Johan Manzambi und die Kunst des richtigen Wechsels
England ist nicht als Land der Mango bekannt. Doch vor allem in Birmingham können sie von der süssen Frucht nicht genug kriegen: Johan Manzambi feiert seine Tore, indem er eine imaginäre Mango in den Händen hält.
Ein Gag unter Freunden stand am Ursprung des seltsamen, aber gerade auch deshalb einprägsamen Jubels. Er ist bereits das Markenzeichen des 21-jährigen Genfers. Zuletzt zeigte Manzambi es am Wochenende, nachdem er das Siegtor beim 1:0-Erfolg von Aston Villa in Newcastle erzielt hatte.
Manzambi at St. James' Park for the Villa 😏 https://t.co/4PR6McfDs4
— Aston Villa (@AstonVilla) October 17, 2026
Es war das Duell mit jenem Klub, der lange in der Pole Position schien, als es um einen Transfer im Sommer ging. Doch am Ende machte Aston Villa das Rennen und Manzambi wurde durch die Ablöse von bis zu 70 Millionen Euro an den SC Freiburg zum Schweizer Rekordtransfer. Die Marke wird er selber vielleicht dereinst weiter in die Höhe schrauben, denn Johan Manzambi gilt derzeit als eines der grössten Juwele weltweit.
Auf Anhieb ein Schlüsselspieler
Bloss zwei Monate nach Saisonbeginn darf man bereits festhalten: Die Entscheidung für Aston Villa war klug. Manzambi wechselte zwar in die beste Liga der Welt, aber nicht direkt zu einem der Grossklubs. Mit Aston Villa wurde es dennoch ein Topteam, das in der Champions League spielt und mit Unai Emery einen der erfolgreichsten Trainer der letzten 15 Jahre hat. Villa ist ein Klub im Umbruch, was Manzambi gute Chancen bot, rasch eine wichtige Rolle zu übernehmen.
Mittlerweile ist Johan Manzambi auch fit. Schmerzhaft denken Schweizer Fans an die WM zurück und ertappen sich immer noch manchmal bei der Frage, was im Viertelfinal gegen Argentinien möglich gewesen wäre, hätte Shootingstar Manzambi nicht verletzt zuschauen müssen. Er verpasste bei Aston Villa die Saisonvorbereitung, was eine schwierige Startphase hätte bedeuten können. Doch Manzambi knüpfte dort an, wo er an der WM aufgehört hatte. In den letzten vier Einsätzen für die Villans brillierte er mit drei Toren und zwei Assists.
Schon früh widmeten ihm die Fans einen eigenen Song, sie sind ebenso wie die Experten voll des Lobes für den Offensivspieler. Manzambi füllt die Lücke, die Morgan Rogers (für 138 Mio. Euro zu Chelsea) hinterlassen hat, eindrücklich.
Schritt um Schritt nach ganz oben
Nach dem Sieg in Newcastle hob Trainer Emery Manzambis Mentalität hervor. «Er passt sich mehr oder weniger schnell an und tut Dinge, die sehr positiv für das Team und unsere Idee sind», sagte der Spanier. Einmal mehr geriet er ins Schwärmen, als er über den vielseitig einsetzbaren Manzambi sprach: «Er hat sowohl technisches Können als auch Spielintelligenz, und seine Physis ist ebenfalls sehr wichtig, um uns in der Defensive zu helfen und offensiv die Zweikämpfe zu gewinnen.»
So erobert Johan Manzambi mit jedem Spiel weiter die Fussballwelt. Einen Schritt nach dem anderen soll es nach ganz oben gehen. Die Wahl von Freiburg als Ausbildungsklub erwies sich als goldrichtig, jene von Aston Villa als Sprungbrett in die Eliteklasse ebenso. Der nächste Schritt könnte – wenn es ihm gelingt, sein Niveau langfristig zu halten – jener zu einem Klub der Crème de la Crème sein. Mit Real Madrid wurde Manzambi bereits in Verbindung gebracht, zuletzt wurde über Interesse des FC Liverpool berichtet.
Vorher steht die Champions League auf dem Programm. Zwar verliess Manzambi das Spiel in Newcastle angeschlagen. Er sollte aber am Mittwoch wieder bereit sein, wenn Aston Villa den Aussenseiter Viking Stavanger empfängt.
