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Online-Händler Digitec Galaxus löscht 380'000 Produkt-Rezensionen

Digitec Galaxus löscht 380'000 Produkt-Bewertungen – und ändert die Spielregeln

Der grösste Schweizer Online-Händler verkündet einen «Rating-Reset»: Neu dürfen nur noch Käuferinnen und Käufer die Produkte bewerten.
08.06.2026, 09:0508.07.2026, 15:39

Der Schweizer Onlinehändler Digitec Galaxus hat im Zuge einer Verschärfung seiner Bewertungsregeln rund 380'000 Produktrezensionen gelöscht. Künftig dürfen bei den Onlineanbietern Digitec und Galaxus nur noch Kundinnen und Kunden Produkte bewerten, die diese auch tatsächlich über die Plattform gekauft und erhalten haben.

Von der Bereinigung betroffen sind laut einem am Montag veröffentlichten Bericht knapp vier Prozent aller Bewertungen. Gelöscht wurden sämtliche Rezensionen von Nutzerinnen und Nutzern ohne nachgewiesenen Kauf. Damit will das Unternehmen Manipulationen durch Hersteller, deren Umfeld oder andere Dritte verhindern.

Was ist passiert?

Auslöser für die Änderung waren Fälle, in denen Produkte positiv bewertet wurden, ohne dass die Verfasser diese gekauft hatten. So entdeckte Digitec Galaxus kürzlich, dass Mitarbeitende eines Herstellers und Personen aus deren Umfeld einen Einbruchschutz mit Bestnoten bewertet hatten, obwohl sie das Produkt nicht über die Plattform erworben hatten. Bisher konnten alle registrierten User Bewertungen abgeben, die unabhängig von einem Kauf in die Gesamtwertung einflossen.

Nach Angaben von Digitec Galaxus soll das neue System die Glaubwürdigkeit der Bewertungen erhöhen. Zudem sollen sogenannte Backlash-Effekte verhindert werden, bei denen Kunden ihren Frust über Lieferprobleme oder andere Umstände in Produktbewertungen ausdrücken. Der Informationsverlust durch die Löschung sei gering, während der Schutz vor Manipulation deutlich zunehme, erklärte das Unternehmen.

Digitec Galaxus ist der grösste Onlinehändler der Schweiz. Die Migros-Tochter steigerte den Umsatz ihren beiden Shops Galaxus und Digitec 2025 in der Schweiz und der EU um 17 Prozent auf knapp 3,8 Milliarden Franken.

Quellen

(dsc)

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