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USA klagen erstmals chinesische Militärhacker wegen Spionage an

US-Justizminister Eric Holden verkündet die Anklage gegen chinesische Hacker der Volksbefreiungsarmee.
US-Justizminister Eric Holden verkündet die Anklage gegen chinesische Hacker der Volksbefreiungsarmee.Bild: AP
Wirtschaftsspionage

USA klagen erstmals chinesische Militärhacker wegen Spionage an

19.05.2014, 19:0520.05.2014, 11:38
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In einem aggressiven Schritt gegen chinesische Industriespionage hat die US-Regierung erstmals fünf mutmassliche Hacker der Volksbefreiungsarmee angeklagt. Das teilte US-Justizminister Eric Holder am Montag in Washington mit.

Die Verdächtigen seien in die Computer amerikanischer Unternehmen eingedrungen, hätten Geschäftsgeheimnisse gestohlen und damit erhebliche ökonomische Schäden verursacht, sagte Holder. Es sei das erste Mal, dass die Vereinigten Staaten ein Strafverfahren gegen Angehörige einer anderen Regierung wegen Cyberangriffen im Geschäftsbereich eingeleitet hätten.

«Die heute verkündete Anklage ist ein wichtiger Schritt», sagte der Direktor der Bundespolizei FBI, James Comey. Die Regierung wolle dem Internetdiebstahl durch andere Länder ein Ende bereiten.

Die Anklageschrift umfasst 31 Punkte, darunter Internetbetrug, die Installation von Schadsoftware auf fremden Computern, schwerer Identitätsdiebstahl, Wirtschaftsspionage und der Diebstahl von Handelsgeheimnissen. Die Angriffe seien aus Shanghai gesteuert worden.

Das sind die gesuchten chinesischen Hacker.
Das sind die gesuchten chinesischen Hacker.Bild: AP

Grosskonzerne unter den Spionageopfern

Zu den Opfern gehören der Staatsanwaltschaft zufolge Grosskonzerne wie der Aluminium-Hersteller Alcoa, der Ausstatter für Atomkraftwerke Westinghouse oder der Stahlproduzent US Steel. Auch beim deutschen Solarunternehmen Solarworld sei der Diebstahl von Tausenden Dateien festgestellt worden.

Die entwendeten Informationen seien teils sehr wertvoll für chinesische Firmen im Staatsbesitz und verschafften ihnen Wettbewerbsvorteile, hiess es. Der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens dürfe nicht davon abhängen, wie gut eine Regierung spionieren und stehlen könne, meinte Holder.

«Staatsangehörige, die für wirtschaftliche Vorteile Cyberspionage betreiben, sind nicht immun gegen das Gesetz, nur weil sie im Schatten der Flagge ihres Landes hacken.»

Der für die nationale Sicherheit zuständige US-Staatsanwalt John Carlin sagte: «Staatsangehörige, die für wirtschaftliche Vorteile Cyberspionage betreiben, sind nicht immun gegen das Gesetz, nur weil sie im Schatten der Flagge ihres Landes hacken.»

Rechtsexperten bezeichnen die Klagen vor allem als Signal, dass die USA künftig entschiedener gegen Cyberkriminalität aus dem Ausland vorgehen würden. Die Regierung «wird von keiner Nation Handlungen tolerieren, die amerikanische Firmen auf illegale Weise sabotieren sollen», sagte Holder.

Die Amerikaner werfen Spezialisten der Volksbefreiungsarmee seit langem Cyberattacken, Spionage und Sabotage vor. Sie hätten auch Blaupausen von Waffensystem gestohlen. Peking hatte bislang immer erklärt, dass die Amerikaner keine Beweise hätten.

Zudem beklagen die Chinesen ihrerseits, Ziel amerikanischer Internetangriffe zu sein. So habe der Geheimdienst NSA systematisch chinesische Ministerien, Banken und Firmen ausgeforscht. So hatte das deutsche Newsportal «Spiegel Online» im März enthüllt, dass die NSA den chinesischen IT-Anbieter Huawei infiltriert

China bestreitet Vorwürfe

China hat auf die Spähvorwürfe des US-Justizministeriums reagiert. Die Anschuldigungen gegen fünf mutmaßliche Hacker im Staatsdienst seien «erfunden», heisst es. Das chinesische Außenministerium habe sich bereits beschwert. Die Vorwürfe würden die chinesisch-amerikanische Kooperation und das gegenseitige Vertrauensverhältnis beschädigen.

«Die Haltung der chinesischen Regierung zum Thema Internetsicherheit ist klar und beständig», sagte ein Sprecher, der auf eine «sofortige Richtigstellung» drängte. China sei ein entschiedener Verteidiger der Netzwerksicherheit: Die chinesische Regierung, das Militär und sein Personal seien niemals in den «Online-Diebstahl» von Geschäftsgeheimnissen verwickelt gewesen. (tvr/sda/Spiegel Online)

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