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Switzerland's German coach Ottmar Hitzfeld reacts during the first half of extra-time in the Round of 16 football match between Argentina and Switzerland at the Corinthians Arena in Sao Paulo during the 2014 FIFA World Cup on July 1, 2014.  AFP PHOTO / ANNE-CHRISTINE POUJOULAT

Bild: AFP

Hitzfelds letzte Worte als Natitrainer

«Unsere Fans können stolz sein, wir gehen erhobenen Hauptes nach Hause»

Niedergeschlagene Spieler und ein bewegter Ottmar Hitzfeld versuchen nach der heldenhaften Niederlage gegen Argentinien den Schmerz in Worte zu fassen.



Als erster Schweiz tritt Stephan Lichsteiner vor die Kamera. Der Rechtsverteidiger ist wenige Minuten nach der herben Enttäuschung erstaunlich gefasst als er zu seiner Gefühlswelt nach dem späten Knock-Out-Tor durch Angel di Maria befragt wird:

«Das ist natürlich bitter. Aber ein grosses Kompliment an die Mannschaft. Wir haben ein hervorragendes Spiel gemacht. Ein Fehler zu viel, dann haben sie zugeschlagen.»

Stephan Lichsteiner

Am Ursprung der Niederlage 

Auf die entscheidende Szene angesprochen – als er in der 118. Minute den Ball an der Mittellinie verliert und die Argentinier den Konter erfolgreich abschliesssen – meint Lichtsteiner zerknirscht: «Gerade mein Ballverlust an der Mittellinie, darf so spät im Spiel einfach nicht vorkommen.»

Switzerland's Stephan Lichtsteiner (L) and Valon Behrami (R) react after Argentina's Angel Di Maria scored a goal during extra time in their 2014 World Cup round of 16 game at the Corinthians arena in Sao Paulo July 1, 2014. REUTERS/Paul Hanna (BRAZIL  - Tags: SOCCER SPORT WORLD CUP TPX IMAGES OF THE DAY)

Bild: PAUL HANNA/REUTERS

Trotzdem kann der Innerschweizer der heldenhaften Leistung auch positive Seiten abgewinnen:

«Wir sind sehr enttäuscht aber unheimlich stolz. Wir gehen nach Hause, wir sind kaputt. Wir haben noch einen Pfostenschuss, einen Freistoss, wir haben mitgespielt mit einer der besten Mannschaften der Welt.»

Stephan Lichsteiner

Auch Xhaka und Rodriguez trauern der 118. Minute nach

Mittfeldspieler Granit Xhaka, ist am Boden zerstört: «Diese zwei Minuten haben gepasst. Wir hatten Argentinien 118 Minuten lang ganz gut im Griff, liessen kaum Torchancen zu. Wenn man dann kurz vor Schluss das 0:1 kassiert und noch einen Pfostenschuss zu beklagen hat, ist das doppelt bitter und enttäuschend.»

Argentina's Lionel Messi (C) is surrounded by Switzerland's Granit Xhaka (L), Fabian Schaer (2nd L), Stephan Lichtsteiner and Ricardo Rodriguez (R) during their 2014 World Cup round of 16 game at the Corinthians arena in Sao Paulo July 1, 2014. REUTERS/Paulo Whitaker (BRAZIL  - Tags: SOCCER SPORT WORLD CUP TPX IMAGES OF THE DAY)

Bild: PAULO WHITAKER/REUTERS

Auch Teamkollege Ricardo Rodriguez, der im Spiel doch so überzeugt, meint: «Wenn man in den zwei Minuten noch ein Tor bekommt, ist man einfach enttäuscht. Wir hätten das Weiterkommen genauso verdient gehabt. So ist Fussball, das Leben geht weiter, wir müssen wieder aufstehen.»

Grosse Zukunft steht bevor

Gelson Fernandes, der mit leicht geröteten Augen zum TV-Interview erscheint, fällt es schwer das Schweizer Ausscheiden zu beschreiben: «Ich bin sehr enttäuscht für die ganze Mannschaft, für das ganze Land, wir haben versucht, Fussball zu spielen, eine gute Leistung zeigen. Schade, dass wir das Spiel verloren haben.»

