon etwas her, seitdem haben wir viel mehr Informationen bekommen und haben Entscheidungen mit der Hilfe der allergrössten Experten getroffen.»
Intern seien die Bayern an einem Punkt, «wo nicht mehr sehr viel darüber gesprochen wird. Wir waren lange vorbereitet, haben unsere Abläufe und sind sehr optimistisch», so Kompany.
«Intern wissen wir länger Bescheid, auch die Spieler»
Auch Sportvorstand Max Eberl kam zu Wort und bestätigte: «Wir wissen um die Situation schon seit der gesamten letzten Saison.» Eine Überraschung, bisher hatten sich die Bayern so konkret nicht dazu geäussert, seit wann Musiala mit seinen Problemen zu tun hat. «Es war Jamals Wunsch, dass er es kommuniziert. Intern wissen wir länger Bescheid, auch die Spieler.» Für den deutschen Rekordmeister sei es «ein Alltag geworden. Wir als Familie des FC Bayern stehen zusammen, werden ihm alle Unterstützung zukommen lassen, haben das schon und werden es weiter tun».
Jamal Musiala war in den letzten Saisonvorbereitungspartien gegen RB Leipzig und den 1. FC Heidenheim jeweils auf dem Rasen zusammengebrochen. Er musste in beiden Fällen wenige Minuten nach seiner Einwechslung am Boden liegend vom medizinischen Personal des deutschen Meisters behandelt und dann ausgewechselt werden. Den Platz verliess er beide Male selbstständig.
Eberl klärte über die Hintergründe auf: «Er hat etwas in der Medikation verändert, deswegen waren die Situationen sichtbar. Jetzt wollen wir wieder dahin kommen, wie es vorher war, wo es nicht zu den Situationen gekommen ist.» (ram/t-online)

