Sport
Novak Djokovic

Wer nicht hören will, muss fühlen – Djokovic, der Wiederholungstäter

epaselect epa08651640 Novak Djokovic of Serbia (R) tries to help a linesperson after hitting her with a ball in the throat during his match against Pablo Carreno Busta of Spain on the seventh day of t ...
Djokovic entschuldigt sich bei der Linienrichterin, die er in seiner Wut getroffen hat.Bild: keystone

Wer nicht hören will, muss fühlen – Djokovic, der Wiederholungstäter

07.09.2020, 08:3207.09.2020, 12:29

An den US Open wird die Tennis-Welt nach der Disqualifikation von Novak Djokovic einen neuen Grand-Slam-Sieger erhalten. Der Serbe flog aus dem Turnier, nachdem er bei einem Wutausbruch einen Ball wegschoss und dabei eine Linienrichterin am Hals traf. «Traurig und leer» fühle er sich, liess der im Jahr 2020 sportlich unbesiegte Djokovic verlauten.

Vielleicht hat Djokovic nun realisiert, dass sein Verhalten auf dem Platz nicht immer angebracht ist. Noch 2016 spielt er das herunter, als ihn ein Reporter nach einem ganz ähnlichen Vorfall darauf anspricht.

Ernste Frage ins Lächerliche gezogen

An den ATP World Tour Finals in London donnert Djokovic damals wütend einen Ball zur Seite. «Machen Sie sich Sorgen, dass Sie für so etwas eines Tages teuer bezahlen müssen? Sie hätten schliesslich jemanden treffen können», wird der «Djoker» gefragt.

Djokovic 2016 in London.Video: streamable

Die Antwort des heute 33-Jährigen damals: «Ihr seid unglaublich! Immer greift ihr euch solche Dinge heraus. Wenn ich so etwas ständig machen würde, warum werde ich dann nicht dafür bestraft?» Als der Reporter nachhakt, dass er einen Zuschauer hätte treffen können, versucht ihn Djokovic lächerlich zu machen: «Das hätte sein können. Es hätte auch sein können, dass es heute in der Halle schneit. Aber das hat es nicht.»

Um ein Haar den Linienrichter getroffen

Weshalb die Frage berechtigt erscheint: Nur wenige Monate vorher gibt es einen anderen solchen Vorfall. Einer, bei dem Djokovic wohl nur dank den Reflexen des Linienrichters im Turnier bleibt. Im Viertelfinal der French Open 2016 schleudert er sein Racket wutentbrannt und wuchtig nach hinten, wo der Unparteiische gerade noch ausweichen kann:

Djokovic 2016 an den French Open.Video: YouTube/Luigi Rossi

Damals in Paris weiss Djokovic, wie viel Glück er hatte, dass er nicht disqualifiziert wurde. An der Pressekonferenz nach seinem Sieg über Thomas Berdych sagt er: «Mir ist bewusst, dass ich Schwein gehabt habe, und ich entschuldige mich bei allen, die ich hätte treffen können. Das war nie meine Absicht. Die Flugkurve war unglücklich, gut, dass die Situation letztlich glücklich endete.»

Ganz im Gegensatz zum Eklat gestern in New York. Nun zeigt sich die Nummer 1 der Weltrangliste zerknirscht. Die Disqualifikation werde ihm hoffentlich eine Lehre sein: «Ich muss an meiner Enttäuschung arbeiten und dies alles zu einer Lektion für meine Entwicklung als Spieler und Mensch machen.»

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Alle Grand-Slam-Titel von Novak Djokovic
1 / 26
Alle Grand-Slam-Titel von Novak Djokovic
US Open 2023: Djokovic – Medwedew 6:3, 7:6, 6:3.
quelle: keystone / justin lane
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Wenn du deinen Aggressionen freien Lauf lassen würdest
Video: watson
Blamage in Island: Die Schweizer U21 kassiert eine Klatsche und zittert um die EM-Quali
Die Schweizer U21-Nationalmannschaft kassiert im vierten Spiel unter Trainer Alex Frei eine herbe Niederlage. In Reykjavik verliert die Mannschaft 1:5 gegen Island und vergibt damit die Chance, sich in der EM-Qualifikation den Platz als Gruppenzweiten zu sichern.
Für die endgültige Vorentscheidung sorgte dabei Daniel Gudjohnsen in der 78. Minute, als er zum 4:1 traf. Zuvor hatte David Aronsson in der 62. Minute bereits einen Standard verwertet und die Zwei-Tore-Führung von vor der Pause wiederhergestellt. In der 86. Minute traf Hilmir Mikaelsson zum Endstand.
Zur Story