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epa07695565 Marcos Baghdatis of Cyprus in action against Matteo Berrettini of Italy during their second round match at the Wimbledon Championships at the All England Lawn Tennis Club, in London, Britain, 04 July 2019. 34-year-old Baghdatis, who was the runner-up to Roger Federer at the Australian Open in 2006 and lost to Rafael Nadal in the semi final match in Wimbledon in 2006, retires after this tournament. EPA/NIC BOTHMA EDITORIAL USE ONLY/NO COMMERCIAL SALES

Das Traditionsturnier in Wimbledon wird dieses Jahr wohl kaum stattfinden. Bild: EPA

Auch Wimbledon steht wegen des Coronavirus kurz vor der Absage

Wimbledon dürfte der nächste Sport-Grossanlass sein, der dem Coronavirus zum Opfer fällt. Diese Woche wollen die Verantwortlichen entscheiden. Die Zeichen stehen auf Absage.



Seit 1877 fiel das älteste Tennisturnier der Welt nur zweimal aus - von 1915 bis 1918 sowie von 1940 bis 1945 wegen der beiden Weltkriege. Nun droht aber für dieses Jahr das Aus.

Zwar bleiben noch genau vier Monate, bis Titelverteidiger Novak Djokovic auf dem berühmten Centre Court das Turnier eröffnen soll. Doch bereits diese Woche soll nach einer Krisensitzung der Entscheid über die Durchführung fallen.

Optionen bleiben nicht viele, nachdem der organisierende All England Club letzte Woche in einer Medienmitteilung eine Austragung ohne Zuschauer ausgeschlossen hat. Am Datum festzuhalten dürfte angesichts des sich in England rasant ausbreitenden Virus kaum möglich sein.

epa08320230 People line up at the Coorparoo pre-polling booth for the Brisbane City Council elections in Brisbane, Australia, 25 March 2020. Queensland's local government elections are due to be held on 28 March 2020 despite the ongoing coronavirus pandemic.  EPA/DARREN ENGLAND AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Auch England leidet derzeit unter dem Coronavirus. Bild: EPA

Aktuell ist die Anlage geschlossen, spätestens Anfang Mai müssten aber die Vorbereitungen für den Grossanlass mit rund einer halben Million Besuchern in Angriff genommen werden.

Was bleibt, ist eine Verschiebung nach hinten - so wie das French Open, das vom 20. September bis 4. Oktober (statt des üblichen Termins Ende Mai/Anfang Juni) stattfinden soll. In Wimbledon gestaltet sich diese Option allerdings wesentlich komplizierter. «Eine Verschiebung ist nicht ohne beträchtliche Risiken und Schwierigkeiten», erklärte der All England Club letzte Woche.

Tage werden zu kurz

Dank der Verschiebung der Olympischen Spiele um ein Jahr ist zwar ein neues Zeitfenster aufgegangen, so dass Wimbledon allenfalls bis Anfang August hinausgeschoben werden kann.

Ob drei oder vier Wochen mehr Zeit tatsächlich einen Unterschied machen, muss aber bezweifelt werden. Im Moment geht kaum jemand davon aus, dass die britischen Behörden Ende Mai ihr Einverständnis zur Aufnahme von Arbeiten mit vielen Leuten auf der Anlage geben würden.

Weiter nach hinten kann das Turnier nicht geschoben werden. Wegen der Rasenplätze, die bei tieferen Temperaturen und Schatten sehr schnell rutschig werden. Und wegen der kürzeren Tage. Ausser den beiden grössten Plätzen mit schliessbaren Dächern verfügen die Courts in Wimbledon über kein Flutlicht.

An official feels the grass as Agnieszka Radwanska of Poland and Maria Kirilenko of Russia play a quarterfinals match at the All England Lawn Tennis Championships at Wimbledon, England, Tuesday, July 3, 2012. (AP Photo/Kirsty Wigglesworth)

Im Herbst auf Rasen zu spielen ist fast unmäglich. Bild: AP

So kommt der stets gut informierte öffentlich-rechtliche Sender BBC zur ernüchternden Schlussfolgerung: «Wenn der All England Club zusammenkommt, wird er fast sicher zum Schluss kommen, dass Wimbledon 2020 nicht machbar ist.»

Was bedeutet eine Absage für Federer?

Eine Absage wäre ein harter Schlag für die Tenniswelt, nicht nur für die Zuschauer, sondern vor allem für die Spielerinnen und Spieler der zweiten Garde. Wer den Top 100 angehört und damit für das Hauptfeld qualifiziert ist, hat gut 53'000 Franken (Preisgeld für Erstrunden-Verlierer) auf sicher.

Ohne dieses Geld, geht die Rechnung für viele nicht mehr auf - vor allem, da bereits jetzt feststeht, dass sie mindestens im März, April und Mai über kein Einkommen verfügen. Und findet Wimbledon nicht statt, steht auch die Austragung der Rasen-Vorbereitungsturniere im Juni in den Sternen.

Und dann sind da noch die Fragen um Roger Federer. Wäre der Rekordsieger (8 Titel) mit dannzumal fast 40 Jahren auch im nächsten Jahr noch dabei? Könnte die Absage der halben Saison sogar ein Grund sein, seine illustre Karriere zu verlängern? Oder war der Final vom letzten Jahr, als Federer gegen Novak Djokovic nach zwei Matchbällen bei eigenem Aufschlag noch verlor, sein letzter Auftritt an der legendären Church Road?

epa08323802 (FILE) Novak Djokovic of Serbia (L) with the championship trophy after defeating Roger Federer of Switzerland (R) in the men's final of the Wimbledon Championships at the All England Lawn Tennis Club, in London, Britain, 14 July 2019. The all England Club will hold an emergency meeting next week if Wimbledon can take place this year. As outgoing AELTC chief executive Richard Lewis is stating, the situation seems to be difficult:

Die dramatische Finalniederlage gegen Novak Djokovic wird vorerst Roger Federers letztes Spiel in Wimbledon bleiben. Bild: EPA

Es wäre ein schmerzhafter und irgendwie unbefriedigender Schlusspunkt, aber wohl dennoch ein besserer als ihn der siebenfache Champion Pete Sampras hatte. Der Amerikaner verlor 2002 bei seinem letzten Wimbledon in fünf Sätzen gegen einen gewissen George Bastl, die Nummer 145 der Welt. (dab/sda)

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Federers Siege, bei denen er Matchbälle abwehrte

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Federers Siege, bei denen er Matchbälle abwehrte
quelle: epa / dave hunt
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