Magnins Himmelfahrtskommando in der Heimat: «Es geht nicht darum, etwas aufzubauen»
Ludovic Magnins Rückkehr nach Lausanne ist kein 0815-Job. «Als meine Verpflichtung bekannt gegeben wurde, erhielt ich über 150 Nachrichten», verrät der 47-jährige Waadtländer, der auch schon beim FC Zürich und dem FC Basel an der Seitenlinie stand. «Das war mir noch nie passiert.» Speziell ist auch sein Auftrag: Der Klassenerhalt und nichts anderes.
«Es geht hier nicht darum, etwas aufzubauen», weiss Magnin. «Im Moment handelt es sich hier nicht um Fussball, sondern ums Überleben.» Nach dem Zusammenbruch am vergangenen Wochenende, als Lausanne gegen Thun in den letzten 20 Minuten eine 4:1-Führung aus den Händen gab und 4:5 verlor, war akuter Handlungsbedarf angesagt.
Die gute Erinnerung an Österreich
Nach zwölf Spielen und nur sechs Punkten belegt Lausanne in der Super League den letzten Platz. Sportdirektor Stéphane Henchoz dankt bei der Vorstellung des neuen Trainers am Donnerstag zwar zunächst dem entlassenen Trainer Luka Elsner für seine Arbeit. Gleichzeitig betont er aber die Notwendigkeit, gegen die negative Entwicklung des Vereins vorzugehen.
Deshalb spricht Magnin von einer «Kommandomission», um den Ernst der Lage zu unterstreichen. Er ist überzeugt, dafür der richtige Mann zu sein. Da er Lausanne bereits von 2022 bis 2025 trainiert hatte, kennt er die Abläufe im Verein bestens. Doch das ist nicht alles. «Ich bin mit solchen Herausforderungen bereits vertraut. Als ich beim österreichischen Bundesligaklub Altach anheuerte, musste ich eine ähnliche Aufgabe erfolgreich meistern», erinnert sich der ehemalige Schweizer Nationalspieler. Er hatte auch die Vorarlberger auf dem letzten Platz übernommen und führte sie zum Klassenerhalt.
Zuversichtlich und voller Energie
Seit er im Januar in Basel entlassen wurde, war Magnin ohne Anstellung. «Ich bin sehr zuversichtlich und voller Energie», kann er nun sagen. «Ich muss der Mannschaft wieder etwas Positives bringen.» Noch will er sich nicht zu seinem Kader oder der Strategie äussern. «Die Perspektive ändert sich, wenn man am Spielfeldrand steht oder von zu Hause aus zuschaut», betont Magnin, der das Debakel gegen Thun am Sonntag von seinem Chalet aus verfolgte. Immerhin so viel scheint ihm klar: «Ich bin überzeugt, dass wir einen Kader haben, der stark genug ist, um den Klassenerhalt zu schaffen.»
Vor der Länderspielpause trifft Lausanne am Samstag im Letzigrund-Stadion auf die Grasshoppers. Es ist gleich ein kapitales Spiel im Tabellenkeller. Sein Team hat in der Super League seit dem 1. August nicht mehr gewonnen. (abu/sda)
