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Man versteht sich: Das Spiel soll in erster Linie Spass machen.
bild: fussball ohne grenzen

Ein Traum wird wahr: Schweizer Hobby-Fussballer messen sich in Nicaragua mit einer echten Nati

Jeder Amateur-Fussballer träumt davon, einmal in seinem Leben gegen eine Nationalmannschaft aufzulaufen. Dies ermöglichte «Fussball ohne Grenzen» einer Gruppe aus der Schweiz mit einem Spiel in Nicaragua.

Oliver Linow
Oliver Linow



«Fussball ohne Grenzen» möchte mithelfen, den Fussball in armen Länder weiterzuentwickeln. Dafür wird in der Schweiz alle zwei Jahre eine Gruppe von Amateur-Fussballern ausgesucht, die gegen eine im FIFA-Ranking recht weit hinten klassierte Nationalmannschaft antreten darf. Bei der Reise in dieses Land steht aber nicht nur das Spiel im Vordergrund, sondern vor allem auch der kulturelle Austausch zwischen den Ländern. Die Schweizer Equipe nimmt jeweils Bälle und Trikots mit, welche die Spieler vor Ort an Schulen oder Fussball-Teams verteilen.

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Auf geht's: Die Schweizer besammeln sich am Flughafen Zürich.
bild: fussball ohne grenzen

Ende November ist es soweit: Die Schweizer Auswahl besteigt in Zürich voller Vorfreude das Flugzeug, um via Paris und Panama City nach Nicaragua zu fliegen, wo die Spieler nach einer 24-Stündigen Reise völlig erschöpft eintreffen. Da sich die Mittelamerikaner, seitdem das Spiel abgemacht wurde, stark verbessert haben, bietet sich den Schweizern sogar die Möglichkeit, gegen eine Nation zu spielen, die sich unter den Top 100 der Welt befindet.

Viel Interesse an der Pressekonferenz der Schweizer

Nach der Ankunft bleiben bis zum Spiel noch drei Tage. Die Gruppe nutzt diese Zeit, um Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, eine Trainingseinheit zu absolvieren und ein Krankenhaus für krebskranke Kinder sowie ein Waisenhaus zu besuchen. Sie überreichen den Kindern mitgebrachte Bälle und von den Waisen werden sie sogar zu einem Plauschspiel aufgefordert. Ausserdem schauen sich die Fussballer ein Cup-Spiel live im Stadion an. Bei Ausschreitungen werden Eisbrocken herumgeschleudert – bei über 30 Grad, wohlgemerkt.

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Beim Besuch krebskranker Kinder werden Geschenke aus der Schweiz überreicht.
bild: fussball ohne grenzen

Den unangefochtenen Höhepunkt vor dem Spiel bildet ganz klar die erste Pressekonferenz. Neben einigen Fernseh- und Radiosendern, die den Schweizern das Gefühl geben, richtige Profifussballer zu sein, sind auch der Präsident, der Trainer sowie vier Spieler der nicaraguanischen Nationalmannschaft anwesend. Dies zeigt endgültig, dass die Mittelamerikaner das Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen werden. Sie stecken mitten in der Vorbereitung für die Länderspiele gegen Honduras und Kuba. Bei den Amateuren steigt die Vorfreude auf das grosse Spiel fast ins Unermessliche.

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Im Training bereiten sich die Spieler auf den starken Gegner vor.
bild: fussball ohne grenzen

Jugendliche in den Baumkronen

Am 2. Dezember ist der grosse Tag endlich gekommen: Nach dem Frühstück geht es mit dem Bus zum Stadion. Der Platz wird besichtigt und bei der offiziellen Pressekonferenz ist sogar der Bürgermeister der Stadt Ocotal anwesend. Auch für ihn ist es ein historischer Tag, gastiert Nicaraguas Nationalmannschaft doch zum ersten Mal überhaupt in der Stadt im Norden des Landes.

Nach einem kurzen Mittagessen geht es zurück ins Stadion, wo der Anpfiff immer näher rückt. Als die Mannschaften endlich den Rasen betreten, werden sie im ausverkauften Stadion von jubelnden Zuschauern empfangen, sogar einige Schweizer Touristen befinden sich unter ihnen. Jugendliche sind in die Baumkronen rund um das Stadion geklettert, um einen besseren Blick auf das Geschehen zu haben.

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Bereits in voller Montur: Die Amateure genehmigen sich vor dem Spiel ein kurzes Schläfchen.
bild: fussball ohne grenzen

Achtungserfolg für die Schweizer

In der ersten Halbzeit entpuppen sich die Nicaraguaner als technisch und physisch überlegen. Aber dank einer taktisch klugen Leistung und grossem Kampfgeist gelingt es «Fussball ohne Grenzen», nur mit einem 0:1-Rückstand in die Pause zu gehen. Eine ausgekugelte Schulter und eine angerissene Nase sind der Preis dafür. Im zweiten Durchgang kommen die Zentralamerikaner schnell zu zwei weiteren Toren, wobei eines davon mittels Penalty fällt. Am Schluss fällt die Niederlage der Schweizer mit 0:3 denkbar knapp aus.

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Die Schweizer wehren sich mit Kräften.
bild: fussball ohne grenzen

Im Anschluss an das Spiel fällt die obligate Dusche auf Grund fehlenden Wassers zwar weg. Aber viel Bier und ein gemeinsames Essen der beiden Mannschaften trösten locker darüber hinweg. Der Trikottausch zwischen den Spielern krönt die tolle Reise mit einem weiteren Highlight.

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