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Das Victoria Stadium am Fusse des Affenfelsen.
Das Victoria Stadium am Fusse des Affenfelsen.Bild: EPA/EFE

Nati-Gegner Gibraltar – ein Zwerg unter den Zwergen

Die Schweizer Nationalmannschaft trifft am Sonntag im 801. Länderspiel der Verbandsgeschichte in der EM-Qualifikation auf Gibraltar. Der am südwestlichen Zipfel von Europa gelegene Kleinstaat ist auf dem Papier eines der schwächsten Teams Europas.
07.09.2019, 07:5207.09.2019, 07:58

Sie heissen Jack Sergeant, Ethan Britto oder Alain Pons und stehen bei Klubs wie Europa FC, Lincoln Red Imps FC oder St. Joseph's FC unter Vertrag. Sie sind ein Team der Namenlosen und in der UEFA zusammen mit San Marino und Liechtenstein der Zwerg unter den Zwergen. In der FIFA-Weltrangliste ist Gibraltar die Nummer 198 – und liegt damit noch hinter Aruba, Guam oder Montserrat.

Tabelle der Gruppe D:

tabelle: srf

Berühmt ist der 6,5 Quadratkilometer grosse, in der Bucht von Algeciras gelegene Kleinstaat mit seinen gut 30'000 Einwohnern nicht wegen seiner Fussballer, sondern aufgrund seiner geopolitischen Lage. Das afrikanische Festland ist nur rund 30 Kilometer entfernt. Seit gut 300 Jahren ist der Kalksteinfelsen britisches Überseegebiet, Gibraltars Geschichte ist geprägt von politischen Konflikten.

Gibraltar aus der Luft betrachtet.
Gibraltar aus der Luft betrachtet.Bild: Shutterstock

Legendäre Siege – und viele Pleiten

Erst seit wenigen Jahren gehört Gibraltar der internationalen Fussball-Gemeinschaft an. 2013 bestritt es das erste offizielle Länderspiel, drei Jahre später wurde die Gibraltar Football Association in die FIFA aufgenommen. Die Höhepunkte der 124-jährigen Verbandsgeschichte waren das 2:1 in Jerewan gegen Armenien und das 1:0 zuhause gegen Liechtenstein vor einem Jahr im Rahmen der Nations League – die beiden bislang einzigen Pflichtspiel-Siege.

Weniger rosig sieht die Bilanz in Qualifikationsspielen für eine Welt- oder Europameisterschaft aus. Aus 24 Partien resultierten null Punkte und ein Torverhältnis von 5:115.

Zuletzt ein halbes Dutzend Gegentore

In der laufenden Qualifikation verlor Gibraltar alle vier Spiele und schoss dabei noch kein Tor. Am Donnerstag setzte es auf dem Kunstrasen des Victoria-Stadions am Fusse des Affenfelsen gegen Dänemark eine 0:6-Niederlage ab.

Dass Gibraltar aber nicht zwingend sportliches Kanonenfutter ist, bewies es im Heimspiel gegen Irland. Bei der 0:1-Niederlage verhinderte Irlands Keeper Darren Randolph kurz nach der Pause mit einer mirakulösen Parade nach einem Kopfball von Roy Chipolina den Führungstreffer des krassen Aussenseiters.

Captain Roy Chipolina gegen Deutschlands Weltmeister Sami Khedira.
Captain Roy Chipolina gegen Deutschlands Weltmeister Sami Khedira.Bild: AP

Roy Chipolina und sein Bruder Joseph sind die wohl bekanntesten Spieler Gibraltars. Am meisten offizielle Länderspiele im Kader des Uruguayers Julio Ribas weist Liam Walker auf, der gegen Dänemark sein 40. Länderspiel bestritt. Wie Joseph Chipolina erzielte auch Walker schon zwei Länderspiel-Tore. Nicht alle Spieler von Gibraltar sind allerdings Amateure. Tjay de Barr spielt in Spanien bei Oviedo, Louie Annesley ist bei den Blackburn Rovers unter Vertrag. (ram/sda)

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