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Benjamin Barth als Schiedsrichter in der Basketball-Bundesliga.
Benjamin Barth als Schiedsrichter in der Basketball-Bundesliga.Bild: imago

Der absurde Grund, wieso dieser Schiri nicht mehr pfeifen darf (du siehst ihn hier)

17.06.2022, 10:0517.06.2022, 12:36

Wir schreiben das Jahr 2022 und seit einigen Jahren tragen viele Männer, auch jüngere, gerne einen Bart. Benjamin Barth – nomen est omen – ist einer von ihnen. Der 43-Jährige ist Basketball-Schiedsrichter und offenbar verhindert seine Geschichtsbehaarung eine tadellose Spielleitung.

Denn die Basketball-Euroleague hatte entschieden, den Bartträger wegen seines Barts zu rasieren. Trainer und Sportdirektoren würden keine Bärte mögen und sich darüber beschweren, habe ihm der Schiedsrichter-Chef der Liga ausgerichtet, erzählte Barth der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Solange er einen Bart trage, dürfe er keine wichtigen Spiele mehr pfeifen.

«Eine Form von Diskriminierung»

Er habe sich aber auch nach mehrmaliger Aufforderung geweigert, sich den Bart abzurasieren. «Was für einen Unterschied macht es, ob ich mich rasiere oder nicht?», fragte Barth und stellte klar: «Das ist eine Form von Diskriminierung.»

Barth lässt nach dem Ausschluss kein gutes Haar an den Verantwortlichen.
Barth lässt nach dem Ausschluss kein gutes Haar an den Verantwortlichen.Bild: imago

Die Verantwortlichen der Euroleague entschuldigten sich darauf schriftlich beim Münchner. Das Vorgehen des Schiedsrichter-Chefs sei inakzeptabel gewesen, hielten sie fest. Barths Bart bezeichneten sie als «gut gepflegt» und sie versicherten, künftig müsse kein Schiedsrichter mehr glattrasiert zum Dienst erscheinen.

Trotz Entschuldigung kalt gestellt

Für Benjamin Barth ist die Euroleague nun dennoch Geschichte. Für die neue Saison strich ihn die Liga aus dem Aufgebot. «Es stimmt, ich habe keine Einladung mehr erhalten», bestätigte Barth gegenüber der FAZ. «Die entsprechenden Dokumente wurden den Schiedsrichtern bereits zugeschickt. Ich habe keine erhalten.»

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Barth sagte, mit diesem Entscheid habe er nach dem Streit gerechnet. «Das war klar und wäre von mir auch nicht anders entschieden worden», hielt er fest. Er habe aber damit abgeschlossen und werde weiterhin in der Basketball-Bundesliga pfeifen.

Dass er die Missstände ans Tageslicht gebracht hat, macht Benjamin Barth dennoch zu einem moralischen Sieger. «Ich denke, die Veröffentlichung hat trotzdem etwas gebracht. Das Thema ist jetzt präsent und weitere Diskriminierungen sollten zumindest offen ausbleiben.» Der Schiedsrichter-Chef der Euroleague ist weiterhin im Amt. (ram)

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22 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Whats Son
17.06.2022 11:23registriert Januar 2020
Vielleicht ist der Schiedsrichter Chef einfach neidisch weil er keinen oder schwachen Bartwuchs hat und wie ein Bubi aussieht.
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Riesenpinguin | Fabulous Burrito
17.06.2022 10:36registriert Juni 2020
Dabei trägt er nicht mal einen ZZ Top-Bart. Ich hätte ja verstanden, wenn so einer abrasiert werden müsste, oder Spieler versehentlich drauftreten könnten.
Aber der Bart im Bild ist doch kurz gehalten und schick.
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Bauchgrinsler
17.06.2022 10:50registriert Mai 2021
Der Schiedsrichter-Chef sollte gezwungen werden, sich einen Bart wachsen zu lassen.
Wenn er das nicht macht, wird er seines Amtes enthoben.
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