Wirtschaft
Credit Suisse

Londoner Gericht lässt Milliarden-Klage auch gegen UBS wieder zu

Londoner Gericht lässt Milliarden-Klage auch gegen UBS wieder zu

25.07.2023, 21:0225.07.2023, 21:02

Neues Ungemach für die UBS: Ein Londoner Berufungsgericht hat eine milliardenschwere Massenklage gegen mehrere Grossbanken wieder zugelassen. Damit droht neben der UBS Geldhäusern wie JPMorgan und Citigroup ein Prozess wegen mutmasslicher Manipulation am Devisenmarkt.

FILE - The logo of Swiss bank UBS is fixed on a building where the bank has offices in Frankfurt, Germany, Nov. 8, 2022. Swiss banking giant UBS will pay nearly $400 million in fines to U.S., Swiss an ...
Bild: keystone

Ein Spezialgericht, das Competition Appeal Tribunal (CAT), hatte im vergangenen Jahr zwar zunächst entschieden, dass Klagen nur auf Opt-in-Basis eingereicht werden können, wie die «Finanz und Wirtschaft» am Dienstag schrieb. Kläger müssten sich somit dem Fall ausdrücklich anschliessen. Das mache diesen aber nicht durchführbar.

Doch das Berufungsgericht habe dieses Urteil nun aufgehoben. Damit könne der Fall vor dem CAT verhandelt werden.

Die Klage hatte ursprünglich der ehemalige Untersuchungsleiter der britischen Wettbewerbsbehörde, Phillip Evans, im Namen von Tausenden von Vermögensverwaltern, Pensionsfonds und Finanzinstituten eingereicht. Neben den US-Konzernen richtete sie sich auch gegen die UBS, die britischen Institute Barclays und NatWest sowie gegen die japanische MUFG, wie die Zeitung schrieb.

Evans brachte damals die Klage auf opt-out-Basis ein. Das bedeutet, potenzielle Anspruchsteller werden mit in den Fall einbezogen, sofern sie sich nicht dagegen entscheiden.

Manipulationen zwischen 2007 und 2013

Dabei ging es um Manipulationen am Devisenmarkt im Zeitraum zwischen 2007 und 2013. Der Skandal, in den viele internationale Investmentbanken verwickelt waren, hatte für grosses Aufsehen gesorgt. Wegen der Manipulationen hatten Aufsichtsbehörden weltweit insgesamt rund 11 Milliarden Dollar Strafen gegen Finanzhäuser verhängt, wie die Zeitung schrieb.

Die UBS erhielt von der US-Notenbank Fed eine Strafe in der Höhe von 342 Millionen US-Dollar und wurde zudem zu einer Reihe von Korrekturmassnahmen verpflichtet. In der EU kam die UBS indes straffrei davon, weil sie die Wettbewerbshüter über die Absprachen informiert hatte.

Die UBS und JP Morgan lehnten eine Stellungnahme gegenüber der «Finanz und Wirtschaft» ab. (sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Was ein EU-Parlamentarier von der Personenfreizügigkeit hält
Christophe Grudler kommt aus dem französischen Belfort und sitzt für die liberale Modem-Partei im EU-Parlament. Was hält er von der Personenfreizügigkeit?
In ihrer Region leben Grenzgänger im Camper, weil es zu wenige Wohnungen gibt. Sorgt die Personenfreizügigkeit auch auf französischer Seite für Probleme?
Christophe Grudler: Ein intensiver Austausch bringt immer positive und negative Effekte mit sich, das ist normal. Neben den Vorteilen für Wirtschaft und Beschäftigung gibt es immer auch negative Auswirkungen, darunter den Druck auf den Wohnungsmarkt, den wir auch auf französischer Seite kennen. Aber die Bilanz bleibt positiv. Die Schweiz profitiert von den qualifizierten Arbeitskräften. Und die Grenzgänger bringen gute Löhne nach Hause.
Zur Story