Switzerland's midfielder Gelson Fernandes reacts after losing their Round of 16 football match between Argentina and Switzerland at the Corinthians Arena in Sao Paulo during the 2014 FIFA World Cup on July 1, 2014.  AFP PHOTO / ANNE-CHRISTINE POUJOULAT

Bild: AFP

Doch der Mittelfeldpuncher sieht eine rosige Zukunft auf die SFV-Auswahl zukommen: «Die Mannschaft ist so jung, es gibt ein Riesenpotential, es gibt eine grosse Zukunft für das Team. Die Jungs müssen diese Erfahrung nehmen, um mit mehr Kraft zurückzukommen bei der EM oder der nächsten WM.»

Bis zum Schluss an die Überraschung geglaubt

Dann kommt Ottmar Hitzfeld dran, mit Tränen in den Augen und bewegter Stimme bedankt sich der Lörracher nach seinem letzten Auftritt als Coach bei seinem Team:

Switzerland's coach Ottmar Hitzfeld arrives for the World Cup round of 16 soccer match between Argentina and Switzerland at the Itaquerao Stadium in Sao Paulo, Brazil, Tuesday, July 1, 2014. (AP Photo/Frank Augstein)

Bild: Frank Augstein/AP/KEYSTONE

«Es war unglaublich spannend. Die Mannschaft hat eine grossartige Leistung gebracht. Ich muss ihnen gratulieren, dass sie mit einer leidenschaftlichen Leistung ins Spiel gefunden hat.» 

Weiter meint Hitzfeld: «Die zweite Halbzeit war natürlich unglaublich schwierig, weil Argentinien viel Druck entwickelt hat und uns viel Kraft gekostet hat. Am Schluss waren wir in der Verlängerung überzeugt, dass es für uns laufen kann.»

««Es war unglaublich spannend. Die Mannschaft hat eine grossartige Leistung gebracht.» 

Ottmar Hitzfeld

Bis zum Schluss hat der 65-Jährige an eine Überraschung geglaubt: «Ich hoffte, dass wir vielleicht noch den Lucky-Punch machen können oder einen guten Konter fahren, aber die Kräfte haben nachgelassen, gerade bei den Offensivspielern, die weite Wege gegangen sind.»

«Sehr viel Pech dabei»

Switzerland's midfielder Blerim Dzemaili reacts after Switzerland missed a shot on goal during the final minutes of the second half of extra-time in the Round of 16 football match between Argentina and Switzerland at the Corinthians Arena in Sao Paulo during the 2014 FIFA World Cup on July 1, 2014.  AFP PHOTO / CHRISTOPHE SIMON

Dzemaili mit der Riesen-Chance zum Ausgleich. Bild: AFP

Auf das Gegentor angesprochen, schlussfolgert der scheidende SFV-Trainer: «Mit dem 1:0 in der 118. Minute war es natürlich bitter, aber wir haben eine tolle Reaktion gezeigt. Diego Benaglio macht noch einen Fallrückzieher, der zwar misslungen ist, aber er hat alles gegeben. Dann noch der Kopfball von Blerim Dzemaili an den Pfosten, da war sehr viel Pech dabei.» 

«Ich bin stolz auf meine Mannschaft, wir haben alles gegeben was uns zur Verfügung stand, von daher war es eine leidenschaftliche Leistung», hält Hitzfeld nach seinem letzten Spiel seiner Karriere fest.

«Argentinien die bessere Mannschaft»

Der so erfolgreiche Coach gönnt den Gauchos den Sieg: «Wer so gewinnt, hat auch Glück. Aber Argentinien war über das ganze Spiel die bessere Mannschaft. Sie hatten mehr Chancen. Unsere Fans können stolz sein, wir gehen erhobenen Hauptes nach Hause.» 

Switzerland's defender Stephan Lichtsteiner (bottom L) and Switzerland's defender Johan Djourou (C) react after Switzerland's midfielder Blerim Dzemaili (not seen) missed an attempt at goal in the second half of extra time during a Round of 16 football match between Argentina and Switzerland at Corinthians Arena in Sao Paulo during the 2014 FIFA World Cup on July 1, 2014. AFP PHOTO / GABRIEL BOUYS

Bild: AFP

«Nun ist es halt soweit», meint Hitzfeld auf seinen Rücktritt angesprochen und bedauert, nicht ins Elfmeterschiessen gekommen zu sein. 

«Ich wünsche meinem Team, dass es an der nächsten EM und WM noch besser geht.»

Ottmar Hitzfeld

«Im Penaltyschiessen hätten wir eine riesige Chance gehabt, denn dann hätte Argentinien sehr viel zu verlieren gehabt. Ich wünsche meinem Team, dass es an der nächsten EM und WM noch besser geht.» 

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