Djokovic: «Es ist ein gutes Gefühl, mich durchzubeissen»
Angetrieben von zahlreichen Fans auf den Rängen übersteht Novak Djokovic die Starthürde an den Swiss Indoors. Der Serbe gewinnt gegen den Franzosen Ugo Humbert nach hartem Kampf 4:6, 6:3, 6:4.
Es gelingt ihm nicht mehr immer, am Ende als Sieger dazustehen. Doch der unbändige Wille des 39-Jährigen ist immer noch eine seiner grossen Stärken. So schnauft Djokovic nach seinem Auftaktsieg in Basel im Stadioninnern erst einmal kurz durch. «Es ist ein gutes Gefühl, mich gegen die jungen Spieler zurückzukämpfen, mich durchzubeissen und mir selbst und anderen zu beweisen, dass ich nach wie vor kämpferisch und körperlich mit deutlich jüngeren Spielern mithalten kann.»
Elf Jahre liegen zwischen Djokovic und Humbert. Bei ihrem zuvor einzigen Duell, 2019 in Wimbledon, war der Franzose gerade erst 21 Jahre alt geworden. Gegen Djokovic, der damals auf dem Weg zu seinem fünften Titel auf dem «heiligen Rasen» war, hatte er keine Chance.
Nun, sieben Jahre später, haben sich die Vorzeichen etwas geändert. Zwar liegt der Serbe in der Weltrangliste mit Platz 12 noch 26 Ränge vor Humbert, doch macht sich auch bei ihm der alternde Körper bemerkbar. Hin und wieder kann Djokovic die Zeichen der Zeit gut kaschieren. Anfang Monat gewann er beim 500er-Turnier in Peking seinen 102. Titel auf der Tour. Am US Open davor und in Schanghai danach setzte es hingegen Erstrundenniederlagen ab.
Djokovic freut sich über Unterstützung, Bertola scheitert
So waren die Fans in der ausverkauften St. Jakobshalle gespannt, welchen Djokovic sie an diesem Tag zu sehen bekommen würden. Zunächst deutete vieles auf den langsamer werdenden, mit sich hadernden Djokovic hin. Er verlor den ersten Satz und fand gegen Humbert nicht richtig ins Spiel. «Er spielte sowohl bei seinem eigenen Aufschlag als auch bei meinem extrem aggressiv und liess mir keine Zeit», sagte Djokovic und lobte den Matchplan seines Gegners.
Im zweiten und vor allem im umkämpften dritten Satz kam dann der nimmermüde, jeden Ball zurückbringende Djokovic zum Vorschein. Der 24-fache Grand-Slam-Sieger wehrte im Entscheidungssatz zunächst beide Breakchancen gegen sich ab und nutzte seinerseits die zweite Gelegenheit zum Servicedurchbruch. Als er zum Matchgewinn aufschlug, geriet er nicht mehr ins Zittern.
«Ich brauchte etwas Zeit, um mich an das Tempo zu gewöhnen und mich etwas wohler zu fühlen», sagte Djokovic. «Die grossartige Unterstützung des Publikums hat mich in den entscheidenden Momenten getragen und mir Kraft gegeben.» Nun blickt er dem Achtelfinal am Donnerstag gegen Jan-Lennard Struff entgegen. Gegen den nur drei Jahre jüngeren Deutschen hat Djokovic alle acht bisherigen Duelle gewonnen.
Ebenfalls am Donnerstag spielt Jérôme Kym gegen den topgesetzten Ben Shelton. Der 23-jährige Aargauer ist der letzte im Turnier verbliebene Schweizer. Nach Dominic Stricker, Mika Brunold und Stan Wawrinka erwischte es am Mittwoch auch Rémy Bertola. Der Tessiner verlor gegen den Kanadier Denis Shapovalov 4:6, 2:6.
Shapovalov cruises to a 6-4, 6-2 win over Bertola to progress to round 2 in Basel 💪 #SwissIndoorsBasel | @denis_shapo https://t.co/2aVUrwMnmZ
— ATP Tour (@atptour) October 28, 2026
Als klarer Aussenseiter hielt Bertola (ATP 236) gegen Shapovalov (ATP 52) zunächst gut mit und schaffte nach einem frühen Break den Ausgleich. Beim Stand von 4:5 verpasste er eine weitere Breakchance. Im zweiten Satz verlor der Qualifikant nach einer 2:1-Führung fünf Games in Folge. «Mir fehlt die Routine, um auf diesem Niveau mit dieser Intensität zu spielen», fasste Bertola zusammen. (leh/sda)
