Wirtschaft
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Teaserbild Kryptowährungen

Bild: montage: watson/lea, material: shutterstock

Analyse

Wie Kryptowährungen unsere Vorstellungen von Geld verändern

Hat der Bitcoin das Goldvreneli verdrängt? Und wird der Libra bald den Franken ersetzen? Schaun mer mal.



Die Babyboomer sind im festen Glauben aufgewachsen, dass die Nationalbank jederzeit ihre Banknoten gegen Gold eintauschen werde. Das hat so zwar nie gestimmt, aber die Gleichung Geld gleich Gold war unerschütterlich. Für den Teenager in den Sechzigerjahren war ein Goldvreneli vom Götti auf den Geburtstag das höchste der Gefühle.

1971 schloss der amerikanische Präsident Richard Nixon das Goldfenster. Die Währungen der westlichen Industrienationen verloren ihren Goldanker, ihre Kurse begannen teils heftig zu schwanken. Gleichzeitig machte sich das Plastikgeld breit.

Trotzdem behielt das gelbe Metall seinen magischen Glanz, wenn auch mehr symbolisch. Der inzwischen zum erfolgreichen Jungmanager mutierte Babyboomer zückte nun stolz die goldene American-Express-Karte.

FILE - In this July 18, 2016, file photo, American Express credit cards are displayed in North Andover, Mass. Launched in 1969, the Green Card gave travelers a sense of importance they didn’t feel carrying travelers’ cheques. For many people, it was their first AmEx card. Over time, however, the Green Card became neglected in favor of its fancier siblings, the Gold and Platinum Cards. (AP Photo/Elise Amendola, File)

Die Kreditkarte als Prestigesymbol. Bild: AP

Ob Banknote oder Kreditkarte, für die Ökonomen war das Hans wie Heiri. In der klassischen Ökonomie ist Geld das Schmiermittel der Wirtschaft, mehr nicht. Geld muss stabil sein. An der Rolle der Nationalbank zweifelte in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts kein vernünftiger Mensch. Ihre höchste Pflicht war es, Inflation zu vermeiden, koste es, was es wolle.

Spulen wir drei Jahrzehnte und eine digitale Revolution weiter. Im November 2008 veröffentlichte ein gewisser Satoshi Nakamoto sein legendäres Protokoll. Die Geburtsstunde des Bitcoins hatte geschlagen, auch wenn bis heute niemand weiss, wer sich hinter dem japanischen Pseudonym versteckt.

Geld hat bekanntlich drei Funktionen: Es ist ein Zahlungsmittel, eine Recheneinheit und ein Wertaufbewahrungsmittel. Bitcoins das genaue Gegenteil: Sie sind extrem volatil, nur in beschränktem Umfang vorhanden, haben nicht kalkulierbare Transaktionskosten und kaum Transparenz.

Die Kryptowährung Bitcoin hat in den letzten sieben Tagen gut ein Fünftel an Wert eingebüsst. (Themenbild)

Digital, global und privat: Bitcoin. Bild: EPA

Gerade das macht ihre Faszination aus. Die Identität von Nakamoto mag zwar ein Rätsel bleiben, die Urheber der Kryptowährung hingegen sind bekannt: Es sind die sogenannten Cypherpunks, libertäre Internet-Anarchisten, die den Staat ablehnen. Mit ihrer digitalen und globalen Währung wollten sie einen frontalen Angriff auf die Banken, und allen voran auf die verhassten Nationalbanken, starten.

Die Cypherpunks fanden bei den Anhängern der «österreichischen Schule» – so nennt man die Fans von Ludwig von Mises und Friedrich Hayek – unerwartete Partner. Die beiden aus Wien stammenden Ökonomen waren Marktfundamentalisten und lehnten alles, was nach Staat roch, ab. Hayek plädierte gar für ein auf Gold basierendes Privatgeld, um so die Macht der «sozialistischen» staatlichen Zentralbank zu brechen.

