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Netflix lässt Menschenmengen mit KI generieren

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Die Netflix-Aktie hatte in den vergangenen Monaten mehr als 40 Prozent ihres Werts verloren.Bild: www.imago-images.de

Netflix lässt Menschenmengen mit KI generieren

Beim amerikanischen Videostreaming-Marktführer ist in rund 300 Titeln allein in diesem Jahr Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen.
17.07.2026, 07:0417.07.2026, 07:59

Bei Netflix werden mit Hilfe von generativer KI etwa Menschenmengen oder Szenen historischer Schlachten erzeugt, sagte Co-Chef Ted Sarandos vor Analysten.

In vielen Fällen wären solche Fragmente ohne Künstliche Intelligenz aus Kosten- oder Zeitgründen gar nicht erst gedreht worden, argumentierte er. Zugleich betonte Sarandos, dass KI nur ein Werkzeug in der Hand kreativer Menschen sei: «Filme werden von Leuten gemacht, die Filme machen.»

Netflix veröffentlichte seine Zahlen für das vergangene Quartal begleitet von Zweifeln an der Börse daran, wie gut der langjährige Branchenprimus seine Kunden halten kann. Der Kampf um die Übernahme des Hollywood-Urgesteins Warner Brothers, den Netflix gegen den Rivalen Paramount verlor, wurde von einigen Anlegern in diesem Kontext als Flucht nach vorn gesehen. Ein weiterer Auslöser waren Marktforscher-Daten, die den Eindruck erweckten, dass Zuschauerzahlen ab der zweiten Staffel selbst populärer Netflix-Serien sinken. Die Rückgänge zwischen der ersten und der zweiten Staffel hätten sich im Vergleich zum Vorjahr sogar verringert, sagte Sarandos dazu.

Weniger Zuschauerdaten

Zugleich will der Videostreaming-Marktführer künftig nur noch jährlich statt zweimal pro Jahr Angaben zur Popularität seiner Filme und Serien veröffentlichen. Das Netflix-Management betont ausserdem, es bestehe nicht unbedingt ein direkter Zusammenhang zwischen der Zahl der Stunden, die Kunden vor dem Bildschirm verbringen, und den Erlösen.

So lockten Live-Übertragungen überdurchschnittlich viele Neukunden an, während sie insgesamt nicht so viele Zuschauer hätten wie anderes Programm, sagte der zweite Co-Chef Greg Peters.

Aktie fällt

Anleger überzeugte das alles nicht: Der Aktienkurs fiel im nachbörslichen US-Handel um rund neun Prozent. Mit ein Grund war auch, dass die Prognose für den Umsatz im laufenden Quartal die durchschnittlichen Analysten-Erwartungen verfehlte. Die Netflix-Aktie hatte bereits in den vergangenen Monaten mehr als 40 Prozent ihres Werts verloren.

Netflix macht keine regelmässigen Angaben zur Kundenzahl mehr. Aber der Umsatz stieg im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 12,56 Milliarden Dollar (10,98 Mrd Euro). Unter dem Strich wuchs der Gewinn um 8,8 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar.

Netflix bekam von Warner im Februar 2,8 Milliarden Dollar als Vertragsstrafe nach Auflösung der bereits vereinbarten Übernahme. Das liess im vergangenen Quartal die Steuerzahlungen des Streaming-Marktführers etwas steigen.

(sda/dpa)

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