bedeckt, wenig Regen
DE | FR
6
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Sport
Roger Federer

Kein Problem, Roger! Aber warum diese scharfen Worte?

Roger Federer wird 2015 nicht im Davis Cup antreten.
Roger Federer wird 2015 nicht im Davis Cup antreten.Bild: DAVID GRAY/REUTERS
Federers Davis-Cup-Abrechnung

Kein Problem, Roger! Aber warum diese scharfen Worte?

Roger Federer hat die Schnauze voll vom Davis Cup. Nur drei Monate nach dem grossen Triumph von Lille verkündet der «Maestro», dass er 2015 nicht im Teamwettbewerb antreten wird. Nachvollziehbar. Nur die Art und Weise der Ankündigung lässt aufhorchen.
24.02.2015, 19:0024.02.2015, 19:48
Philipp Reich
Folge mir

Zum ersten Mal hat Roger Federer nach dem bitteren Australian-Open-Aus gegen Andreas Seppi gestern wieder ein Match bestritten. Mehr zu reden als der lockere Auftaktsieg gegen Michail Juschni (6:3, 6:1) geben am Tag danach aber die Aussagen des 17-fachen Grand-Slam-Siegers bezüglich des Davis Cup. 

Federer erklärte an der offiziellen Pressekonferenz klipp und klar, dass er 2015 nicht im Teamwettbewerb antreten werde. «Ich habe so lange Davis Cup gespielt. Nach dem Sieg kann ich nun – um ehrlich zu sein – machen, was mir passt», so der Baselbieter.

Die grössten Schweizer Tennis-Erfolge

1 / 18
Die grössten Schweizer Tennis-Erfolge
quelle: ap / schaber
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Federers Entscheid überrascht nicht. Mit 33 Jahren steht der einstige Tour-Dominator im Spätherbst seiner Karriere und seine Prioritäten haben sich längst verschoben. Nachvollziehbar, dass er sich noch einmal ganz auf seine Einzelkarriere und auf den Gewinn eines 18. Grand-Slam-Titel konzentrieren will. Vier zusätzliche Wochen für den Davis Cup mit Kind und Kegel um die Welt zu jetten – darauf kann er gut verzichten.

No Components found for watson.rectangle.

Federer musste dann auch nicht lange mit sich ringen. «Es war keine schwierige Entscheidung», sagte er. «Der Davis Cup war für mich im Verlaufe meiner Karriere eine grosse Last und verursachte mir mehr Schwierigkeiten als etwas anderes.» Nur vier Monate nach dem emotionalen Triumph in Lille mit seinen Kumpels Marco Chiudinelli, Michael Lammer, Stan Wawrinka und Serverin Lüthi sind das aber erstaunliche scharfe Worte.

Sie zeigen, wie sehr sich der einstige Tour-Dominator im Laufe der Jahre vom Schweizer und vom internationalen Tennis-Verband jeweils unter Druck gesetzt gefühlt hatte, zu spielen.

Ein grosser Moment auch für Federer: 2014 gewinnt die Schweiz zum ersten Mal den Davis Cup.
Ein grosser Moment auch für Federer: 2014 gewinnt die Schweiz zum ersten Mal den Davis Cup.Bild: KEYSTONE
No Components found for watson.rectangle.

Federer und der Davis Cup – das war schon lange keine Liebesbeziehung mehr. Nur zu Beginn seiner Karriere hatte der Teamwettbewerb für ihn höchste Priorität. Nach seinem Aufstieg in die Weltspitze wurde der Davis Cup dagegen immer lästiger. Immer wieder rang sich Federer doch durch und sagte für die entscheidenden Playoff-Partien zu, um einen Schweizer Abstieg zu verhindern. Für Absagen hagelte es dagegen stets heftige Kritik. Jetzt musste der Frust offenbar raus.

Unverhohlen gibt Federer zu, dass er sich 2014 nur wegen seiner Teamkollegen zu einer Teilnahme durchgerungen habe. Mit dem Titelgewinn hat Federer mit dem Davis Cup nun abgeschlossen: «Für mich war sofort klar, dass ich nach dem Sieg in diesem Jahr nicht spielen würde.»

Mehr zum Thema

Ob der «Maestro» überhaupt noch einmal um die hässlichste Salatschüssel der Welt spielen wird, liess Federer offen. Will er mit Peking-Gold-Partner Wawrinka, der in der 1. Runde gegen Belgien trotz vertraglicher Vereinbarung ebenfalls nicht dabei sein wird, bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio im Doppel antreten, bleibt ihm allerdings keine andere Wahl. Nur wer in diesem oder im kommenden Jahr im Davis Cup mindestens einmal im Doppel antritt, kann bei Olympia dabei sein. 

Eine leise Hoffnung besteht also noch. Doch auch wenn Federer nie mehr im Davis Cup antreten sollte, seine Pflicht hat er längst erfüllt. Mit dem Titel von Lille bescherte er der Schweiz eine glorreiche Tennis-Sternstunde. Über eine weitere würden wird uns natürlich freuen. Und Hand aufs Herz: Worüber würdest du dich mehr freuen? Über einen weiteren Schweizer Davis-Cup-Titel oder über den 18. Grand-Slam-Titel Federers?

Wo Federer schon überall Tennis gespielt hat

1 / 16
Wo Federer schon überall Tennis gespielt hat
quelle: epa / pool
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

6 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
8004 Zürich
24.02.2015 11:23registriert Februar 2015
Waren dies wirklich seine exakten Worte? 20min zitiert RF so: Es war eine schwere Last für mich und eine Sache, die mir mehr Schwierigkeiten bereitet haben, als andere Dinge in meinem Leben. Ich bin glücklich, dass ich das endlich abhacken konnte." Diese Formulierung lässt viel mehr Interpretationen zu und könnte auch seinen persönlichen Druck, einen DC gewinnen zu müssen, ausdrücken. Oder der Druck der historischen Chance für die CH, die mit zwei solchen Spielern einfach mal genutzt werden musste, usw. Was war also der exakte Wortlaut?
211
Melden
Zum Kommentar
6
Geld ist nicht das Problem – der FC Chelsea hat nun ganz andere Sorgen
Der FC Chelsea beherrschte das Wintertransfer-Fenster und übertraf mit seinen Ausgaben die anderen Top-Ligen im Alleingang. Doch dass Geld auch Probleme schaffen kann, muss der Londoner-Klub nun bei der Kader-Nominierung für die Champions-League erfahren.

350 Millionen Euro investierte der FC Chelsea alleine im Januar in Neuzugänge. Sieben Neuzugänge stehen Graham Potter dem Coach der «Blues» ab sofort zur Verfügung. Mit dem letzten Neuzugang Enzo Fernandez stellten die Londoner sogar nochmals einen Transferrekord auf. Dank einer Ablöse von 121 Millionen Euro ist der argentinische Weltmeister bisher der teuerste Transfer im britischen Fussball.

Zur Story