Wirtschaft
Digital

Bundesrat will keine neuen Kompetenzen im Kampf gegen Cyberangriffe

Bundesraetin Viola Amherd, links, und Thomas Suessli, Chef der Armee, rechts, schreiten zur einer Medienkonferenz ueber eine Staerkung der militaerischen Cyber-Abwehr und das neue Kommando Cyber fuer  ...
Unter Verteidigungsminsterin Viola Amherd wird die militärisch Cyberabwehr gestärkt. Doch der Bundesrat will keine neuen Kompetenzen im Kampf gegen Cyberangriffe auf private Unternehmen.Bild: keystone

Bund will nicht für Schutz von Gemeinden und Firmen vor Hackern zuständig sein

Spoiler: Dies würde laut Bundesrat einen massiven Eingriff in die Souveränität der Kantone und in die Wirtschaftsfreiheit der KMU bedeuten.
18.11.2021, 14:0718.11.2021, 14:07

Die Schweizer Landesregierung lehnt es ab, dass künftig der Bund für den Schutz von Kantonen, Gemeinden und KMU vor Cyberangriffen zuständig sein soll. Er empfiehlt eine Motion mit diesem Anliegen zur Ablehnung.

Den Vorstoss eingereicht hat die Freiburger FDP-Ständerätin Johanna Gapany. Zusammen mit acht Mitunterzeichnenden aus verschiedenen Fraktionen will sie den Bundesrat damit beauftragen, den Schutz des Bundes vor Cyberangriffen auf Kantone, Gemeinden und den KMU-Bereich auszuweiten.

Die Begründung

In ihrer am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf die Motion schreibt die Regierung, dass der Schutz von kantonalen und kommunalen Behörden sowie von KMU vor Cyberangriffen sehr wichtig sei. Der Bund habe jedoch bereits schon verschiedene Massnahmen zu deren Schutz ergriffen.

Von zentraler Bedeutung sei dabei das 2019 geschaffene Nationale Zentrum für Cybersicherheit (NCSC), welches Meldungen zu Cybervorfällen entgegennehme und Betroffenen Empfehlungen zum weiteren Vorgehen abgebe.

Zusätzlich habe der Bund gemeinsam mit Partnerorganisationen Hilfsmittel wie den Schnelltest für KMU erarbeitet. Diese Instrumente ist der Bundesrat bereit weiterzuentwickeln, wie er schreibt.

Weitere Kompetenzen dem Bund zu übertragen, sei aber «unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Subsidiarität» nicht möglich. Die Verantwortung für den Schutz müsse bei den Behörden und den KMU selber verbleiben.

Eine Verpflichtung des Bundes für den Schutz von Behörden und KMU würde laut dem Bundesrat bedeuten, dass er die Kompetenz zur Anordnung von Schutzmassnahmen und zur Überwachung der Umsetzung derselben erhalten müsste. «Dies bedeutete einen massiven Eingriff in die Souveränität der Kantone und in die Wirtschaftsfreiheit der KMU.»

Die Motion geht nun an den Ständerat.

Quellen

(dsc/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die NSA soll Cyber-Krieger als neuen Chef erhalten
Knackeboul, der «elende Lutscher», kommentiert Hasskommentare
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Er erfand den sprechenden Bankomaten – das machte ihn verdächtig
Gegen alle Widerstände studiert Alireza Darvishy in Zürich Informatik, macht bei der Credit Suisse Karriere – und wird zum Pionier für digitale Barrierefreiheit.
Alireza Darvishy steht am Zürcher Central und möchte in der nahegelegenen UBS-Filiale Geld abheben. Für die allermeisten Menschen ist das Routine: Karte rein, Betrag auswählen, fertig. Für Darvishy ist es etwas komplizierter. Er lebt mit einer Sehbehinderung und nimmt durch ein eingeschränktes Sichtfeld nur Formen, Farben und Bewegungen wahr. Deshalb sucht er beim Bankomaten die Kopfhörerbuchse. So kann die Maschine mit ihm sprechen.
Zur Story