Unvergessen
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Montenegro forward Mirko Vucinic, right, celebrates the first goal in front of Swiss midfielder Goekhan Inler, left, during the Euro 2012 group G qualification soccer match between Switzerland and Montenegro at the City Stadium, in Podgorica, Montenegro, Friday, October 8, 2010. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Mirko Vucinic jubelt, Gökhan Inler schleicht sich davon. Bild: KEYSTONE

Legendärer Torjubel

Unvergessen

08.10.2010: Vucinic lässt der Schweiz die Hosen hinunter und trägt sie als Kopfschmuck

8. Oktober 2010: Dass die Schweiz in Montenegro mit 0:1 verliert, gerät beinahe zur Nebensache. Für Aufsehen sorgt vielmehr der unkonventionelle Jubel des einzigen Torschützen Mirko Vucinic.



Nach dem enttäuschenden Ausscheiden in der Gruppenphase an der WM 2010 will es die Schweizer Nati am nächsten Turnier besser machen. Doch die EM 2012 verpasst sie – weil der Start völlig in die Hosen geht.

Zuerst ein 1:3 in Basel gegen England, dann eine unerwartete 0:1-Niederlage auswärts gegen Montenegro. In Podgorica fehlt es der Schweiz an Durchschlagskraft, sie hat keine Ideen, wie sie den Gegner überwinden kann. So fällt das einzige Tor auf der anderen Seite. In der 67. Minute vernascht Montenegros Star Mirko Vucinic die Schweizer Abwehr, schiesst den goldenen Treffer und feiert danach nur noch in der Unterhose und mit der Hose auf dem Kopf.

Vucinic zieht der Schweiz die Hosen aus – selten hat ein Bild so sehr Symbolcharakter wie in diesem Fall. Der Torschütze sieht wegen dieser Unsportlichkeit Gelb, doch das ist ihm egal.

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Video: Youtube/daniel m

Der Anfang von Alex Freis Ende in der Nati

Die beiden Startniederlagen haben zur Folge, dass der umstrittene Captain Alex Frei noch im Herbst seinen Abgang aus der Nationalmannschaft ankündigt – per Ende der EM-Qualifikation. Letztlich erfolgt der Rücktritt dann doch früher, im April 2011 erklären Frei und Marco Streller gemeinsam, nicht mehr für die Schweiz zu spielen.

Ottmar Hitzfeld ist damit gezwungen, junge Spieler nachzuziehen. Die Qualifikation für die EM 2012 misslingt zwar, doch jene für die WM 2014 in Brasilien schafft die Nati sicher.

Vucinic, damals der Star der AS Roma, wechselt in der Saison nach dem Unterhosen-Jubel zu Juventus Turin. Auch dort behält er seine Spielkleidung nicht immer an, kopiert seinen Jubel und sieht wiederum Gelb. Heute lässt er seine Karriere in Abu Dhabi ausklingen. Noch ist kein Unterhosen-Jubel aus den Vereinigten Arabischen Emiraten überliefert …

Montenegro forward Radomir Djalovic, left, and Montenegro forward Mirko Vucinic, right, celebrate the first goal in front of Swiss defender Steve Von Bergen, center, during the Euro 2012 group G qualification soccer match between Switzerland and Montenegro at the City Stadium, in Podgorica, Montenegro, Friday, October 8, 2010. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Mirko Vucinic zeigt was er hat – Steve von Bergen scheint zu zeigen, was er davon hält. Bild: KEYSTONE

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.

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Unvergessen

Die Schande von Istanbul – die Nati jubelt bei ihrer schönsten Niederlage

16. November 2005: Die Schweiz qualifiziert sich trotz einer 2:4-Niederlage in der Türkei für die WM in Deutschland. Weil die Türken nach dem Schlusspfiff auf die Schweizer losgehen, geht das Spiel als «Schande von Istanbul» in die Geschichte ein.

Zur Freude bleibt keine Zeit, zum Shake-Hands erst recht nicht – und das obwohl sich die Schweiz dank dem 2:0-Heimsieg und der 2:4-Niederlage in der Türkei erstmals seit zwölf Jahren wieder für eine Fussball-WM qualifiziert.

Kaum pfeift der belgische Schiedsrichter Franck De Bleeckere das Barrage-Rückspiel im Şükrü-Saracoğlu-Stadion von Istanbul ab, sprinten die Nati-Helden los, als ob es um ihr Leben ginge. Richtung Katakomben. Einfach weg von hier. Es wird ein Spiessrutenlauf.

Die TV-Zuschauer …

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