Zurück in den Europacup? Nicht mit Hächler: Der Zuger will im Weltcup bleiben
«Diesen Sommer war mein grösstes Ziel, verletzungsfrei zu bleiben», sagt Lenz Hächler. Das ist dem 23-Jährigen aus Oberwil bei Zug gelungen. Er bereitet sich derzeit auf der Diavolezza im Engadin auf den Weltcupauftakt am Sonntag in Sölden vor. Der Gesamtsieg im Europacup, der zweithöchsten Rennserie im alpinen Skisport, verschafft ihm Startrechte in Abfahrt, Slalom, Riesenslalom und Super-G.
In der Vorbereitung auf den vergangenen Winter hatte der Fahrer des Skiclubs Oberwil-Zug verletzungsbedingt praktisch die gesamte Saisonvorbereitung verpasst. Als er wieder auf die Ski zurückkehrte, plagten ihn zusätzlich Rückenschmerzen. Die Saison verlief entsprechend schwierig, besonders im Weltcup.
Im Europacup fand er zurück in die Spur und sammelte im Speed und im Riesenslalom wichtige Punkte. Dass ihm der Turnaround gelang, darüber sei er «mega froh» gewesen. Schliesslich resultierte der Gesamtsieg im Europacup und der Gewinn der Disziplinenwertung im Super-G.
Zum Abschalten surft er
Um in diesem Jahr unversehrt zu bleiben, ging er nicht nur im Training, sondern auch auf dem Bike bewusst weniger Risiko ein. Das zahlte sich aus: Er blieb gesund und konnte das Trainingslager in Südamerika absolvieren. Im Sommer standen neben dem Skitraining auch Krafttraining, Leistungstests und Ausfahrten mit dem Rennvelo auf dem Programm. Zum Abschalten zog es ihn zum Surfen und Wandern nach Spanien.
Mit mehr Training in den Beinen will er nun mit Selbstvertrauen und Ruhe in die Saison starten. Die Erwartungen von aussen hätten sich ebenfalls verändert. «Sie sind vielleicht nicht mehr ganz so hoch wie letztes Jahr», sagt er mit Blick auf den schwierigen Weltcupstart.
Die zusätzlichen Startmöglichkeiten will Hächler nutzen. In dieser Saison möchte er nicht nur im Riesenslalom, sondern auch in den Speeddisziplinen antreten. «Das gibt sicher eine gewisse Ruhe», meint Hächler dazu. Auf neuen Strecken will er sich zunächst im Training herantasten und Vertrauen aufbauen. Nicht immer finde man beim ersten Versuch das Rezept für eine Piste, vieles komme mit der Erfahrung. Das sei auch eine Frage der Sicherheit.
Sein wichtigstes Ziel? «Es wäre sehr cool, wenn ich eine erste, ganze Saison fahren kann und nicht noch zurück in den Europacup muss, um Rennen zu fahren», sagt Hächler. Die Doppelbelastung aus beiden Serien möchte er vermeiden. Erfolgreich wäre die Saison für ihn, wenn er seine beste Leistung abrufen und Weltcuppunkte sammeln könnte. Auch die Qualifikation für den Weltcupfinal gehört zu seinen Zielen. Dafür qualifizieren sich die ersten 25 der jeweiligen Disziplinenwertung. Im Riesenslalom will er zudem die zuletzt gezeigte Konstanz bestätigen.
Standortbestimmung in Sölden
Am vergangenen Wochenende trainierte der Oberwiler nochmals auf dem Rennhang in Sölden. Anschliessend ging es kurz nach Hause, danach für den Feinschliff auf die Diavolezza, und schliesslich fährt er zum Weltcupauftakt nach Sölden.
Dass nicht alles von Anfang an problemlos laufen wird, ist Lenz Hächler bewusst: «Es ist nicht so, dass ich jetzt einfach in Topform bin und erwarte, dass alles reibungslos verläuft.» So ist das erste Saisonrennen vom Sonntag auch eine Standortbestimmung für ihn. (schweizheute.ch)