In this Tuesday, Nov. 19, 2019, photo made available by U.S. Navy, the aircraft carrier USS Abraham Lincoln, left, the air-defense destroyer HMS Defender and the guided-missile destroyer USS Farragut transit the Strait of Hormuz with the guided-missile cruiser USS Leyte Gulf. The U.S. aircraft carrier Abraham Lincoln sent to the Mideast in May over tensions with Iran transited the narrow Strait of Hormuz for the first time on Tuesday. The ship previously had been in the Arabian Sea outside of the Persian Gulf. (Mass Communication Specialist 3rd Class Zachary Pearson/U.S. Navy via AP)

Die Macht hinter dem Dollar: Der amerikanischer Flugzeugträger Abraham Lincoln. Bild: AP

Der Traum der Österreicher scheint sich in den Kryptowährungen zu erfüllen. Sie sind staatenlos, privat und ihr Kurs wird einzig durch den Markt bestimmt. Der Pferdefuss dabei: Geld ist mehr als ein Schmiermittel, es ist auch ein Mittel der Macht. Daher haben Könige und Kaiser jeweils ihr Konterfei auf Münzen prägen lassen. Und würden hinter dem Dollar nicht zehn Flugzeugträger stehen, würde der Rest der Welt wohl kaum die grün bedruckten Scheine der Amerikaner als globale Leitwährung akzeptieren.

Die Beinahe-Kernschmelze des internationalen Finanzsystems im Herbst 2008 hat die Vorstellung von Geld als blosses Schmiermittel widerlegt. Hätten die Zentralbanken – allen voran die amerikanische Fed und die Europäische Zentralbank – die Märkte nicht umgehend mit Geld geflutet, wäre es zur Katastrophe wie in den Dreissigerjahren gekommen.

Die Finanzkrise 2008 und später die Eurokrise im Jahr 2013 haben die überragende Bedeutung der Zentralbanken einmal mehr bewiesen. Fed-Präsident Ben Bernanke und Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, können sich zu Recht rühmen, eine verheerende Depression verhindert zu haben. Die Geldpolitik dieser Institutionen ist zu dem entscheidenden Faktor der Wirtschaft des 21. Jahrhunderts geworden.

epa07971383 YEARENDER 2019 OCTOBER..Chairman and CEO of Facebook Mark Zuckerberg takes his seat to testify before the US House Financial Services Committee hearing on 'An Examination of Facebook and Its Impact on the Financial Services and Housing Sectors', on Capitol Hill in Washington, DC, USA, 23 October 2019. Zuckerberg faced questions from lawmakers concerned over issues with the cryptocurrecy Libra, financial data and potential misinformation on Facebook surrounding the 2020 US presidential election.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Will die Politik von Libra überzeugen: Mark Zuckerberg. Bild: EPA

Diese Funktion könnte nun von einem Bastard empfindlich gestört werden, von Libra. So heisst das private Geld, mit dem Facebook die Welt beglücken will. Metaphorisch gesprochen ist Bitcoin Libras Vater, das traditionelle Geld der Notenbank die Mutter. Die Facebook-Währung basiert auf einer Pseudo-Blockchain und existiert wie die Kryptowährungen nur digital. Um die wilden Kursschwankungen zu vermeiden, ist Libra jedoch auch mit einem Korb von traditionellen Währungen wie Dollar, Euro, Franken, Yen, etc. unterlegt.

Mark Zuckerberg hat sich von China inspirieren lassen. Alipay und WeChat Pay haben die Chinesen die Phase der Kreditkarten überspringen lassen. Der Zahlungsverkehr verläuft inzwischen praktisch vollständig über das Smartphone. Das minimiert die Transaktionskosten gegen Null und lässt die unhygienischen Banknoten verschwinden.

Libra will diese Vorteile für ein privates globales Geld nutzen. Dabei wird übersehen, dass in China der Renminbi bloss technisch digital geworden ist. Geldpolitisch ist er nach wie vor an die Bank of China gebunden, und es undenkbar, dass die Kommunistische Partei dies je ändern wird.

Friedrich August von Hayek

Träumte von privatem Geld: Friedrich Hayek.

