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Nino Schurter lässt Mathias Flückiger im Endspurt nach einem umstrittenen Manöver stehen.
Nino Schurter lässt Mathias Flückiger im Endspurt nach einem umstrittenen Manöver stehen.
Bild: keystone

Mountainbike-Zoff: Flückiger kritisiert Schurter für Gold-Manöver – und krebst zurück

30.08.2021, 08:3130.08.2021, 13:56

Eigentlich hätte es ja genügend zu feiern gegeben nach dem Cross-Country-Rennen an der Mountainbike-WM im italienischen Val di Sole. Die Schweizer Männer feierten dank Nino Schurter und Mathias Flückiger nämlich gleich einen Doppelsieg.

Doch Flückiger, der sich wie schon bei Olympia mit Rang 2 begnügen muss, ist nicht zum Feiern zumute. Der 32-jährige Berner führte bis kurz vor Schluss und wäre mit seinem ersten WM-Titel nur zu gerne endgültig aus dem Schatten seines erfolgreichen Teamkollegen getreten, doch Schurter schob sich mit einem umstrittenen Manöver in der zweitletzten Kurvenkombination noch an Flückiger vorbei und sicherte sich so seinen neunten WM-Titel. Der Geschlagene steht zwar zum dritten Mal hintereinander auf dem WM-Podest, doch mit dem langersehnten Grosserfolg hat es wieder nicht geklappt.

Im SRF-Interview nach dem Rennen gibt sich Flückiger zwar enttäuscht, aber gefasst: «Nino hat das taktisch gut gemacht, aber natürlich hätte ich gerne gewonnen. Er hat seine Chance in einer für mich unerwarteten Situation genutzt. Irgendwann wird meine Chance auch noch kommen.»

Etwas später konnte Flückiger seinen Frust aber nicht mehr verbergen. Auf Instagram kritisierte er Schurter für dessen Manöver ziemlich scharf: «Ich fühlte mich gut, war physisch der stärkste und leistete am meisten Führungsarbeit», schrieb der Berner. «In der zweitletzten Kurve kam es zum Sprint und zu Ninos Manöver. Meiner Ansicht nach war das extrem riskant und ich denke, dass es nicht korrekt ist, das in dieser Art gegen den eigenen Teamkollegen zu machen.»

Weltmeister Schurter, der im Olympiarennen von Tokio leer ausging, wollte sich zum Angriff seines Landsmanns nicht äussern. Sein Manager Giusep Fry erklärte gegenüber «Blick» kurz und prägnant: «Mountainbiken ist ein Einzelsport, das taktische Verhalten von Nino absolut korrekt.» Ausserdem seien die beiden auch keine Teamkollegen, zumindest nicht im Weltcup.

Dass Flückiger mit seiner Kritik etwas übers Ziel hinausgeschossen hatte, merkte er selbst, nachdem er eine Nacht darüber geschlafen hatte. Mit einer Video-Botschaft entschuldigte er sich auf Instagram für seine harschen Worte: «Ich war gestern nach dem Rennen sehr enttäuscht und da waren viele Emotionen, mit denen ich nicht umgehen konnte. Die Gedanken, die ich gestern hatte, würde ich so heute morgen nicht mehr teilen.»

Zum Schurter-Manöver meinte Flückiger: «Ich war wirklich überrascht, dass er in meine Linie geschnitten ist. Aber er hat mich nicht rausgedrückt. Von aussen betrachtet war es ein cleverer Schachzug.» Er sei zunächst wütend auf sich selbst gewesen, dann aber auch wütend auf Schurter. «Vielleicht war sein Manöver ein bisschen hart, aber es war Racing. Ob ich es auch machen würde? Vielleicht nicht gestern, mir fehlte wohl etwas der Killerinstinkt. Es war nicht unfair. Ich entschuldige mich für meine Reaktion von gestern. Gratuliere Nino, das war wirklich ein cleverer Schachzug. Ich habe definitiv daraus gelernt.» (pre)

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