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epa08607208 German Formula One driver Sebastian Vettel of Scuderia Ferrari in action during the 2020 Formula One Grand Prix of Spain at the Circuit de Barcelona-Catalunya in Montmelo, Spain, 16 August 2020.  EPA/Emilio Morenatti / Pool

Bei Ferrari ist und bleibt der Wurm drin. Bild: keystone

Ferrari langsamer als die «Farmteams» – doch Teamchef Binotto sieht «keine Krise»



Viel schlimmer kann es für Ferrari eigentlich nicht mehr kommen. Dachten viele in den letzten Wochen. Doch auf jeden Tiefpunkt folgt bei der einst so stolzen «Scuderia» ein noch tieferer Tiefpunkt. Beim GP von Belgien in Spa landeten die beiden Ferrari von Sebastian Vettel und Charles Leclerc auf den Rängen 13 und 14.

Dass beide Autos ohne Punkte ins Ziel kamen, hat es seit zehn Jahren nicht gegeben – letztmals in Silverstone 2010. Doch im Ziel ist man nicht einmal das beste Auto mit Ferrari-Motor. Das war Kimi Räikkönen im Alfa Romeo, der auf Rang 12 fuhr. Schon in der 19. Runde überholte der Finne seinen alten Ferrari-Kumpel Vettel und hielt ihn danach problemlos in Schach. «Kimi ist phasenweise sogar davongezogen», erklärte Vettel nach dem Rennen.

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Räikkönen schnappt sich Vettel in der 19. Runde. Video: streamable

Vettel über Funk:

«Die Typen vor mir werde ich sowieso nicht mehr überholen können. Wir sollten über einen Boxenstopp nachdenken. [...] Die Vibrationen sind okay, aber ich sage euch: Ich werde aufgefressen.»

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Vettel funkt frustiert, dass er gegen Räikkönen chancenlos ist. Video: streamable

In der Konstrukteurswertung sieht es für Ferrari genauso düster aus. Als WM-Fünfter ist man so schlecht klassiert wie seit 1980 nicht mehr. Racing Point ist in Spa an den «Roten» vorbeigezogen und selbst das einst verspottete Werksteam von Renault liegt nur noch zwei Punkte hinter der «Scuderia».

Nach dem Rennen gab es ausserdem die Höchststrafe – Mitleid von der Konkurrenz. «Das ist nicht gut für die Formel 1 anzuschauen, wo die rumfahren», urteilte Mercedes-Boss Toto Wolff, der in Spa mal wieder einen Doppelsieg seines Teams bejubeln durfte.

Würde eigentlich nur noch fehlen, dass sich auch die beiden Fahrer zoffen. In Belgien wäre es beinahe dazu gekommen: Leclerc machte Druck auf Vettel und wollte mit aller Macht vorbeiziehen. Doch der Deutsche blieb hart und machte die Tür zu. Die Folge: Es krachte zwischen Leclerc und Vettel, die Wagen berührten sich. Zum Super-GAU kam es aber nicht, beide Ferrari blieben im Rennen und nach Rennende wurde der Vorfall totgeschwiegen.

«Keine Krise, nur mitten im Sturm»

Das schlechte Ergebnis hatte man bei Ferrari eigentlich erwarten müssen. Die Schwachstelle des SF1000 ist der Motor und auf den kommt es in Spa ganz besonders an. Vettel, der Ferrari nach dieser Saison verlassen wird, war nach dem Rennen trotzdem bedient. «Wir haben eigentlich einiges in der Kiste, aber es hat nichts funktioniert», urteilte der vierfache Weltmeister. «Es wäre schön, wenn wir über Nacht den Stein der Weisen fänden, aber der liegt nicht irgendwo. Es gibt keine Geheimnisse, keine Revolutionen über Nacht.»

