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«Africa Power» bei Real Madrid – «Marca»-Front sorgt für grossen Wirbel

«Africa Power» bei Real Madrid – «Marca»-Titelblatt sorgt für grossen Wirbel

28.06.2022, 10:5028.06.2022, 10:50

Die spanische Sport-Zeitung «Marca» postet jeden Morgen ihre Titelseite auf Twitter. Normalerweise ruft der Beitrag nicht allzu viele Reaktionen nach sich, doch am Montagmorgen ist für einmal alles anders. Denn die «Marca» präsentierte vor einem Umriss des afrikanischen Kontinents die «Africa Power» von Real Madrid.

Abgebildet waren mit Karim Benzema, David Alaba, Ferland Mendy, Eduardo Camavinga, Aurélien Tchouaméni und Antonio Rüdiger sechs königliche Superstars, denen die Zeitung «afrikanische Wurzeln» zuschrieb. Das stimmt zwar im Grundsatz, doch alle sechs Aufgeführten sind Europäer: Benezma, Mendy, Camavinga und Tchouaméni spielen für Frankreich, Alaba für Österreich und Rüdiger für Deutschland.

Tatsächlich ist mit Camavinga nur einer der Spieler in Afrika geboren, er kam in Angola zur Welt. Alaba dagegen ist beispielsweise in Wien geboren und verbrachte seine komplette Jugend in Österreich. Sein Vater George ist gebürtiger Nigerianer und war der erste dunkelhäutige Gardesoldat beim österreichischen Bundesheer. Alabas Mutter stammt von den Philippinen.

Real Madrid's David Alaba poses for a photograph with the trophy after winning the Champions League final soccer match between Liverpool and Real Madrid at the Stade de France in Saint Denis near ...
Alaba bei Reals Champions-League-Feier mit nigerianischer und philippinischer Flagge.Bild: keystone

Dass die «Marca» dennoch eine «neue Marschroute» bei der Zusammenstellung des Kaders bei Real Madrid konstruierte und allen Akteuren damit oberflächlich und implizit typisch afrikanische Eigenschaften zuschrieb, sorgte vielerorts für Kopfschütteln.

Bei Twitter kommentierten rund 7500 Userinnen und User statt der üblichen rund 100 das Foto des «Marca»-Covers, die grosse Mehrheit übte Kritik am Hintergrund und der Gestaltung der Titelseite. «Africa Power? Ich sehe vier Franzosen, einen Österreicher und einen Deutschen», schrieb beispielweise Patrick Berger, Chefredaktor des deutschen Online-Portals «Sport1».

Die Online-Version des Artikels betitelte die «Marca» mit: «Afrikanisches Blut bei Real Madrid». Dort hiess es: «Sie sind alle stolz auf ihre afrikanischen Wurzeln, obwohl sie weit entfernt vom Kontinent aufgewachsen sind». Weiter veröffentlicht die Zeitung eine Liste von Spielern, die einst für Real spielten und «afrikanisches Blut» in den Adern hätten: «Sie setzen einen Weg fort, der zu Zeiten von Eto'o, Makelele, Geremi, Diarra und Zidane eingeschlagen wurde», führte die «Marca» weiter aus.

Die Auflistung der «Marca» aller Real-Spieler mit «afrikanischen Wurzeln».
Die Auflistung der «Marca» aller Real-Spieler mit «afrikanischen Wurzeln».bild: screenshot marca
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