Zuckerbergs Währung hingegen ist die Realisierung von Hayeks Traum: Sie ist privat und global. Langfristig wird sie so in Konkurrenz zu den nach wie vor weitgehend nationalen Währungen treten und damit die Geldpolitik der Zentralbanken unterwandern. Kein Wunder also, reagieren Politiker und Notenbanker eher frostig auf Zuckerbergs Libra-Pläne.

Auch wir sollten uns nicht von der Technik blenden lassen. «Bewegt euch schnell und macht Dinge kaputt», lautet das Motto von Mark Zuckerberg. Das ist okay, wenn es um Katzenvideos und Kochrezepte geht. Aber wollen wir ihm auch unser Geld anvertrauen?

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    Alle Leser-Kommentare
  • Lustiger Baum 10.12.2019 07:38
    Highlight Highlight Eine solches Tauschmittel kann sich erst durchsetzen wenn einige Parameter erfüllt sind:
    a) Ein 100% privates digitales Tauschmittel genutzt wird. Wer will schon dass jeder, allen voran die Regierungen wissen, ob man die 100er Note für Sextoys oder für den Ausgang ausgegeben hat?
    b) Die Menschen nicht merken das Technologie dahinter steckt – analog dem Internet.
    c) Menschen begreifen das Libra nicht Facebook gehört sondern ein Konsortium von 100 gleichberechtigter Partner und mehr ist. Konsortien sind die Zukunft - Staaten zerfallen.
    d) Die Deppen aufhören Bitcoin hinterherzurennen...
    • Ueli der Knecht 10.12.2019 17:47
      Highlight Highlight Es sind eben nicht Deppen, die Bitcoin hinterherrennen, sondern Krypto-Enthusiasten, NY125. Davon verstehen Deppen (noch) nichts. Und du offenbar auch noch nicht.

      Sobald die Deppen die Distributed-Ledger-Technologien begreifen, und es die Krypto-Evangelisten schaffen, die Technik und deren Möglichkeiten jedem Deppen zu erklären, dann werden Smart-Contracts die Kontrolle übernehmen, Staaten zerfallen, und Konsortien übernehmen.

      Und zwar: Autonome Dezentrale Konsortien (http://bit.ly/2Y0idzG),

      deren Gesetze voll Transparent sind, von jedem Deppen verstanden, und von DLTs überwacht werden.
    • Lustiger Baum 11.12.2019 06:08
      Highlight Highlight Lieber Ueli,

      Das ist mir alles klar. Bitcoin war wichtig. Wurde aber massgeblich blockiert und hat den Anschluss an die technologischen Fortschritte von Smart Contracts und besseren Konsensalgorithmen anstelle von PoW verpasst.

      Ein zweiter Layer ist 1:1 das gleiche System wie wir bereits bei den Banken haben. Mal abgesehen von den utopischen Transaktionskosten um rein rauszukommen, der mathematischen Unmöglichkeit mehr als 200Mio pro Jahr zu "onboarden" oder den vielen Fehlern im LN. Somit ein reiner Rückschritt.

      Aber Geld verdienen kann man bis die Masse es merkt dennoch damit ;).
    • Ueli der Knecht 11.12.2019 06:25
      Highlight Highlight Man kann Bitcoin auch brauchen, NY125, zB um Ethereum zu kaufen und an SmartContracts teilzunehmen, oder für StorJ/Tardigrade, oder Golem/GNT, um Rechenleistungen zu beziehen.

      Im Moment ist Bitcoin das einzig wirklich funktionierende. Längerfristig mag es dann besseres geben. Aber im Moment ist Bitcoin auch ganz nützlich und nicht nur ein Anlage- oder Spekulationsobjekt.

      Ich meine, den meisten geht es gar nicht ums Geld-Verdienen. Gibt vielleicht ein paar Wale, aber die sind eine kleine Minderheit. Die Mehrheit nutzt Bitcoin als Zahlungsmittel.
  • Test of the test 09.12.2019 22:07
    Highlight Highlight (3/3)
    3.) "... und kaum Transparenz": Bitcoin ist eben die Transparenz schlechthin. Jede Transaktion ist öffentlich einsehbar. Bargeld dagegen ist nicht transparent. Gemäss Ihrer Definition ist Bargeld also kein echtes Geld.

