Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Der Schweizer Moto GP2 Motorradrennfahrer Thomas Luethi, vom Dynavolt Intact GP-Team, anlaesslich der offiziellen Moto GP 2 Testtage, auf der Rennstrecke in Jerez, Spanien, am Donnerstag 21. Februar 2019. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Tom Lüthi Bild: KEYSTONE

Tom Lüthis erstaunliches Comeback: «Wir haben alles hinterfragt»

Letzte Saison war er in der «Königsklasse» ein Hinterherfahrer, jetzt fährt er nach der Rückkehr in die Moto2-WM um Sieg und Titel



Eigentlich sollte es den Titelanwärter Tom Lüthi (32) gar nicht geben. Noch nie seit der Einführung der Moto2-WM (2010) hatte ein Absteiger aus dem Königsklasse MotoGP ein Erfolgserlebnis.

Der Abstieg aus dem Töff-Himmel MotoGP ist halt ein Karriere-Knick. Dass es ganz oben, dort wo die echten Kerle fahren, nicht reicht. Selbst der Spanier Tony Elias, 2010 erster Moto2-Weltmeister, scheiterte bei zwei Comeback-Versuchen kläglich. Der Brite Sam Lowes müht sich in der zweiten Moto2-Saison seit einem missglückten MotoGP-Abenteuer ab. Letzte Saison hatte es bloss für den 16. WM-Schlussrang gereicht.

Tom Lüthi ist die grosse Ausnahme. Er hat soeben als Rückkehrer das letzte Rennen (GP Texas) gewonnen und liegt in der Gesamtwertung nur fünf Punkte hinter Lorenzo Baldassarri (22) zurück. Mit diesem Sieg hat er den «Nuller» im zweiten WM-Lauf bereits korrigiert. Er kann immer noch siegen – das ist die wichtigste Erkenntnis aus den ersten drei Rennen. Ein «Nuller» muss also noch nicht das Ende aller Titelambitionen sein. Gewinnt er am Sonntag in Jerez zum zweiten Mal in dieser Saison ist er WM-Leader. Die Aussichten sind gut. Nach dem ersten Trainingstag liegt er dem 4. Platz.

«Rennsport ist Kopfsache und keine Frage des Alters. Wenn die Motivation stimmt, spielt das Alter keine Rolle.»

Ein erstaunliches Comeback mit 32 Jahren. Der schnellste Berner sagt: «Rennsport ist Kopfsache und keine Frage des Alters. Wenn die Motivation stimmt, spielt das Alter keine Rolle.» Motivation ist das Schlüsselwort. In Spanien oder Italien kommt ein gescheitertes MotoGP-Abenteuer einem Karriereende gleich. Nicht aber in der Schweiz. Tom Lüthi gehört in unserem Land nach wie vor zu den populärsten Einzelsportlern. Wenn er gewinnt, fragt niemand nach der WM-Klasse. Die Motivation hängt nicht von der WM-Kategorie ab.

Sein erfolgreiches Comeback nach schmählichem Scheitern (letzte Saison kein MotoGP-WM-Punkt) ist noch erstaunlicher als sein Titelgewinn 2005 (125 ccm). Der Emmentaler musste in der Winterpause nicht nur eine herbe Enttäuschung überwinden. Er hat sich sozusagen neu erfunden. Sein Manager und Freund Daniel Epp fasst es in einem Satz zusammen: «Wir haben alles hinterfragt.» Das Training in der Winterpause ist mit mehr Kilometern in Töffsätteln (Cross und Strasse) optimiert worden. Das professionelle Umfeld nun noch breiter abgestützt, die Zusammenarbeit mit einen Mental-Trainer und einem Riding-Coach («Fahrlehrer») intensiver.

Das Selbstvertrauen ist wieder intakt

Was Tom Lüthi die Rückkehr erleichtert hat: die Moto2-Maschinen sind auf diese Saison mit dem Wechsel von Honda auf Triumph-Motoren hubraumstärker und schneller geworden und technisch (Elektronik!) näher an die MotoGP-Klasse herangerückt. «Die Moto2-WM ist nicht mehr gleich wie vorher. So ist es für mich mehr eine neue Herausforderung als eine Rückkehr.»