Teamchef Mattia Binotto erklärte nach dem Rennen, dass die Probleme von Ferrari streckenspezifisch waren. «Na, wenn er das sagt, wird er schon Recht haben», scherzte Vettel. Von einer Krise will Binotto schon gar nichts wissen. «Wir stecken nicht in einer Krise», stellt der 50-jährige schweizerisch-italienische Doppelbürger klar. Er beschreibt es eher als «inmitten eines Sturms». Binotto führt aus: «Wir kennen unseren Kurs und müssen diesen beibehalten, indem wir nach vorne blicken.»

Ferrari team principal Mattia Binotto rubs his eye in his team booth during the second practice session for the Chinese Formula One Grand Prix at the Shanghai International Circuit in Shanghai, China, Friday, April 12, 2019. (AP Photo/Andy Wong)

Binotto sieht alles andere als zuversichtlich in die Welt. Bild: AP/AP

Der Blick auf die kommenden Wochen dürfte jedoch alles andere als positiv ausfallen. Mit Monza und Mugello stehen die beiden Heimrennen in Italien an, doch gerade in Monza kommt es wieder auf die Motorenleistung an. Ferrari dürfte also erneut hinterherfahren und die Ungeduld der Fans so richtig zu spüren bekommen. (pre)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Lindros88 31.08.2020 16:21
    Highlight Highlight Bei Ferrari ist nicht nur Binotto das Problem sondern auch die Teamstruktur. Binotto ist Teamchef und Technikchef, das ist einfach zu viel für ihn. Bei den anderen Teams sind das meist mehrere Leute
    Dann ist das Aerokonzept des SF1000 total in die Hose gegangen. Ein Auto das viel Abtrieb generiert, ist ja eigentlich gut, aber bitte ohne hohen Luftwiderstand. Und der Motor ist jetzt, wo er auch legal ist einfach nur schlecht...
    Benutzer Bild
    • Lindros88 01.09.2020 10:01
      Highlight Highlight @max julen: noch selten habe ich so einen Blödsinn gelesen!
      Die Aerodynamik funktioniert immer gleich und ist sicher nicht von der PS-Zahl abhängig!
  • HerbertKappel 31.08.2020 14:47
    Highlight Highlight Wenn der ALTE noch leben würde , wäre Binotto seit Monaten in der Wüste .
    Wer beschützt ihn bei Fiat ?
  • [Nickname] 31.08.2020 13:30
    Highlight Highlight Masterplancrew
    Benutzer Bild
  • Darkside 31.08.2020 13:28
    Highlight Highlight Dürfen die sich nach diesem Wochenende überhaupt noch in Italien blicken lassen?
  • I_am_Bruno 31.08.2020 13:21
    Highlight Highlight Wahrscheinlich wäre wir zur Zeit sogar besser bedient mit Monisha Kaltenborn und ihren Honda Motoren.
    • plenu_the_proton 31.08.2020 14:03
      Highlight Highlight über die Qualitäten von Monisha Kaltenborn vermag ich nicht zu urteilen. der Honda-Motor hat sich jedoch auch deutlich verbessert und scheint tatsächlich nur ein paar PS hinter Mercedes zu sein. Die Begeisterung, der Stolz und Einsatz von den Japanern finde ich unglaublich. als Aussenstehender (Sauber, McLaren und Mercedes Fan) bewundere ich diese Zusammenarbeit mit Red Bull. das Team würdigt Honda mit einem grossen Logo und Max auch bei seinen Interviews
    • I_am_Bruno 31.08.2020 17:57
      Highlight Highlight Und McLaren schlägt sich mit dem Renault gut. Win win auf beiden Seiten.
  • magnet1c 31.08.2020 12:32
    Highlight Highlight Wo bleibt daa Management ?
    Für die F1 ist die lausige Performance von Ferrari wirklich ein Problem. Zudem ödet das Monopol von Mercedes langsam an, was zweifelsfrei ein Zeuge ihrer exzellenten Arbeit ist.
    Ferrari wird am Ende höchstens 5er oder 6er in der Team-Meisterschaft und damit nächstes Jahr noch schwächer.
    • HappyUster 31.08.2020 13:57
      Highlight Highlight Formel 1 ansehen? Warum auch?
      1+2 Mercedes, Alfa Sauber wieder nur 0 Punkte.
      Und früher hieß es 1+2 Ferrari, Sauber wieder knapp nur 0 Punkte.
      Wieviele Überholmanover gab es im Rennen? 1? 3? Vllt 5? Das wars schon... Gääähn
  • Bobby Sixkiller 31.08.2020 12:32
    Highlight Highlight Da können sie froh sein, dass an den Heimrennen dieses Jahr keine Zuschauer da sind...
  • MartinZH 31.08.2020 12:21
    Highlight Highlight Wenn Mattia Binotto sagt: «Wir stecken nicht in einer Krise», dann frage ich mich, ob er dies einfach in der Öffentlichkeit gegenüber den Medien sagt, à la "fare una bella figura", oder ob er wirklich daran glaubt.

