«Lächerlich»: Barça wehrt sich gegen die 602-Euro-Strafe im Fall Alvarez
Auslöser soll eine Beschwerde von Atlético Madrid sein, das Barcelona vorwirft, den Stürmer Julian Alvarez kontaktiert zu haben, ohne den Klub vorher zu informieren. Das Wettbewerbsreglement der RFEF verlangt von einem Klub, der einen Profi mit gültigem Vertrag verpflichten will, eine schriftliche Mitteilung an dessen Verein, bevor Gespräche beginnen. Alvarez ist bis Juni 2030 an Atlético gebunden.
Barcelona soll im Sommer bis zu 100 Millionen Euro geboten haben und der Argentinier habe seinen Wechselwunsch bereits während der WM deutlich gemacht. Die Rojiblancos wollten ihn allerdings nicht verkaufen und der Transfer kam schlussendlich auch nicht zustande.
Der Verband stützt die Strafe auf Artikel 133 der Disziplinarordnung, der Verstösse gegen regulatorische Pflichten als «leichtes Vergehen» einstuft. Er sieht als Sanktion neben einer Busse von bis zu 602 Euro auch eine Sperre von bis zu zwei Monaten oder die Schliessung des Stadions für ein Spiel vor. Bereits 2019 hatte Atlético Madrid Barcelona wegen Antoine Griezmann angezeigt, die Strafe betrug damals 300 Euro.
Barça kommt mit dem Mindestmass davon, nämlich mit dem Höchstbetrag der Geldstrafe. Bei einem Transfer in dieser Grössenordnung wirkt die Summe fast schon lächerlich. In den Büros des Klubs hält man die Summe laut «Marca» für eine «Witzstrafe», will sie aber nicht bezahlen, aus einem «moralischen und konzeptionellen Grund». Barcelona ist überzeugt davon, korrekt gehandelt zu haben. Es behauptet, Atlético sei über das Interesse informiert worden.
Das Strafmass erinnert an eine kürzliche Sanktion gegen Cristiano Ronaldo. Der portugiesische Verband verhängte gegen den Star-Stürmer 255 Euro Strafe und eine 30-tägige Sperre, weil er das Nationalmannschaftscamp im Streit mit Trainer Jesus vorzeitig verlassen hatte. Immerhin: Barça muss mit 602 Euro mehr als doppelt so viel wie Ronaldo bezahlen. (car)
