Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Chris Löwe verwirft die Hände: Dynamo Dresden taumelt nach dem 0:2 in Kiel dem Abstieg entgegen. Bild: www.imago-images.de

«Wir sind am Ende die, die den verfickten Preis bezahlen für den ganzen Scheiss!»



Dynamo Dresden steht vor dem Abstieg aus der 2. Bundesliga. Nach dem 0:2 bei Holstein Kiel haben die Ostdeutschen zwei Spiele vor Schluss fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Das ist die Ausgangslage, als Dresdens Chris Löwe zum Interview mit dem TV-Sender Sky muss. Überwältigt von den Emotionen teilt der 31-Jährige so richtig aus:

«Wir reissen uns alle drei Tage den Arsch auf und baden das aus», beklagt sich Löwe. «Die Frage, die die ganze Zeit noch nicht gestellt worden ist: Wäre dasselbe mit München oder Dortmund passiert, oder nur mit uns?» Nach der Corona-Pause und einer Zwangs-Quarantäne für das Team konnte Dynamo Dresden erst zwei Wochen nach den anderen Zweitligisten wieder loslegen. Deshalb musste es zwischen dem 31. Mai und dem 18. Juni sieben Spiele absolvieren, die Partie in Kiel war die dritte in sieben Tagen.

«Diese Leute sitzen in ihren 5000 Euro teuren Bürostühlen»

Der Verteidiger spart gegenüber der Liga nicht an Kritik für diesen Spielplan: «Glauben Sie ehrlich, dass einer von denen in der DFL, [Geschäftsführer] Christian Seifert oder wer auch immer, sich eine einzige Sekunde Gedanken macht, was bei uns in den Köpfen vorgeht? Das ist denen alles scheissegal! Wir sind am Ende die, die den verfickten Preis bezahlen für den ganzen Scheiss. Diese Leute sitzen in ihren 5000 Euro teuren Bürostühlen und entscheiden über unsere Köpfe hinweg und wir sind die Idioten, die das Ganze ausbaden.»

Trainer Markus Kauczinski nimmt Löwe in Schutz. «Wir sind durchgespielt und durchgenudelt. Dass mit den Jungs dann die Emotionen durchgehen, ist nicht ungewöhnlich», so Dresdens Coach gegenüber dem «Kicker». Er habe auch keine Idee, wie das gehen soll. «Man sieht, dass wir nicht mehr können.»

 Foto : am Boden zerst

Das war's wohl: der enttäuschte Verteidiger Niklas Kreuzer, der Sohn des ehemaligen Basel- und Bayern-Spielers Oliver Kreuzer. Bild: www.imago-images.de

Dreikampf um den Aufstieg

Dresden (28 Punkte) benötigt nun ein grosses Fussballwunder, will es den Abstieg noch verhindern. In den Abstiegskampf verwickelt sind auch noch St.Pauli (38), Osnabrück (36), Nürnberg (36), Karlsruhe (33) auf dem Relegationsplatz und Wehen Wiesbaden (31).

Bereits als Zweitliga-Meister steht Arminia Bielefeld fest. Spannend bleibt das Rennen um den zweiten direkten Aufstiegsplatz und Rang 3, der für die Teilnahme an der Relegation berechtigt. Stuttgart (55), der Hamburger SV (54) und Heidenheim (52) liefern sich einen Dreikampf um die Plätze. Eine Vorentscheidung kann am Sonntag fallen, wenn Heidenheim auf den HSV trifft. (ram)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Nackt-Rodeln in Dresden

Nico steigt gegen Box-Profi Alain Chervet in den Ring

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

25
Bubble Diese Diskussion wurde geschlossen.
25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • cheko 19.06.2020 13:46
    Highlight Highlight Dynamo hat mit Abstand wenigsten Tore in der Liga, zudem haben sie die meisten Tore kassiert (lediglich Nürnberg hat mehr). Sind in der Heim UND Auswärtstabelle jeweils auf einem Abstiegsplatz. Seit der Corona Pause haben sie lediglich ein Unentschieden gegen Fürth und einen Sieg gegen Wiesbaden geholt.. In sieben Spielen ist das einfach zu wenig. Zudem waren lediglich die Spiele Hannover, Wiesbaden und Fürth eng beieinander. Ansonsten waren zwischen den Spielen immer 6 Tage Pause. Daher geht der Abstieg OK.

