Sport
Spanien

Laufende Ermittlungen: Andorra-Torhüter Jesus Owono droht lange Sperre

Andorra goalkeeper Jesus Owono reacts after colliding with FC Tenerife forward Jesus de Miguel during a soccer match in Santa Cruz de Tenerife, Spain, Monday, Nov. 2, 2026. (AP Photo)
Jesus Owono
Andorra-Torhüter Jesus Owono soll laut spanischen Medien am Boden zerstört sein.Bild: keystone

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung: Was Torhüter Owono jetzt droht

Nach dem tragischen Tod des Teneriffa-Stürmers Jesus de Miguel hat die spanische Polizei Ermittlungen wegen möglicher fahrlässiger Tötung aufgenommen. Im Fokus steht Andorra-Torhüter Jesus Owono. Ihm droht zudem eine lange Sperre.
04.11.2026, 13:1504.11.2026, 13:16

Es geschah in der Nachspielzeit des Zweitliga-Spiels zwischen CD Teneriffa und dem FC Andorra. Als Jesus de Miguel einen hohen Ball verfolgte, stürmte der Torhüter der gegnerischen Mannschaft Jesus Owono aus dem Tor und prallte heftig mit dem Stürmer zusammen. Der 30-Jährige musste noch auf dem Platz reanimiert werden und verstarb später im Spital Nuestra Señora de Candelaria.

Wie die Zeitung El Pais berichtet, hat nun die Mordkommission der Nationalpolizei in Teneriffa den Fall übernommen. Sie untersuche, ob beim Zusammenprall zwischen Owono und dem 30-jährigen de Miguel ein Delikt der fahrlässigen Tötung vorliegt. Die Ermittler werden einen Bericht erstellen, danach entscheidet ein Gericht auf Teneriffa, ob es eine strafrechtliche Verantwortung gibt oder der Fall eingestellt wird.

Laut spanischen Medien ist das Vorgehen bei einem gewaltsamen Todesfall verpflichtend und liege nicht an einer vermuteten Absicht oder Schuld. Betont wird aber, dass der Torhüter den Stürmer kommen sah, dieser ihn hingegen nicht.

Bis zu zwölf Spielsperren möglich

Auch sportlich drohen Owono Konsequenzen. Schiedsrichter Manuel Perez Hernandez zeigte dem 25-Jährigen die Rote Karte und vermerkte im Matchbericht «übermässige Gewalt». Nun muss das Disziplinarkomitee des spanischen Verbands über die Sperre entscheiden. Wendet es den Artikel über gewalttätiges Verhalten gegenüber einem Gegenspieler an, sind bis zu zwölf Spiele möglich. Owono selbst soll laut spanischen Medien am Boden zerstört sein. Seine Konten in den sozialen Medien hat er gelöscht. Und dies wohl aus guten Gründen, wie der Fall eines anderen Fussballers zeigt.

Michel Owono, Spieler eines spanischen Sechstligisten, sah sich zu einem Statement gezwungen, da ihn unzählige rassistische Beleidigungen erreicht hatten. Dies, weil er aufgrund seines Nachnamens mit Jesus Owono verwechselt wurde. Er warb für «eine Welt mit mehr Respekt, weniger Hass und mehr Menschlichkeit».

Fall erschüttert die ganze Fussballwelt

Gleich mehrere Spieler und Trainer sprachen der Familie und den Freunden von de Miguel viel Kraft zu. Äusserst emotional sprach der brasilianische Stürmer Raphinha: «Er war ein Spieler in meinem Alter. Ich weiss nicht, ob es daran lag, dass es mich noch mehr getroffen hat, aber ich hatte heute wegen dieser Nachricht keinen guten Tag.» Es sei kein Tag, um über Fussball zu sprechen, erklärte Raphinha nach Barcelonas 3:0-Sieg gegen Aston Villa. Nebst ihm äusserten sich am gestrigen Champions-League-Story zahlreiche weitere Spieler und Trainer wie Joao Neves oder José Mourinho. (car)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die Mehrfach-Torschützen in der Champions League
1 / 22
Die Mehrfach-Torschützen in der Champions League
5 Tore: Erling Haaland (Manchester City) beim 7:0 gegen Leipzig am 14. März 2023.
quelle: imago/pro sports images / imago images
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Trump spricht auf Fox-News über Wahlumfragen und republikanische Kandidaten
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Norwegischer Nimmersatt
Biathlet Bjørndalen ist schon jetzt der erfolgreichste Wintersportler – in Sotschi will er das Dutzend voll machen
Keiner hat an Olympischen Winterspielen mehr Medaillen gewonnen als Ole Einar Bjørndalen. In Sotschi jagt und schiesst der Norweger seinem Edelmetall Nummer zwölf nach. Andere Zahlen seiner Karriere sind noch viel eindrücklicher.
Zur Story