Wirtschaft
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epa07438721 A handout photo dated 07 March 2019 and  made available 15 March 2019 by US automobile manufacturer Tesla, showing the new Tesla Model Y electric car that Tesla says will be released as of from 2020, Los Angeles, California, 14 March 2019. Model Y is an all-electric, mid-size SUV, starting at 39,000 USD for the standard version and 47,000 USD for the long-range version has a range of 300 miles or some 480 kilometers.  EPA/TESLA HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/TESLA

Weshalb eine neue Tesla-Untersuchung für rote Köpfe sorgt



Tesla vs. Mercedes, Elektromotor vs. Dieselfahrzeug: Eine neue Publikation, die kurz vor Ostern über den Schnelldienst des Münchner Ifo-Instituts (Institut für Wirtschaftsforschung) veröffentlicht wurde, kommt zum Schluss: In Deutschland bläst das scheinbar umweltschonende Tesla Model 3 zehn bis 25 Prozent mehr CO2 in die Atmosphäre als der Mercedes Diesel C 220 d. Hauptverantwortlich dafür sei der enorme Aufwand bei der Batterieproduktion. Und der deutsche Strommix.

Die Befunde von Christoph Buchal, Hans-Dieter Karl und Prof. Dr. Dr. Hans-Werner Sinn wurden von der Agentur DPA aufgenommen. Diverse Publikationen, zum Beispiel Focus.de, Autobild oder auch nau.ch, veröffentlichten eine abgespeckte Version davon – auch das berüchtigte (Fake-)News-Portal Infowars.

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Die Autoren: Christoph Buchal ist Professor für Physik an der Universität zu Köln. bild: wikimedia

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Prof. Dr. Dr. Hans-Werner Sinn ist «ständiger Gastprofessor» an der Universität Luzern. bild: wikimedia

Die Fans von Verbrennungsmotoren fühlen sich nun bestätigt: Batteriebetriebene Elektro-Autos sind eben doch keine Lösung.

Doch auch Elektroauto-Fans fühlen sich bestätigt.

Sie fühlen sich bestätigt, dass ihre Gegner immer wieder mit Halbwahrheiten aufwarten. Und tatsächlich sind die Mängel der neusten Untersuchung aus Deutschland nicht von der Hand zu weisen. Hier die gröbsten Schnitzer:

Bei den Kritikpunkten handelt es sich nicht um Kleinigkeiten. Das Beispiel der Batterie-Lebensdauer zeigt, dass die Autoren die graue Energie auch ohne Goodwill hätten halbieren können. Das haben sie aber nicht. Und deshalb müssen sie sich nun die Kritik gefallen lassen, sie hätten die Elektroautos bewusst «schlecht gerechnet». Für den Tesla hätten sie die schwierigsten Bedingungen geschaffen, während dem Diesel der rote Teppich ausgerollt wurde. Andere neuere Studien, unter anderem vom renommierten Frauenhofer-Institut, kommen zu genau gegenteiligen Resultaten. Auch für Deutschland.

Die 30 am wenigsten verkauften Autos der Schweiz

Die Bedenken der Autoren sind aber nicht komplett aus der Luft gegriffen: Elektroautos sind weit davon entfernt, emissionsfrei zu sein. Die ganzheitliche Elektrifizierung der Produktionskette mit Energie, die ausschliesslich von erneuerbaren Quellen stammt, liegt noch in weiter Ferne. Ein Wille in die Richtung ist aber erkennbar: Volvos Ziel ist es, bis 2025 komplett CO2-neutral produzieren, Mercedes strebt dasselbe Ziel bis 2022 an.

Ein Diesel hingegen wird immer CO2 produzieren.

Und die Autoren haben in einem weiteren Punkt recht: Der Energiemix eines Landes spielt für die Bilanz eines Elektroautos die wichtigste Rolle. Deutschland hat in dieser Hinsicht noch einige Jahre ein Problem. Braun- und Steinkohle sind noch immer für 40% des (Netto-) Stromes verantwortlich. Erst 2038 soll das letzte Kohlekraftwerk abgestellt werden. Wie Deutschland die Ausfälle kompensieren will, ist umstritten. Kernkraft kommt nicht in Frage. Deutschland hat beschlossen bis 2022 vollständig auszusteigen.

Und weshalb sind Volvo und Mercedes so umweltbesessen?

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