Sport
Lara Gut-Behrami

Coronavirus: Omikron-Variante bedroht Ski-Weltcup und Langlaufrennnen

Switzerland's Lara Gut-Behrami competes during a women's World Cup giant slalom ski race Saturday, Nov. 27, 2021, Killington, Vt. (AP Photo/Robert F. Bukaty)
Lara Gut-Behrami liess sich impfen, um in Nordamerika starten zu können. Jetzt drohen ihr und dem Weltcupzirkus der Frauen Turbulenzen bei der Rückreise in die Schweiz.Bild: keystone

Corona bedroht die Wintersport-Profis – müssen Lara Gut-Behrami und Co. in Quarantäne?

Nach dem Aus für die Universiade drohen auch im Weltcup Absagen oder Einschränkungen. Werden die Einreiseregeln für den Skizirkus nicht geändert, müssen die Athletinnen für zehn Tage in Quarantäne und fällt der Weltcup in St. Moritz in zwei Wochen ins Wasser.
30.11.2021, 06:5630.11.2021, 07:18
rainer sommerhalder / ch media

Ab Mitte Dezember folgen die traditionellen Schweizer Wintersport-Highlights Schlag auf Schlag. Den Anfang macht der Langlauf-Weltcup in Davos und die alpinen Rennen der Frauen in St. Moritz am 11./12. Dezember. Danach stehen Skicross in Arosa, Skispringen in Engelberg und zum Jahresabschluss der Start zur Tour de Ski in Lenzerheide auf dem Programm. Und der Januar ist reserviert für die beiden Alpin-Klassiker der Männer in Adelboden und Wengen.

Doch anstatt Vorfreude auf den Gourmetschmaus überwiegt auf einmal Verunsicherung und grosser Druck. Nach Absagen oder Geisterrennen im Vorwinter bereitete man sich bis vor wenigen Stunden auf eine Rückkehr zur Normalität vor – mit Schutzkonzept zwar, aber eben auch mit Fans und Stimmung am Pistenrand.

Seit der Absage der Winteruniversiade herrscht aber Alarmstufe Rot. Die Telefonleitungen in der Zentrale von Swiss Ski liefen in den letzten Stunden heiss. Die möglichen Folgen der Einreisebeschränkungen und Quarantänevorgaben hängen wie eine dunkle Gewitterwolke über dem Schweizer Skisport.

Erwan Kaeser of Switzerland during the men's 15km free style competition at the Davos Nordic FIS Cross Country World Cup in Davos, Switzerland, on Sunday, December 13, 2020. (KEYSTONE/Gian Ehrenz ...
Welche Auswirkungen haben die jüngsten Einschränkungen für den Langlauf-Weltcup in Davos?Bild: keystone

Keine Ausnahmeregeln für den Spitzensport

Barbara Flury, OK-Präsidentin von Davos Nordic, sagt stellvertretend: «Ich bin kurz zusammengezuckt, als ich von der Absage erfuhr. Mir fehlen jegliche Informationen, was das für unseren Anlass in zwei Wochen heisst. Aber es ist mir bewusst, dass ich mit einer negativen Überraschung rechnen muss.»

Auch vom Bundesamt für Sport, dessen Einsatz in den vergangenen Monaten für Ausnahmeregelungen bei Spitzensport-Events gesorgt hat, kamen keine ermutigenden Neuigkeiten. Baspo-Direktor Matthias Remund sagte am Montagnachmittag: «Aktuell gibt es keine Ausnahmen für den Sport, was Einreise und Quarantäne betrifft.»

Auf der täglich wachsenden Liste jener Länder, von wo aus Reisende nach ihrer Ankunft in der Schweiz zehn Tage in Quarantäne müssen, fehlten zuerst relevante Wintersport-Nationen. Doch wie schnell es gehen kann, zeigte sich am späteren Montagabend. Neu ist auch Kanada aufgeführt. Von dort her soll der gesamte Skizirkus der Frauen nach den Rennen von Lake Louise am kommenden Wochenende nach St. Moritz dislozieren. Ohne Änderung der aktuellen Praxis kann im Engadin kein Weltcup stattfinden.

14.12.2019, St. Moritz, SUI, FIS Weltcup Ski Alpin, SuperG, Damen, im Bild Lara Gut-Behrami SUI // Lara Gut-Behrami of Switzerland in action during her run in the ladie s Super-G of FIS ski alpine wor ...
Fallen die Weltcuprennen in St. Moritz ins Wasser?Bild: www.imago-images.de

Während die alpinen Skifahrerinnen und Skifahrer zumindest die bewährte «Blase» als Argument anführen können, hat die FIS im Langlauf und Skispringen in diesem Winter auf eine konsequente «Bubble» verzichtet. Dass Athletinnen und Athleten zwischen den Weltcups nach Hause fahren, verbessert die Einreisesituation in die Schweiz nicht.

Keine Zuschauer und zu wenig Helfer?

Neben der neuen Virusvariante Omikron droht für den Wintersport auch mit «Delta» Gefahr. Sollte der Bundesrat angesichts steigender Fallzahlen die Massnahmen verschärfen, muss man sich nicht nur erneut auf Geisterrennen einstellen. Auch eine mögliche 2G-Regel könnte gewissen Organisatoren übel mitspielen. Eingeweihte Kreise erzählen von nicht gerade berauschenden Impfquoten unter Helferinnen und Helfern in einigen Bergtälern. Adelboden ist ein solches Beispiel.

Am Dienstag trifft sich nicht nur der Bundesrat zur Krisensitzung. Auch Swiss Ski plant eine Telefonkonferenz mit den Veranstaltern. Beruhigungspillen wird man nicht abgeben können.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die meisten Siege im Ski-Weltcup
1 / 29
Die meisten Siege im Ski-Weltcup

Seit 1967 werden Skirennen im Rahmen des Weltcups ausgetragen. Diesen Fahrerinnen und Fahrern gelangen mindestens 30 Siege.

quelle: keystone / gian ehrenzeller
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Keine gute Idee – Nico schickt Marco zum Skikjöring nach St. Moritz
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Manzambi zaubert jetzt auch in England – doch etwas gefällt seinen Trainern nicht
An der WM war er bis zu seiner Verletzung die prägende Figur im Nationalteam. Nun ist Johan Manzambi zurück und spricht über das Turnier, den Wechsel zu Aston Villa und seinen Fitnessstand.
Der humpelnde Gang, das dick einbandagierte Knie und der Lego-Pokal in Manzambis Händen: Es ist eines der Bilder, die von der WM im Sommer geblieben sind. Die unglückliche Trainingsverletzung unmittelbar vor dem Achtelfinal gegen Kolumbien verhinderte, dass der junge Genfer dem Turnier weiter seinen Stempel aufdrücken konnte.
Zur Story