Am Anfang aber stand die Verarbeitung der Enttäuschung. «Wichtig war für mich, dass ich letzte Saison mit dem letzten Rennen in Valencia alles hinter mir lassen konnte. Es ist ja letzte Saison mit dem Auseinanderbrechen des Teams auf eine unglaubliche Art und Weise wirklich alles schief gegangen, was schief gehen konnte.» Diese Verarbeitung ist gelungen. Das Selbstvertrauen ist wieder intakt.

Der 17fache GP-Sieger sagt, er denke heute anders über den Rennsport, aber etwas sei gleichgeblieben. «Es geht immer darum, ans Limit zu gehen. Daran hat sich nichts geändert. Aber ich nehme dieses Risiko bewusster in Kauf und ich weiss meistens, warum etwas nicht funktioniert. Damals habe ich einfach probiert und wenn es nicht funktioniert hat, wusste ich manchmal nicht warum. Ich beschäftigte mich intensiver mit dem Rennsport. Es ist beruhigend zu wissen, dass heute alles Menschenmögliche für die Sicherheit der Fahrer getan wird. Wir haben eine Sicherheitskommission und unsere Anliegen werden gehört und ernst genommen.»

Er bestätigt den Eindruck, dass er ruhiger geworden ist. «Es ist schon so, dass früher mehr los was, da ein Termin, dort ein anderer.» Inzwischen ist er auch nach Linden zurückgekehrt, ins Dorf, in dem er aufgewachsen ist. «Das hat praktische Gründe. Von Linden aus sind es kurze Wege zu meinen Trainingsorten. Ich bin ohnehin oft unterwegs und wenig zu Hause. Aber natürlich ist es gut, einen Ort zu haben, wo man daheim ist und sich zurückziehen kann.»

«Ich habe über die Jahre gesehen, wie sich dieses Team entwickelt hat und wie gearbeitet wird.»

Bei der Rückkehr in die Moto2-WM durfte nichts mehr schief gehen. Hätte er – wie letzte Saison - das falsche Team erwischt, dann wäre seine Karriere auf dem Spiel gestanden. Er hatte das Glück, dass er sein Moto2-Team auswählen konnte. Ein Siegfahrer, der 2016 und 2017 die Moto2-WM auf dem zweiten Platz beendet hat und immense Erfahrung in ein Team einbringt ist nicht oft auf dem Markt. Daran änderte auch die missglückte letzte MotoGP-Saison nichts. «Das Interesse war gross. Ich glaube, es waren insgesamt etwa zehn Offerten.» Das Dynavolt-Intact-Team sei von Anfang an ganz oben auf seiner Liste gestanden. «Ich habe über die Jahre gesehen, wie sich dieses Team entwickelt hat und wie gearbeitet wird.»

Letzte Saison war das falsche Team eine der Ursachen des Scheiterns, jetzt ist das richtige Team einer der wichtigsten Gründe für den Erfolg. Mit Marcel Schrötter (29) hat Tom Lüthi einen schnellen Teamkollegen, der doch kein echter Konkurrent ist: der hochtalentierte, freundliche, aber mental zerbrechliche Deutsche war bisher in den Rennen im Direktvergleich chancenlos.

Aber er ist gut genug, um in der Schlussphase der WM im Falle eines Falles Tom Lüthi den Rücken freizuhalten. Das Traumszenario: ein WM-Titel mit Deutscher Hilfe. Warum nicht?

Alle Schweizer Töff-GP-Sieger

Das könnte dich auch interessieren:

«Dieses Land ist beinahe am Ende»: Grossbritannien wählt – und ist zerrissen

Link zum Artikel

Die grösste Überraschung bei «Jumanji 2»? Sie haben es nicht (ganz) verbockt!

Link zum Artikel

Die Grossen in der Champions League unter sich – jetzt haben sie, was sie immer wollten

Link zum Artikel

Wann ist krank wirklich krank?

Link zum Artikel

Eine Enttäuschung für Cassis und Rytz. Nun darf es nicht einfach so weitergehen

Link zum Artikel

So würde Online-Shopping im «Real Life» aussehen

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Die Generation Z bestimmt die grössten globalen Probleme – und es ist nicht nur das Klima

Link zum Artikel

Ta-ta-ta-taaaa: PICDUMP Nummer 300 ist da! 🎉

Link zum Artikel

SBB-Chef Ducrot ist der «Anti-Meyer» – aber mit einem dicken Tolggen im Reinheft

Link zum Artikel

Lehrer M. zur Pisa-Studie: «Schüler erzählen mir fast triumphierend, dass sie nicht lesen»

Link zum Artikel

Toiletgate im Weissen Haus: Wegen Trumps Klo-Tirade lacht das Internet Tränen

Link zum Artikel

Stell dir deine Pizza zusammen und wir sagen dir, ob du Gourmet oder Banause bist

Link zum Artikel

8 Zeichnungen des ersten Terrorhäftlings, die zeigen, wie die Amerikaner folterten

Link zum Artikel

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

«Dieses Land ist beinahe am Ende»: Grossbritannien wählt – und ist zerrissen

67
Link zum Artikel

Die grösste Überraschung bei «Jumanji 2»? Sie haben es nicht (ganz) verbockt!

