Ist die lange Pause nun gut oder schlecht? Die Nati-Stars sind sich uneinig
Eine so lange Pause ist für die Nati-Spieler während der Saison völlig ungewohnt – noch dazu bei einem grossen Turnier wie der Weltmeisterschaft.
Gegen 14 Uhr Ortszeit endete das letzte Gruppenspiel der Schweiz gegen Kanada (2:1) in Vancouver am gestrigen Mittwoch. An derselben Stelle bestreitet die Nati am 2. Juli um 20 Uhr (am 3. Juli, 5 Uhr, Schweizer Zeit) ihren Sechzehntelfinal. Acht Tage und sechs Stunden liegen zwischen den beiden Partien. Es wurde viel diskutiert, ob eine solch lange Pause der Nati entgegenkommt. Und auch nach dem Sieg gegen Kanada sind sich die Nati-Spieler uneinig.
«Die lange Pause ist sehr wichtig für uns, damit wir uns erholen können», sagte Ruben Vargas beim SRF. Trainer Murat Yakin freute sich ebenfalls auf die bevorstehenden Tage. «Es ist immer gut, bei diesen Distanzen mal zwei, drei Tage Ruhe zu haben. Dann beginnt die Vorbereitung auf die K.o.-Phase», so der Trainer. Ungewohnt ist auch die Tatsache, dass die Schweiz erst am späten Samstagabend weiss, wer der Gegner sein wird.
Wäre die Schweiz Zweiter geworden, hätte sie bereits jetzt gewusst, auf wen sie treffen würde. Nämlich Südafrika als Zweiter der Gruppe A. Die Bafana Bafana ist nun am Abend des 28. Juni (Ortszeit) der Gegner von Kanada. Das Spiel findet aber in Los Angeles und damit knapp drei Flugstunden von Vancouver entfernt statt. Die kürzere Pause hätten aber auch einige Nati-Spieler begrüsst.
«Ich mag es, schnell wieder ein Spiel zu haben, um im Rhythmus zu bleiben», sagte Manuel Akanji schon vor dem Spiel gegen Kanada. Bei längeren Pausen werde härter trainiert, «danach fühle ich mich nicht gleich bereit für ein Spiel», erklärte der 30-jährige Innenverteidiger. Nachdem der Gruppensieg, der auch für Akanji das klare Ziel blieb, feststand, sagte er dann mit einem Augenzwinkern: «Ich muss ja auch an meine Kollegen denken. Gewisse Spieler mögen auch längere Pausen.»
Johan Manzambi gehört nicht zu diesen. «Als Spieler wollen wir immer spielen», sagt der 20-jährige Jungstar, der gegen Kanada mit einem Tor und einem Assist erneut brillierte. Doch schob er nach: «An einer Weltmeisterschaft brauchen wir auch mal ein bisschen Pause, um uns auf den Gegner vorzubereiten.»
In einer anderen Hinsicht hat der Gruppensieg für die Nati einen klaren Vorteil. Zwar wird sie jetzt nochmals zurück ins Basislager nach San Diego reisen, danach wechselt das Team sein Lager aber von Spiel zu Spiel. Im Falle eines Siegs im Sechzehntelfinal könnten die Schweizer aber auf eine Reise verzichten. Denn auch der allfällige Achtelfinal würde in Vancouver stattfinden. Zwischen den beiden Spielen gäbe es dann übrigens eine Pause von fünf Tagen. Erst für den potenziellen Viertelfinal müsste die Schweiz ins rund dreieinhalb Stunden entfernte Kansas City fliegen.
- Brasilien gewinnt Gruppe C vor Marokko – Schotten zittern als Dritte um Weiterkommen
- Angst vor einem Pass hatte er nicht – darum wechselte Nati-Trainer Yakin das T-Shirt
- Der Gruppensieg ist Tatsache – aber eine Sorge bleibt in Form von alten Geistern
- Schamane verspricht, Kane-Fluch wieder zu lösen +++ Katarer Madibo 5 Spiele gesperrt
