Verlässt Christoph Spycher YB? Ein Bundesligist will ihn unbedingt
Er galt als Architekt hinter dem Erfolg von Eintracht Frankfurt in den letzten Jahren: Sportvorstand Markus Krösche. Mit den Verpflichtungen von Spielern wie Randal Kolo Muani, Hugo Ekitiké, Omar Marmoush oder Willian Pacho bescherte der 46-Jährige seinem Klub auch riesige Gewinne auf dem Transfermarkt. Am Sonntagabend wurde Krösche auf eigenen Wunsch aber freigestellt. Es wird über einen Wechsel zur AC Milan berichtet, der bereits seit Längerem im Raum steht.
Nun ist die Eintracht auf der Suche nach einem Nachfolger für den zuletzt nicht mehr vor Kritik gefeiten Krösche. Und wie Sky-Insider Florian Plettenberg berichtet, soll ein Schweizer der Favorit auf den Posten als Sportvorstand sein: Christoph Spycher.
Schon der Hessische Rundfunk hatte den 48-Jährigen als Kandidaten ins Spiel gebracht und von einem sehr guten Verhältnis Spychers zu Eintracht-Chef Axel Hellmann geschrieben. Der frühere Nati-Verteidiger spielte zwischen 2005 und 2010 in Frankfurt – Hellmann war bei dem Bundesligisten damals als Geschäftsführer tätig. Auch den neuen alten Eintracht-Trainer Adi Hütter kennt Spycher aus gemeinsamen Zeiten in Bern.
Nach seiner Profikarriere begann «Wuschu» bei YB 2016 als Sportdirektor und prägte damit die erfolgreiche Zeit mit sechs Meistertiteln ab der Saison 2017/18 entscheidend mit. 2022 stieg Spycher dann zum Sportvorstand auf. Nun könnte er in der selben Funktion zu Frankfurt wechseln. Gespräche hätten bereits stattgefunden und Hellmann wolle bald einen Krösche-Nachfolger präsentieren. Spycher verfüge nicht über eine Ausstiegsklausel, doch solle er einem Wechsel gegenüber nicht abgeneigt sein. Im Falle eines Wechsels müsste er die Minderheitsanteile an YB wieder abgeben.
Bei der Eintracht würde Spycher einerseits in grosse Fussstapfen treten, andererseits eine reizvolle, aber auch schwierige Herausforderung annehmen. Frankfurt blieb schon in der letzten Saison hinter den Erwartungen zurück, verpasste den Europacup erstmals seit der Saison 2020/21. Auch in dieser Saison enttäuscht der Klub unter Rückkehrer Hütter bisher. Nach sechs Spieltagen stehen die Frankfurter auf dem elften Platz.
Nach den grossen Erfolgen der letzten Jahre mit Titeln im DFB-Pokal (17/18) und der Europa League (21/22) sowie mehreren Champions-League-Teilnahmen ist die Erwartungshaltung bei der Eintracht und ihren eindrücklichen Fans gestiegen. Als Nachfolger von Architekt Krösche müsste Spycher dazu beitragen, diese zu erfüllen.
Dass er bei Transfers ein gutes Händchen hat, bewies Spycher auf tieferem Niveau aber bereits bei YB. So holte er mit beispielsweise Djibril Sow oder Kevin Mbabu Spieler, die der Klub später teilweise deutlich teurer verkaufen konnte. Auch Christian Fassnacht oder Jean-Pierre Nsamé – ebenfalls Leistungsträger bei den Meisterteams – kamen in Spychers Zeit als Sportdirektor nach Bern.
Dies blieb auch den Verantwortlichen in der Bundesliga nicht verborgen. Somit könnte Spycher YB nach insgesamt 16 Jahren als Spieler und Verantwortlicher verlassen. Noch gibt es aber keine Einigung. (nih)
