Sport
International

Australien warf Novak Djokovic aus dem Land – aus diesen 3 Gründen

Novak Djokovic gegen Alex Hawke und Australien.
Migrations-Minister Alex Hawke hatte Novak Djokovic das Visum entzogen. Das Gericht stützte seinen Entscheid – und hat nun seine Begründung veröffentlicht. Bild: keystone/ap

Neue Dokumente veröffentlicht: So begründeten die Richter Djokovics Ausweisung

20.01.2022, 08:0620.01.2022, 13:05

Novak Djokovic musste Australien am 16. Januar verlassen, weil seine Beschwerde gegen den Rückzug seines Visums vom Gericht abgeschmettert wurde. Nun hat das Bundesgericht seine Gründe für die Abweisung von Djokovics Argumenten publiziert. Die drei Richter gehen darin auf alle drei Punkte ein, die der Tennisspieler gegen den Entscheid von Migrations-Minister Alex Hawke vorgebracht hatte:

Novak Djokovics Meinung zur Impfung

Der Tennisstar hatte argumentiert, dass Alex Hawke nicht wissen könne, wie er tatsächlich zur Impfung stehe. Dies sah das Gericht anders, denn Djokovic hatte sich zuvor mehrfach in Interviews und auf Facebook kritisch zur Impfung geäussert. Zudem habe er sich bis im Dezember nicht impfen lassen, obwohl Corona-Impfstoffe zu diesem Zeitpunkt bereits fast ein Jahr verfügbar gewesen wären.

Aus diesen Gründen sah es das Gericht als erwiesen an, dass der letztjährige Australian-Open-Gewinner eine klar negative Einstellung gegenüber der Covid-Impfung habe.

Die Symbolkraft der Sondergenehmigung

Djokovic klagte weiter an, dass es keine Beweise gäbe, dass seine Sondergenehmigung in Australien zur Bestärkung der Meinung von Impfgegnern und Massnahmen-Kritikern beitragen könnte. Das Gericht hingegen sah es als erwiesen an, dass bereits zu diesem Zeitpunkt mehrere Anti-Impf-Gruppen den Tennisspieler wie einen Helden feierten.

Das Gericht sah die Gefahr aber nicht nur bei solchen «eher extremen Gruppen», wie es im Urteil schreibt. Es fürchtete vielmehr, dass Djokovics Sonderregelung auch «Menschen mit unsicherer Haltung gegenüber der Impfung» beeinflussen könnte.

Deshalb entschied sich das Gericht auch diesen Punkt abzulehnen, mit folgender Begründung: «Ein Weltstar des Tennissports kann Menschen jeden Alters beeinflussen, ob jung oder alt, aber vielleicht besonders die jungen und beeinflussbaren Menschen.»

Beide Entscheide würden zu Aufruhr führen

In einem dritten Punkt kritisierten Djokovics Anwälte, dass die Argumentation von Minister Hawke unlogisch sei. Er habe befürchtet, dass sich Impfgegner durch die Sonderregelung bestärkt fühlten. Die Anwälte führten jedoch an, dass auch eine Ablehnung von Djokovics Antrag zu Protesten führen würde.

Das Gericht hingegen argumentierte, dass Hawke eben genau diese Abwägung sehr wohl vorgenommen habe. Er sei dabei zum Schluss gekommen, dass die Symbolkraft einer Sondergenehmigung viel schlimmere Folgen für Australien hätte, wie wenn es infolge einer Ablehnung zu vereinzelten Protesten käme. (leo)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Djokovic wird abgeschoben – die Reaktion von Federer und Nadal ist herrlich (Satire, kein Wort ist war)
Video: watson
Enthüllung: So soll sich Jared Kushner mit Milliarden schmieren lassen haben
Ein Buch eines US-Journalisten enthüllt dubiose Finanztransaktionen in Milliardenhöhe zwischen Trump-Schwiegersohn und Berater Jared Kushner und den Staatsoberhäuptern Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate.
Jared Kushner ist als Ehemann von Ivanka Trump der Schwiegersohn von Donald Trump und einer der Lieblingskandidaten des US-Präsidenten für Spezialaufgaben. Zuletzt spielte Kushner eine zentrale Rolle als Sonderbeauftragter bei der Vermittlung zwischen der Ukraine und Russland sowie im Nahen Osten beim Konflikt zwischen Israel und der Hamas.
Zur Story