Nächste Runde im China-Drama – nun musste sich auch Real Madrid für Mbappé entschuldigen
Das chinesische Staatsfernsehen (China Media Group) auf der einen Seite und die spanische Fussball-Liga und Real Madrid auf der anderen befinden sich weiterhin auf Kriegsfuss. Mittendrin steckt Kylian Mbappé. Der französische Stürmerstar sagte in einem Video von Anfang April, das dieser Tage wieder viral ging, dass sein Lieblingsmeme mit seinem eigenen Gesicht eines sei, bei dem sein Gesicht auf den Körper von Mao Zedong gesetzt werde, dem ehemaligen chinesischen Staatsoberhaupt. Dazu sagte Mbappé: «Ich glaube, der Typ war ein chinesischer Diktator.»
Mbappé faces cancellation in China over “dictator” insult to founding father Mao Zedong Real Madrid and France forward Kylian Mbappé is facing severe backlash and demands for brands to cut ties in China over a “Chinese dictator” remark about the country’s founding father, Mao Zedong. The interview clip circulated online on October 26, triggering calls for a commercial boycott. https://t.co/nYkymX1Gyx
— Shamim Zakaria (@shamimzakaria) October 27, 2026
Dieser eine Satz hat in China eine Welle der Entrüstung ausgelöst. Zwei chinesische Unternehmen – der Sportgetränkehersteller Dongpeng sowie der Molkereikonzern Mengniu – kündigten am Dienstag an, die Zusammenarbeit mit dem französischen Weltmeister per sofort zu beenden. «Unser Unternehmen verfolgt eine Null-Toleranz-Politik gegenüber jedem Verhalten, das nationale Gefühle beleidigt», hiess es in einer Mitteilung von Dongpeng. Auch Mengniu erklärte, dass der Konzern «jegliche Worte oder Handlungen, die die Gefühle des chinesischen Volkes verletzen», strikt ablehne.
Das chinesische Staatsfernsehen ging gar noch einen Schritt weiter. Es kündigte an, die Übertragung von Spielen der spanischen Liga sowie sämtliche Werbungen mit Mbappé per sofort zu stoppen.
Es hagelt Entschuldigungen
Der Fussballer versuchte rasch, die Wogen wieder zu glätten. Noch am Dienstagmittag liess er über sein Management eine Entschuldigung veröffentlichen. «Meine Äusserung war unüberlegt und mir ist nun bewusst, dass sie viele Menschen in China verletzt hat. Dafür möchte ich mich aufrichtig entschuldigen», schrieb Mbappé.
Am Montagabend zog auch die spanische Liga nach und veröffentlichte eine Entschuldigung. Ligapräsident Javier Tebas sagte: «Ich möchte mich persönlich bei den chinesischen Fans für die verursachte Kränkung entschuldigen.» Er wolle die Beziehungen mit China durch gezielte Massnahmen pflegen und sicherstellen, dass sich solche Situationen nicht wiederholen. Zudem gab Tebas bekannt, dass er sich mit dem chinesischen Botschafter in Spanien getroffen hat, um die Mbappé-Situation wieder in den Griff zu kriegen.
Auch Mbappés Klub Real Madrid gab eine Erklärung ab, in der es hiess, sein Spieler «habe niemals die Absicht gehabt, jemanden zu kränken» und verwies dabei auch auf die freie Meinungsäusserung. Dies kam in China aber wiederum nicht gut an. Die China Media Group reagierte ihrerseits mit einer Mitteilung, in der sie schrieb, Reals Entschuldigung nicht zu akzeptieren. «Eine solche Haltung des Vereins ist für uns inakzeptabel», hiess es von der staatlichen Mediengruppe. Und solange keine angemessene und hinreichende Entschuldigung seitens des Klubs erfolge, gebe es keine Grundlage für weitere Gespräche.
Am Mittwochmorgen reagierte der Klub aus der spanischen Hauptstadt deshalb erneut, dieses Mal mit einer Entschuldigung. «Real Madrid möchte sich beim chinesischen Volk für etwaige Unannehmlichkeiten entschuldigen, die durch die jüngsten Äusserungen unseres Spielers Kylian Mbappé entstanden sind», heisst es in der Mitteilung. Man wolle zudem «die Bande der Freundschaft mit China und dessen Bürgern» weiter stärken.
Ob diese Entschuldigung reicht, um die erhitzten Gemüter in China zu besänftigen, ist bisher nicht klar. (abu)
