Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Switzerland's Roger Federer rubs his nose as he waits to receive a serve during a practice session on Rod Laver Arena at Melbourne Park January 15, 2015. The Australian Open tennis tournament begins on January 19.   REUTERS/David Gray  (AUSTRALIA - Tags: SPORT TENNIS)

Roger Federer wird 2015 nicht im Davis Cup antreten. Bild: DAVID GRAY/REUTERS

Federers Davis-Cup-Abrechnung

Kein Problem, Roger! Aber warum diese scharfen Worte?

Roger Federer hat die Schnauze voll vom Davis Cup. Nur drei Monate nach dem grossen Triumph von Lille verkündet der «Maestro», dass er 2015 nicht im Teamwettbewerb antreten wird. Nachvollziehbar. Nur die Art und Weise der Ankündigung lässt aufhorchen.



Zum ersten Mal hat Roger Federer nach dem bitteren Australian-Open-Aus gegen Andreas Seppi gestern wieder ein Match bestritten. Mehr zu reden als der lockere Auftaktsieg gegen Michail Juschni (6:3, 6:1) geben am Tag danach aber die Aussagen des 17-fachen Grand-Slam-Siegers bezüglich des Davis Cup

Federer erklärte an der offiziellen Pressekonferenz klipp und klar, dass er 2015 nicht im Teamwettbewerb antreten werde. «Ich habe so lange Davis Cup gespielt. Nach dem Sieg kann ich nun – um ehrlich zu sein – machen, was mir passt», so der Baselbieter.

Die grössten Schweizer Tennis-Erfolge

Federers Entscheid überrascht nicht. Mit 33 Jahren steht der einstige Tour-Dominator im Spätherbst seiner Karriere und seine Prioritäten haben sich längst verschoben. Nachvollziehbar, dass er sich noch einmal ganz auf seine Einzelkarriere und auf den Gewinn eines 18. Grand-Slam-Titel konzentrieren will. Vier zusätzliche Wochen für den Davis Cup mit Kind und Kegel um die Welt zu jetten – darauf kann er gut verzichten.

Federer musste dann auch nicht lange mit sich ringen. «Es war keine schwierige Entscheidung», sagte er. «Der Davis Cup war für mich im Verlaufe meiner Karriere eine grosse Last und verursachte mir mehr Schwierigkeiten als etwas anderes.» Nur vier Monate nach dem emotionalen Triumph in Lille mit seinen Kumpels Marco Chiudinelli, Michael Lammer, Stan Wawrinka und Serverin Lüthi sind das aber erstaunliche scharfe Worte.

Sie zeigen, wie sehr sich der einstige Tour-Dominator im Laufe der Jahre vom Schweizer und vom internationalen Tennis-Verband jeweils unter Druck gesetzt gefühlt hatte, zu spielen.

JAHRESRUECKBLICK 2014 – NOVEMBER– Swiss Davis Cup team members, from left to right, Swiss Davis Cup Team captain Severin Luethi, Roger Federer, Marco Chiudinelli, Stanislas Wawrinka and Michael Lammer holding the Davis Cup trophy, after wining the Davis Cup Final between France and Switzerland, at the Stadium Pierre Mauroy in Lille, France, Sunday, November 23, 2014. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Ein grosser Moment auch für Federer: 2014 gewinnt die Schweiz zum ersten Mal den Davis Cup. Bild: KEYSTONE

Federer und der Davis Cup – das war schon lange keine Liebesbeziehung mehr. Nur zu Beginn seiner Karriere hatte der Teamwettbewerb für ihn höchste Priorität. Nach seinem Aufstieg in die Weltspitze wurde der Davis Cup dagegen immer lästiger. Immer wieder rang sich Federer doch durch und sagte für die entscheidenden Playoff-Partien zu, um einen Schweizer Abstieg zu verhindern. Für Absagen hagelte es dagegen stets heftige Kritik. Jetzt musste der Frust offenbar raus.

Unverhohlen gibt Federer zu, dass er sich 2014 nur wegen seiner Teamkollegen zu einer Teilnahme durchgerungen habe. Mit dem Titelgewinn hat Federer mit dem Davis Cup nun abgeschlossen: «Für mich war sofort klar, dass ich nach dem Sieg in diesem Jahr nicht spielen würde.»

Ob der «Maestro» überhaupt noch einmal um die hässlichste Salatschüssel der Welt spielen wird, liess Federer offen. Will er mit Peking-Gold-Partner Wawrinka, der in der 1. Runde gegen Belgien trotz vertraglicher Vereinbarung ebenfalls nicht dabei sein wird, bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio im Doppel antreten, bleibt ihm allerdings keine andere Wahl. Nur wer in diesem oder im kommenden Jahr im Davis Cup mindestens einmal im Doppel antritt, kann bei Olympia dabei sein. 

Eine leise Hoffnung besteht also noch. Doch auch wenn Federer nie mehr im Davis Cup antreten sollte, seine Pflicht hat er längst erfüllt. Mit dem Titel von Lille bescherte er der Schweiz eine glorreiche Tennis-Sternstunde. Über eine weitere würden wird uns natürlich freuen. Und Hand aufs Herz: Worüber würdest du dich mehr freuen? Über einen weiteren Schweizer Davis-Cup-Titel oder über den 18. Grand-Slam-Titel Federers?

Wo Federer schon überall Tennis gespielt hat

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Roger Federer baut sein Marken-Imperium aus – und lässt ein neues Logo schützen

Seit Januar hat Roger Federer keinen Ernstkampf mehr bestritten. Recherchen von CH Media zeigen: Der Tennisspieler hat die Zeit genutzt, um sein Geschäftsimperium zu erweitern. Besonders Auffällig: ein neues, bisher unbekanntes Markenlogo.

Anfang Dezember verkündete Roger Federer die frohe Kunde für seinen Anhang. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft stehen wieder mit seinem ikonischen RF-Logo bedruckte Kappen zum Verkauf – und das gleich in acht verschiedenen Farben. Erst im Februar hatten Federer und sein früherer Ausrüster Nike sich nach zwei Jahren Tauziehen einigen können. Die Rechte wurden von Nike auf die Tenro AG übertragen, unter deren Dach Federer seine kommerziellen Aktivitäten zusammenfasst.

Im Sommer präsentierte der …

Artikel lesen
Link zum Artikel