Wenn du beim grossen Fussball nur noch chörble musst, hilft dir dieses Buch
Dem Krähenbühl Henä haut's den Nuggi use. Er hockt bei einem WM-Spiel in Miami mit einem seichläien Budweiser Zero in der Hand auf der Tribüne, sieht zweistöckige Werbebanden für Krypto-Zeugs, hört in der Trinkpause, wie der Stadionsprecher chinesische Markennamen stagglet, und brösmelet schliesslich mit einem Lätsch ein «Schutte isch scheisse» füre.
Der Ton ist gesetzt und mit ihm die Sprache. Günter Struchen, ein Eidg. dipl. Meeresbiologe und Briefeschreiber, forciert den Doppelpass zwischen Schrift- und Berndeutsch wie einst die Fahrni-Zwillinge beim Koppiger SV. Die sind ebenso erfunden wie alle anderen Figuren – aber die Geschichten kommen vielen bekannt vor, die in einem Fussballklub sozialisiert wurden.
Sie spielen irgendwo zwischen Legende, Vereinschronik und Kabinengeschwätz. Da wäre etwa Aebischer Brünu, der am Glühweinstand des SC Burgdorf stets die grosse Attraktion war, weil er früher oder später mit bluttem Oberkörper Schlagerlieder anstimmte. Oder die Geschichte des Herrn Iseli, in dessen Garten in Wattenwil der Ball nach Fankhauser Hans-Uelis Geschoss landet und der ihn nicht wieder herausrücken will.
Dem Krähenbühl Henä kommen all diese schönen Erinnerungen im klimatisierten WM-Stadion in Florida hoch. Als er dort zu den hohen Tieren auf der Haupttribüne blickt, verjagt es ihn und er futteret in Richtung FIFA-Boss, dass es diesen wohl dürehudle würde – hätte die Verglasung der VVIP-Loge Henäs Branzete nicht stummgeschalten.
Struchen erzählt Episoden von Hauptversammlungen, Zwischenfällen in Trainingslagern und Anekdoten von Sponsorenläufen. Im Sichtungstraining beim FC Bützberg im Mai 2006 hofft der neue Sportchef sehnsüchtig, auf dem Sportplatz Byfang ein Toptalent zu entdecken.
Als ihm Flückiger Fredu, der Eins-Trainer, sagt, er habe da etwas gesehen, reagiert der Sportchef deshalb begeistert: «Dr nächst Rainer Bieli?» Flückiger schüttelt den Kopf:
«Es Chlüngeli zfridnegi Ching.»
