freundlich-1°
DE | FR
Sport
WM 2014

Diese höchst umstrittene Rote Karte hat Italien das Genick gebrochen

Bild
Bild: TORU HANAI/REUTERS
Marchisios verhängnisvolles Foul

Diese höchst umstrittene Rote Karte hat Italien das Genick gebrochen

Italien hat gegen Uruguay alles im Griff. Das nötige Unentschieden für die Achtelfinal-Qualifikation liegt in Reichweite. Doch dann stellt Schiedsrichter Marco Rodriguez Claudio Marchisio vom Platz.
24.06.2014, 20:1225.06.2014, 09:17
Philipp Reich
Folge mir
Mehr «Sport»

Die spielentscheidende Szene im Duell zwischen den beiden Ex-Weltmeistern Italien und Uruguay ereignet sich in der 59. Minute. Claudio Marchisio steigt im Mittelfeld mit gestrecktem Bein in den Zweikampf gegen den Uru Egidio Arevalo.

Schiedsrichter Marco Rodriguez zögert keine Sekunde und zeigt dem Italiener die Rote Karte. Es ist bereits die fünfte Rote Karte, die der Mexikaner in seinem sechsten WM-Spiel verteilt.

Ein ganz harter Entscheid. Trotz gestrecktem Bein, hart war das Einsteigen von Marchisio nicht. Dementsprechend fallen die Reaktionen der «Azzurri» aus. Captain Gianluigi Buffon eilt aus seinem Tor, um dem Unparteiischen seine Meinung zu geigen. Doch es nützt alles nichts.

Animiertes GIFGIF abspielen
Das Foul von Marchisio an Arevalo.Gif: SRF

Die Italiener, die für das Erreichen des Achtelfinals ein Unentschieden brauchen, müssen die letzte halbe Stunde zu zehnt zu Ende spielen. Hatte das Team von Cesare Prandelli – ohne offensiv Akzente zu setzen – zuvor alles im Griff, beginnt nun das grosse Zittern.

Mehr zum Italien-Drama

Uruguay verstärkt die Offensive und kommt nun endlich zu Torchancen. In der 64. Minute rettet Buffon noch mit einer Glanzparade gegen Luis Suarez, der später mit einem Biss gegen Italien-Verteidiger Giorgio Chiellini für einen handfesten Skandal sorgen wird.  

Animiertes GIFGIF abspielen
Buffon rettet Italien zunächst das Unentschieden.Gif: SRF

Zwei Minuten nach Suarez' neuerlicher Beissattacke fällt das 1:0 für die Urus. Nach einem Eckball in der 81. Minute steigt Diego Godin am höchsten und drückt den Ball mit dem Rücken unhaltbar für Buffon über die Linie. Italien versucht in Unterzahl noch zu reagieren, doch die Südamerikaner retten den knappen Sieg über die Runden.

Animiertes GIFGIF abspielen
Das entscheidende Tor von Godin.Gif: SRF

Prandelli: «Es ist absurd»

Italien hat den Schuldigen für die Niederlage natürlich schnell gefunden: Schiedsrichter Marco Rodriguez! «So sollte ein Spiel nicht entschieden werden. Es ist absurd, wenn man so eine Partie zu zehnt beenden muss», beklagt sich Italien-Trainer Prandelli nach der Partie. «Der Schiedsrichter hat die Partie entschieden. Der Platzverweis gegen Marchisio war keiner, dafür hätte Suarez rot sehen müssen.»

Torhüter Buffon, der seine fünfte und wahrscheinlich letzte WM bestritten hat, besass immerhin die Grösse zu sagen: «Man kann die Schuld nicht immer anderen geben. Auch wir haben Fehler gemacht.» 

Die Experten sind sich nicht einig, ob der Platzverweis gegen Marchisio nun gerechtfertigt war oder nicht. Während der frühere Schweizer WM-Schiedsrichter Urs Meier beim ZDF auf Gelb plädiert, verteidigt der Schweizer Schiri-Chef Carlo Bertolini beim SRF den Unparteiischen. Er ist sich zu 120 Prozent sicher, dass der Entscheid richtig war.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
8 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8
Vier Jahre vor dem grossen Desaster wird der EHC Arosa ein letztes Mal Meister
23. Februar 1982: Der Titel 1980 kam überraschend, der 2. Rang 1981 war dann die Bestätigung und mit der neunten Schweizer Meisterschaft meldet sich Arosa definitiv im Konzert der ganz Grossen zurück. Der Klub wird als gesundes, erfolgreiches Unternehmen gelobt – doch vier Jahre später folgt der überraschende Abschied aus dem Profisport.

Die Poltera-Brüder hatten den EHC Arosa in den 1950er Jahren berühmt gemacht. Von 1951 bis 1957 spielten Ueli und Gebi Poltera, Hansmartin Trepp und ihre Teamkollegen die Gegner schwindlig. In der Nationalmannschaft war der «Aroser Sturm» legendär. Die Schweiz holte 1948 Olympia- und 1950 und 1951 WM-Bronze. Im Klub konnte sie niemand stoppen. Sieben Meistertitel in Serie, die Dominanz war erdrückend. Die Sturmlinie eine der besten Europas.

Zur Story