    4.) "Präsident der Europäischen Zentralbank, können sich zu Recht rühmen, eine verheerende Depression verhindert zu haben" (OK, ist im Gegensatz zu 1.) - 3.) meine persönliche Meinung): Genau diese Rettungsaktionen führen dazu, dass Banken bei riskanten Investitionen das Risiko nicht selbst tragen müssen. Das ist die Basis für die immerwiederkehrenden Krisen.
  • Test of the test 09.12.2019 22:06
    Highlight Highlight (2/3)
    2.) "(Bitcoin) haben nicht kalkulierbare Transaktionskosten": Falsch. Die Transaktionskosten sind nicht nur transparent, sondern können sogar selbst bestimmt werden! Je mehr man bereit ist zu zahlen, desto schneller wird die Transaktion bestätigt. Im Vergleich zu internationalen Transaktionen in Fiat sind diese meist sehr tief, siehe z.B. https://btcmanager.com/bitcoin-whale-traditional-finance-310-million-32-fee/?q=/bitcoin-whale-traditional-finance-310-million-32-fee/&
  • Test of the test 09.12.2019 22:06
    Highlight Highlight (1/3) In diesem Artikel ist leider sehr viel falsch :(

    1.) Libra ist keine Kryptowährung (auch wenn Zuckerberg das behauptet). Ihre Aussage "Metaphorisch gesprochen ist Bitcoin Libras Vater, das traditionelle Geld der Notenbank die Mutter." tut jedem Krypto-Enthusiasten weh. Ausser, dass beide digital sind, gibt es keine Gemeinsamkeiten.
    • Lustiger Baum 10.12.2019 15:20
      Highlight Highlight Falsch - Es tut lediglich einem Bitcoin Maxi, Spekulanten ohne technische Ausbildung oder einem Industriefremden weh. Der Rest der Fintech Welt anerkennt Libra als eine Währung auf Distributed Ledger Basis. Es ist sogar der erste Vorstoss mit Erfolgschance neben WeChat/AliPay.
    • Ueli der Knecht 10.12.2019 17:34
      Highlight Highlight NY125:

      Der Begriff "Kryptowährung" beruht weniger auf Distributed Ledger Technologien (DLTs) als vielmehr und vorallem auf einer voll dezentralisierten (daher verteilten) Buchführung ohne zentrale Autoritäten.

      Daher können Kryptowährungen per Definition nicht mit privaten, zentral permissionierten Blockchains/DLTs funktionieren.

      Wenn du Krypto-Evangelisten als "Bitcoin Maxi, Spekulanten ohne technische Ausbildung oder einem Industriefremden" bezeichnest, hast du selbst das Krypto-Evangelium nicht verstanden. Dazu fehlt dir offensichtlich das nötige technische und mathematische Verständnis.
  • Flexon 09.12.2019 18:57
    Highlight Highlight Schön dass hier wieder Werbung für Libra gemacht wird, bravo, ganz gut. Tauschen wird die Vorteile einer dezentralen Kryptowährung in ein Geld um, dass von einem kleinen süssen und sehrrr vertrauenswürdigen Konzernchen kontrolliert eehh gepflegt wird.

    Es gibt ja keine Alternativen. Auch keine über die man schreiben könnte.

    Dumm. Dumm. Dumm.
  • scout 09.12.2019 15:50
    Highlight Highlight Wie wärs mal mit einem Anderen Use Case der Blockchain als Geld? Fände wahrscheinlich nicht nur ich informativ..
    • Ueli der Knecht 09.12.2019 20:49
      Highlight Highlight Ich schliesse mich dir an. ;)

      Die Faszination der Blockchains oder generell der Distributed Ledger Technologien liegt nicht nur in Krypto-Währungen oder Crypto-Tokens, sondern vorallem auch in Smart Contracts (http://bit.ly/2rtLpol), wie zB. die Dezentralen Autonomen Organisationen (http://bit.ly/2Y0idzG).

      Autos oder E-Scooter könnten dann nur als Smart Contract existieren, und sich selbstständig produzieren, autonom herumfahren und selber für Unterhalt und Reparaturen sorgen, sobald das wirtschaftlich Sinn macht.