    Sollte er wirklich davon überzeugt sein, dass es sich bei diesen Resultaten nicht um eine veritable Krise handelt, dann ist das pathologisch und sollte unbedingt behandelt werden, denn eine solche Realitätsverweigerung in seinem Job ist sicher nicht das, was Ferrari benötigt.

    Ganz allgemein ist es sowieso nicht professionell, eine solche Krise in der Öffentlichkeit schönzureden..!
    • tinu77 31.08.2020 14:43
      Highlight Highlight Nein jetzt aber, was Du nicht sagst!

      Andere wurden mit solchen Störungen US Präsident...

      Was Du meinst ist nun mal kein Einstellungkriterium für die Führungspositionen dieser Welt. Auch in der F1 nicht. Gewöhn Dich daran.
    • MartinZH 31.08.2020 18:34
      Highlight Highlight @tinu77: Weisst Du, es geht lediglich um eine offene, ehrliche und transparente Kommunikation nach aussen.

      In der (Sport-) Unternehmens-Welt gehört eine saubere "Communications Policy" zu den basalsten Voraussetzungen, um das Vertrauen bei sämtlichen Steakholdern (Investoren, Kunden, Fans, etc.) zu pflegen, um über eine gute Reputation zu verfügen.

      Fast alle Chefs der anderen Formel-1-Teams machen das ganz gut: Haas, Alfa-Sauber, Renault, Wiliams u.a. beweisen dies permanent, auch wenn's (sportlich) nicht gut läuft.

      Politische Komm. hat nur sehr beschränkt etwas mit Untern.-Komm. zu tun. 😉
    • MartinZH 31.08.2020 21:17
      Highlight Highlight @tinu77: PS: Du solltest mit solchen Statements wie: "Nein jetzt aber, was Du nicht sagst!", etwas zurückhaltender sein. Bei mir kommt das total überzogen und extrem arrogant an.

      Sorry! Wenn Du dann denkst, dass Du mir im Anschluss (nota bene mit einem völlig schiefen Vergleich) noch "die Welt" erklären kannst, umso mehr.

      Du musst nicht meinen, dass Du mir "von oben herab" etwas näherbringen kannst, wenn Du dann noch den Prolo-Spruch: "gewöhn' Dich daran", zum Besten gibst.

      So etwas ist unter meinem Niveau... Und Binotto mit Trump gleichzusetzen, ist auch nicht unbedingt sehr geistreich. 😂
  • 1of8mio 31.08.2020 12:01
    Highlight Highlight Wenn ich die Abwiegeleien von Binotto revue passieren lasse, hoffe ich stark, dass er intern deutlich mehr Führungsstärke zeigt, als von aussen erkennbar ist.
  • Glenn Quagmire 31.08.2020 11:28
    Highlight Highlight Seb wird nebst Leistung auch die Motivation fehlen.

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