6
Link zum Artikel

Die Grossen in der Champions League unter sich – jetzt haben sie, was sie immer wollten

53
Link zum Artikel

Wann ist krank wirklich krank?

105
Link zum Artikel

Eine Enttäuschung für Cassis und Rytz. Nun darf es nicht einfach so weitergehen

105
Link zum Artikel

So würde Online-Shopping im «Real Life» aussehen

10
Link zum Artikel

Die Generation Z bestimmt die grössten globalen Probleme – und es ist nicht nur das Klima

28
Link zum Artikel

Ta-ta-ta-taaaa: PICDUMP Nummer 300 ist da! 🎉

180
Link zum Artikel

SBB-Chef Ducrot ist der «Anti-Meyer» – aber mit einem dicken Tolggen im Reinheft

52
Link zum Artikel

Lehrer M. zur Pisa-Studie: «Schüler erzählen mir fast triumphierend, dass sie nicht lesen»

157
Link zum Artikel

Toiletgate im Weissen Haus: Wegen Trumps Klo-Tirade lacht das Internet Tränen

48
Link zum Artikel

Stell dir deine Pizza zusammen und wir sagen dir, ob du Gourmet oder Banause bist

158
Link zum Artikel

8 Zeichnungen des ersten Terrorhäftlings, die zeigen, wie die Amerikaner folterten

229
Link zum Artikel

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

103
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

22
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

62
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

33
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

15
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

31
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

«Dieses Land ist beinahe am Ende»: Grossbritannien wählt – und ist zerrissen

67
Link zum Artikel

Die grösste Überraschung bei «Jumanji 2»? Sie haben es nicht (ganz) verbockt!

6
Link zum Artikel

Die Grossen in der Champions League unter sich – jetzt haben sie, was sie immer wollten

53
Link zum Artikel

Wann ist krank wirklich krank?

105
Link zum Artikel

Eine Enttäuschung für Cassis und Rytz. Nun darf es nicht einfach so weitergehen

105
Link zum Artikel

So würde Online-Shopping im «Real Life» aussehen

10
Link zum Artikel

Die Generation Z bestimmt die grössten globalen Probleme – und es ist nicht nur das Klima

28
Link zum Artikel

Ta-ta-ta-taaaa: PICDUMP Nummer 300 ist da! 🎉

180
Link zum Artikel

SBB-Chef Ducrot ist der «Anti-Meyer» – aber mit einem dicken Tolggen im Reinheft

52
Link zum Artikel

Lehrer M. zur Pisa-Studie: «Schüler erzählen mir fast triumphierend, dass sie nicht lesen»

157
Link zum Artikel

Toiletgate im Weissen Haus: Wegen Trumps Klo-Tirade lacht das Internet Tränen

48
Link zum Artikel

Stell dir deine Pizza zusammen und wir sagen dir, ob du Gourmet oder Banause bist

158
Link zum Artikel

8 Zeichnungen des ersten Terrorhäftlings, die zeigen, wie die Amerikaner folterten

229
Link zum Artikel

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

103
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

22
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

62
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

33
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

15
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

31
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Lukaku zum «Black Friday»: «Die dümmste Schlagzeile, die ich je gesehen habe»

Nach dem jüngsten Fall von Rassismus im italienischen Fussball hat sich Romelu Lukaku zu Wort gemeldet. Die Zeitung «Corriere dello Sport» hatte ihn gestern gemeinsam mit dem ebenfalls dunkelhäutigen Chris Smalling aufs Titelblatt gedruckt zur Schlagzeile «Black Friday». Zwar war der Artikel antirassistisch, die Frontseite aber dennoch deplatziert und der Schaden damit angerichtet.

Lukaku äusserte sich am Abend. Er hält fest:

Der belgische Stürmer, der auf diese Saison hin von Manchester United …

Artikel lesen
Link zum Artikel