      Und weil Katzen immer funktionieren:
      CryptoKitties (http://bit.ly/2rl5zB2).
    • Lustiger Baum 10.12.2019 15:23
      Highlight Highlight Korrekt @Ueli. Aber das ist für die meisten Menschen irrelevant zu wissen und wird im Hintergrund passieren.

      Kryptowährungen in ihrer heutigen Form sind fast nur für Spekulanten, Mitläufer und Regierungen interessant. Lassen wir mal Monero oder Zcash aussenvor. Diese bedienen ein anderes Publikum
    • Ueli der Knecht 10.12.2019 17:57
      Highlight Highlight "Kryptowährungen in ihrer heutigen Form sind fast nur für Spekulanten, Mitläufer und Regierungen interessant."

      Das glaube ich nicht, NY125.

      Die Gemeinde der Krypto-Evangelisten ist schon sehr gross und wächst täglich. Monero und Zcash sind für Krypto-Enthusiasten auch interessant, genauso wie die da verwendeten Zero-Knowledge-Verfahren. Damit liessen sich zB. auch E-Voting-Systeme realisieren.

      Die Konsortien, die du oben irgendwo erwähnt hast, werden umso mehr Erfolg haben und Staaten ersetzen können, umso demokratischer sie aufgebaut sind, also sicheres E-Voting-System in sich bergen.
  • salamandino 09.12.2019 15:20
    Highlight Highlight Besitzt der Autor auch schon Bitcoin? :')
  • I_am_Bruno 09.12.2019 14:43
    Highlight Highlight Uiuiui. Sehr populistisch, wenig Tiefe wenn es um die beiden Kryptowährungen geht, dafür ein paar historische Fakten, damit es gut recherchiert wirkt. Der Artikel ist aber nicht etwa auch von Twint gesponsert?
  • npe 09.12.2019 14:21
    Highlight Highlight Dieser Text ist ziemlich biased..

    Die Notenbanken pumpen mit ihrem Quantitative Easing unmengen Gelder in die Aktienmärkte. Wer Profitiert? Die Aktionäre, ergo die Reichen.

    Die Notenbanken haben immer mehr die Zinsen gesenkt, wer leidet darunter? Retailbanken, dessen Zinsdifferenzgeschäft eingeht. Das fehlende Geld müssen sie sich nun bei ihren Kunden anders holen. Kein Wunder werben nun alle, man solle sein Geld anlegen (prinzipiell keine Dumme Idee btw), da die Banken auf das von Kunden gehortete Geld draufzahlen.

    Und die Kunden verlieren dazu noch per se Geld im Minuszinsland. Traurig.
  • Skeptischer Optimist 09.12.2019 13:47
    Highlight Highlight Libra ist eine Totgeburt, Kryptowährungen sind ein Tummelfeld für verkappte Esoteriker und Hayek war weltfremder Spinner.
  • dr.phibes 09.12.2019 13:10
    Highlight Highlight Da fehlt aber ein entscheidendes Detail zu Libra. Der Kurs von Libra (einem "Stablecoin") ist an den Dollar (oder andere Zentralbankwährungen) und damit an dessen Schicksal geknüpft.
    • Seuli 09.12.2019 14:42
      Highlight Highlight <boese Zunge>
      Danke fuer den Kommentar, aber *ich* habe den Artikel gelesen:
      "Um die wilden Kursschwankungen zu vermeiden, ist Libra jedoch auch mit einem Korb von traditionellen Währungen wie Dollar, Euro, Franken, Yen, etc. unterlegt."
      </boese Zunge>
    • Ueli der Knecht 09.12.2019 21:25
      Highlight Highlight Libra ist nichts anderes als ein herkömmlicher Währungskorb.
      https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4hrungskorb

      Also nur ein herkömmliches Anlageinstrument, welches sich das Deckmäntelchen Blockchain überhängt, weil das gerade sexy ist.

      "Pseudo-Blockchain" nennt es Löpfe. Ich würde es sogar deutsch und deutlich benennen, als Möchtegern-Blockchain.

