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  In this May 31, 1997 file photo Philadelphia Flyers Eric Lindros roughs up Detroit Red Wings Vladimir Konstantinov during the final minutes of Detroit's 4-2 victory over the Flyers in Game 1 of the Stanley Cup Finals, in Philadelphia.  Lindros returns Thursday night, Nov. 20, 2014, to the Wells Fargo Center when he is inducted into the Flyers Hall of Fame.  (AP Photo/Ron Frehm, File)

Flyers-Captain Eric Lindros gibt Detroits Wladimir Konstantinow Saures. Bild: RON FREHM/AP/KEYSTONE

Unvergessen

Weil Eric Lindros nicht nach Quebec will, gewinnt Colorado den Stanley Cup

2. Oktober 1991: Der kommende NHL-Superstar Eric Lindros kündigt an, nie im Leben einen Vertrag bei den Quebec Nordiques zu signieren. Deshalb gibt das Team seinen Nummer-1-Pick ab – und macht damit ein Bombengeschäft.



Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre sind die Quebec Nordiques eines der schwächsten Teams der NHL. Im Draft 1991 dürfen sie deshalb als Erste ein Talent auswählen. Und obwohl Eric Lindros im Vorfeld klargemacht hat, keinesfalls bei den Nordiques zu unterschreiben, entscheiden sich diese für den 18-jährigen Kanadier. Zu gross ist der Reiz, denn der junge Lindros verzückt Fans und Experten mit einem Mix aus überragender Technik und starker Physis: Er ist 1,93 Meter gross und über 100 Kilogramm schwer.

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Eric Lindros (rechts) mit Bruder Brett, der es auf 51 NHL-Spiele für die New York Islanders brachte. bild: collected it

Lindros macht jedoch seine Ankündigung wahr: Er weigert sich, einen Vertrag zu unterschreiben. Nach einigem Hin und Her steht am 2. Oktober fest: Der Nummer-1-Pick wird in der Saison 1991/92 nicht für Quebec in der NHL spielen. Stattdessen spielt er noch eine Saison als Junior bei den Oshawa Generals, für die der bullige Stürmer in insgesamt 128 Spielen 290 Skorerpunkte (133 Tore, 157 Assists) sammelt.

Übrigens …

Im NHL-Draft 1991 wird auch ein Schweizer gezogen. An 108. Stelle entscheiden sich die Los Angeles Kings für den Tessiner Pauli Jaks. Der Goalie wird am 29. Januar 1995 zum ersten Schweizer überhaupt, der in der NHL spielt. Es bleibt jedoch bei diesem 40-minütigen Einsatz gegen die Chicago Blackhawks.

Monster-Trade zu «Philly»

Im Sommer 1992 sehen die Verantwortlichen der Nordiques ein, dass es keinen Wert hat, weiter um Lindros zu kämpfen. So kommt es zu einem Trade im ganz grossen Stil und mit erheblichen Nachwirkungen. Eric Lindros darf zu den Philadelphia Flyers gehen, welche Quebec dafür vier Spieler abgeben: Goalie Ron Hextall, die Verteidiger Steve Duchesne und Kerry Huffman sowie Stürmer Mike Ricci. Ausserdem erhalten die Nordiques zwei Erstrunden-Picks, 15 Millionen Dollar – und die NHL-Rechte an einem jungen Schweden namens Peter Forsberg.

Team Canada's Wayne Gretzky, left, is congratulated by teammate Eric Lindros, right after Canada defeated the U.S. Olympic hockey team 4-1 at the Big Hat arena in Nagano Monday, Feb. 16, 1998.  (KEYSTONE/AP Photo/Hans Deryk)

Gretzky und Lindros an den Olympischen Spielen 1998, wo Kanada mit Rang 4 enttäuscht. Bild: AP

Damit haben die Quebec Nordiques zwar ein Jahrhunderttalent abgegeben. Schliesslich wird Eric Lindros – als «The Next One» vermarktet – als Nachfolger von Wayne «The Great One» Gretzky aufgebaut. Aber die Nordiques haben sich dank dem Trade auch auf einen Schlag zu einem starken Team gemacht.

Die Nordiques ziehen um und überrollen als Lawine die Liga

Besonders der Forsberg-Transfer ist rückblickend als Glücksfall für die Franchise zu bezeichnen. In der Saison 1994/95 läuft der Schwede erstmals für Quebec auf. Wegen finanzieller Probleme ziehen die Nordiques danach um – und holen sich 1996 gleich in der ersten Saison in Denver als Colorado Avalanche den Stanley Cup.