    https://www.transfermarkt.de/dynamo-dresden/spielplan/verein/129/saison_id/2019
  • Dynamischer-Muzzi 19.06.2020 10:24
    Highlight Highlight Das der DFB und die DFL über Leichen geht, wusste man schon immer. Sie haben es jetzt nur noch mal mit dem Bauernopfer Dynamo bewiesen. Denen geht es nicht um das Wohl und die Gesundheit der Spieler, sondern nur ums Geld. Und so ganz nebenbei hat der liebe Sender Sky auch eine grosse Aktie daran, denn dieser hat massiv Druck gemacht, damit die Liga wieder startet und sie als Monopol massig Geld mit Abos verdienen! Sie haben die Hand genauso an der Schaufel, welche das Grab für Dynamo und seine Spieler ausgehoben hat.
    • MyPersonalSenf 19.06.2020 12:10
      Highlight Highlight Ja ja .. aber das Dynamo Beschämed spielt und schon die ganze Saison auf den Absteigsplätzen liegt ist dann wohl auch der dfl und corona zuzuweisen..?
    • Das etwas 19.06.2020 13:57
      Highlight Highlight ernsthaft alle aderen sind schuld und nur nicht dynamo selbst?

      sorry es ist eine meisterschafft und einer muss ja bsteigen. dynamo hat sich die ganze saison schlecht verkauft jetzt zahlen sie den preis dafür.

      mit oder ohne corona, eine trifft es immer.
    • Dynamischer-Muzzi 19.06.2020 14:02
      Highlight Highlight während alle anderen Vereine trainierten und die ersten 2 Spiele absolvierten, haben die Spieler von Dynamo auf der Couch gesessen und nichts tun können. Das ist ein klarer Nachteil und ein Betrug am Wettbewerb. Es geht rein darum und um die Aussage der DFL, dass alle gleich behandelt werden. Dies ist nachweislich nicht der Fall. Wäre das bei Bayern oder Dortmund passiert, wäre der Start verschoben wurden!
  • maylander 19.06.2020 09:09
    Highlight Highlight Besser als Bühne kann man es nicht sagen.
    Play Icon
    • Donny Drumpf 19.06.2020 10:39
      Highlight Highlight Der Mann heisst "Büne". Hanspeter "Büne" Huber.

      Wer Fussball gespielt hat weiss, dass es durchaus Emotional und auch Körperlich sehr anstrengend sein kann, so viele Spiele in der kurzen Zeit zu spielen.
    • maylander 19.06.2020 10:54
      Highlight Highlight Klar Büne. Gebt dem Mann einen Eintrag in der Autokorrektur.

      Klar ist das anstrengend. Vielen Leute wurde das Leben durch das Coronavirus auf den Kopf gestellt.
      Fussballer sind da keine Ausnahme. Also Staub abklopfen, Mund abwischen und weitermachen.

      Im Zweitligaabstiegskampf erwartet wohl niemand Champagnerfussball.
    • easy skanking 19.06.2020 12:56
      Highlight Highlight jawoll.. an eloquenz nicht zu überbieten der werte huber.. man hört und sieht, dass er sich lieber betrinkt als schutte zluege.. ich nehme an lesen gehört auch nicht zu seinen liebsten freizeitsbeschäftigungen.. höchstens das lesen des blicks.. wie die meisten hockeyfäns.. lol
    Weitere Antworten anzeigen
  • DruggaMate 19.06.2020 08:41
    Highlight Highlight Ehrenmann! Gut das einer mal seinen Mund auf macht. Das Programm für Dynamo ist absolut unmenschlich. 8 Spiele in 22 Tagen. Und das wenn man sonst schon mit dem Rücken zu Wand steht. Das ist einfach nicht fair. Wie so vieles was von der DFL durch gewunken wird...
    • Schlange12 19.06.2020 12:40
      Highlight Highlight Aber auch an diese Situation sind sie selberschuld. Das sie Coronabefunde hatte, kann man nicht der DFL in die Schuhe schieben. Das haben sie selber verursacht, sonst wäre das Programm nicht so tight.
  • Raembe 19.06.2020 08:29
    Highlight Highlight Ich verstehe seine Kritik am aktuellen System, aber der drohende Abstieg ist trotzdem verdient. Es geht allen Teams der Liga gleich, also sinds relativ faire Verhältnisse.
    • maxi #sovielfürdieregiongetan 19.06.2020 08:41
      Highlight Highlight ausser das dresden zwei wochen nicht mal trainieren konnte als andere schon spielten. komische sichtweise aufjedenfall nicht fair.
    • Elpampa 19.06.2020 08:48
      Highlight Highlight Nein es geht eben nicht allen Teams gleich!