      Es ist keine echte Blockchain im herkömmlichen (Satoshis) Sinne, sondern im Fachjargon eine Permissioned Blockchain, bzw. Consortium Blockchain.

      Echte Blockchains sind dezentralisiert, währendessen die Möchtegern-Blockchains zentralisiert sind.
    • Lustiger Baum 10.12.2019 15:25
      Highlight Highlight Libra ist eine Währung auf Distributed Ledger Technologie. Das ist ein Unterschied zur Blockchain. Diese basiert auf der DLT. Libra gibt auch nicht vor eine Blockchain zu sein. Steht ziemlich klar im Whitepaper - aber eben, schreibst sich geiler mit dem Hypewort "Blockchain". Somit feiern Techfremde und Nachrichten Libra als Blockchain.
    Weitere Antworten anzeigen
  • AnnikKilledTheStage 09.12.2019 13:09
    Highlight Highlight Generell sollte eine private Währung von einem wie Facebook sehr krittisch betrachtet werden. Dank Facebook, Instagram und Whatsapp und seiner Zusammenarbeit mit diversen Firmen wie dazumal Cambridge Analytica, besitzt das Unternehmen einen Datenschatz und eine globale Beeinflussung auf Märkte und Politik, dass man eher Angst davor haben sollte, als ein Selfi zu schiessen und mit Facebook Pay zukünftig zu zahlen...
    • salamandino 09.12.2019 15:16
      Highlight Highlight Schau dir mal die Cyberrepublic und Elastos an.

      #ownyourdata
  • Firefly 09.12.2019 12:39
    Highlight Highlight " Fed-Präsident Ben Bernanke und Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, können sich zu Recht rühmen, eine verheerende Depression verhindert zu haben."

    Ob wirklich verhindert oder nur aufgeschoben wissen wir heute noch nicht so genau. Die Zentral- und Nationalbanken leiden heute immer noch an den Folgen der kurzfristigen Rettung der Finanzwirtschaft und deren Protagonisten. Der Negativzins wurde eingeführt und die Wirtschaft mit Geld geschwemmt. Und man scheint nicht mehr zurückzufinden in den Normalmodus.
  • PC Principal 09.12.2019 11:32
    Highlight Highlight Bei Zentralbanken wie FED und SNB kann man darauf vertrauen, dass sie den Markt nicht soweit mit Geld fluten würden, dass es zu einer Hyperinflation kommt. Bei privaten Kryprowährungen wie Bitcoin kann es theoretisch eine unendlich grosse Geldmenge geben. Zwar ist die Menge der Bitcoins beschränkt, aber es entstehen ja ständig neue Coins, die Totale Geldmenge in Kryptowährungen kann ewig steigen. Wenn die Menge des Geldes gegen unendlich strebt, muss der Wert gegen Null gehen.
    • Cisco 09.12.2019 12:49
      Highlight Highlight Kryptos sind eben keine Währungen (obwohl viele sie so nennen), sondern Wertschriften. Mit einer Währung kann man in einem Währungsraum für einigermassen stabile Preise andere Werte kaufen. Kryptos muss man immer erst in eine Währung umtauschen.
    • ursus3000 09.12.2019 13:13
      Highlight Highlight @ Cisco Krypton sind keine Wertschriften , sondern Glaubenssache ,solange Du einen Dümmeren findest sind sie etwas Wert
    • npe 09.12.2019 13:33
      Highlight Highlight @Cisco
      Ich kann (u.a.) direkt mit Bitcoin bei Digitec bezahlen. Ob das jetzt Geld, oder eine Wertschrift ist mir als Konsument ziemlich egal.

      Bevor du mit "keine Preisstabilität => keine Währung" argumentierst, guckst du hier: https://tradingeconomics.com/venezuela/currency

      (Ich argumentiere nicht dagegen, dass aufgrund der hohen Volatilität Bitcoin als Zahlungsmittel (noch) nicht so geeignet ist als Währungen im klassichen Sinne, nur dagegen, dass BTC aus dem von dir genannten Grund per se keine Währung ist.)
    Weitere Antworten anzeigen
  • wuantu 09.12.2019 11:27
    Highlight Highlight SmartCash 🥳

Kommentar

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