Forsberg ist dabei der Schlüsselspieler. 2001 führt er Colorado zum zweiten Mal zu einem Stanley-Cup-Triumph, wobei Goalie David Aebischer als erster Schweizer diese Trophäe in die Höhe stemmen darf. Mit der schwedischen Nationalmannschaft wird Forsberg zudem auch Olympiasieger und Weltmeister, womit er dem exklusiven «Triple Gold Club» angehört.

Der legendäre «Triple Gold Club»

Schwere Verletzungen prägen Lindros' Karriere

Und Lindros? Die riesengrossen Erwartungen, die man ihm gesetzt hat, kann er nie erfüllen. Doch der Hüne kann zumindest in seinen Anfangsjahren in der NHL durchaus überzeugen. 1995 wird er zum MVP der Regular Season gekürt. Er wird seine Karriere mit dem Schnitt von 1,13 Punkten pro Spiel beenden.

Stanley-Cup-Sieger wird Eric Lindros nie. Er ist oft verletzt, fällt mehrmals wegen Gehirnerschütterungen aus. Die Saison 2000/01 lässt er wegen eines Vertragsstreits mit den Flyers sausen. Schliesslich folgen Wechsel zu den New York Rangers, den Toronto Maple Leafs und den Dallas Stars, wobei Lindros überall mit Verletzungen zu kämpfen hat und nie mehr sein früheres Level erreicht. 2007 entschliesst er sich, seine Karriere zu beenden: Nach 813 Einsätzen und 922 Skorerpunkten.

Players from the Philadelphia Flyers and the New Jersey Devils scuffle in the background as Philadelphia Flyers Eric Lindros (88) lies on the ice after getting hit in the first period of Game 7 of the Eastern Conference finals in Philadelphia, Friday, May 26,  2000. (KEYSTONE/AP Photo/George Widman)    === ELECTRONIC IMAGE ===

Mai 2000: Lindros liegt nach einem harten Hit am Boden. Schon wieder hat er eine Gehirnerschütterung erlitten. Bild: AP

2016 wird Eric Lindros in die Hockey Hall of Fame aufgenommen. «The Next One» wurde er nicht. Aber dafür war er mit seinem sturen Kopf mitentscheidend dafür, dass die Colorado Avalanche den Stanley Cup gewannen.

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Lindros' Karriere im Video. Video: YouTube/RustyGUNN80

Unvergessen

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tikkanen 02.10.2020 08:25
    Highlight Highlight ...bin fast mit dir einig Meile, allerdings hat vielmehr die Dummheit der Canadiens Colorado ganz nach oben gebracht. Der unsinnige Tausch von Gott Roy und dem Messier des armen Mannes, Mike Keane, gegen die Nulpen Thibault und Kowalenko hatte mehr Impact als der Lindros Deal. Wie auch immer, der Lindros ist und bleibt einer der grössten Spieler aller Zeiten. Big E hat die Liga gerockt wie keiner vor oder nach ihm. Wehmütig denkt üsereim angesichts des heutigen Kuschelzoo's an die Zeiten der Legion of Doom (Lindros, LeClair und Renberg) zurück, das war noch anständiges Hockey!

    Item, Hopp Bärn
  • Rolf stühlinger (1) 02.10.2019 06:43
    Highlight Highlight Ach ihr hockeyexperten. Lernt noch ein bisschen. Ein weiteren mosaik stein zum stanley cup sieg habt ihr vergessen und zwar komplett.
    Dank dem bullshit den montreals trainer mit stargoalie patrick roy abzog und roys verletztem ego wurde dieser nach colorado transferiert, wo er in den playoffs allen zeigte wieso er der der könig genannt wurde. Ohne roy einer der besten aller zeiten, währe collorado niemals stanley cup siwger geworden.
    • Error 404 02.10.2019 07:49
      Highlight Highlight Ach bitte! Als ob es nur einen guten Torwart braucht. Hat er auch gleich alle Tore für Colorado selber geschossen? Eishockey ist ein Teamsport.
    • ands 02.10.2019 09:14
      Highlight Highlight Weshalb "vergessen"? Der Transfer von Roy hat nichts mit Lindros zu tun und muss daher in einem Artikel über Lindros auch nicht erwähnt werden.
    • BöserOnkel 02.10.2019 09:19
      Highlight Highlight Trotzdem war der Trade der Anfang für eine erfolgreiche Zeit der Franchise. Im übrigen war der der Spitzname von Roy nicht König sondern Saint Patrick, Heiliger Patrick...

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