      Dynamo hat in der entscheidenden Situation der Meisterschaft in 8 Tagen 3 Spiele, während Konkurrenten nur 2 Spiele haben.

      Und ja es macht was aus, entweder 7 Tage Ruhe oder 3 Tage Ruhe.

      Bei uns hier in der Schweiz sind wenigstens die Voraussetzungen für alle gleich.
    • Trompete 19.06.2020 08:53
      Highlight Highlight Sie waren ja nur in Quarantäne und durften deswegen nicht trainieren und drei Spiele statt einem in einer Woche ist ja auch ganz easy und wird ja wohl keinen Nachteil im Abstiegskampf darstellen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Super8 19.06.2020 08:19
    Highlight Highlight Dynamo ist seit November letzten Jahres auf dem letzten Platz. Aber klar, jetzt ist natürlich Corona schuld.
    • miarkei 19.06.2020 08:32
      Highlight Highlight Bei einem normalen Spielplan hat man noch Chance Punkte zu holen und so die 5 gut zu machen, welche fehlen. Aber wenn man als einziger in 3 Spiele innert 7 Tagen hat und die Konkurrenz nur 1 Spiel, sind die Chancen leider nicht fair.
    • maxi #sovielfürdieregiongetan 19.06.2020 08:32
      Highlight Highlight Programm gesehen, es war ja nicht so das sie abgeschlagen waren.

      Klare Kante von Spielern sieht man viel zu selten. Chris Löwe Ehrenmann!
    • DruggaMate 19.06.2020 09:19
      Highlight Highlight @super8
      Sorry aber ich bin schockiert von so viel Ignoranz und fehlender Empathie. Hast du dir das Interview (nicht die Aussagen) angesehen? Der Mann ist völlig von der Rolle, ringt teilweise um Worte. Das ist Verzweiflung pur. Und wenn man sich mit der Thematik ein bisschen Auseinandersetzt, dann weiss man auch warum!

      Bremen war in Liga 1 auch schon abgeschrieben. Die konnten aber "normal" neu starten und sind jetzt nochmals dran! Dresen hat sich auch ran gekämpft, aber bei 4.5 englischen Wochen am Stück ist irgendwann der Akku leer!

    Weitere Antworten anzeigen

Eismeister Zaugg

«Bersetisten» gegen «Lüthianer»: Meisterschafts-Start ab 1. Oktober?

Morgen Mittwoch wird der Bundesrat verkünden, wie es mit den Grossveranstaltungen weitergeht. Zwei Trends zeichnen sich ab: Aufhebung der 1000er-Limite per 1. September oder per 1. Oktober.

Die Entscheidung ist für die Unternehmen (Klubs) im Profihockey und -fussball von existenzieller Bedeutung: Wird die bis Ende August gültige Begrenzung auf 1000 Personen im Stadion gelockert? Beziehungsweise wann wird sie gelockert?

Inzwischen haben die Klubs sehr gute Sicherheitskonzepte erarbeitet und detailliert publiziert. Das Ziel: Nicht mehr die Anzahl Personen ist entscheidend. Sondern die Stadionauslastung («Prozentregel»). Angestrebt wird eine Auslastung der Arenen von 50 bis 60 …

Artikel lesen
Link zum Artikel