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Bild: AP/AP
Bitcoin-Krise

Die Bitcoin-Börse Mt.Gox sendet ein Lebenszeichen – die Gerüchte über einen gigantischen Diebstahl bleiben  

Ein Hoffnungsschimmer für Bitcoin-Anhänger: Mt.Gox, die einst grösste Handelsplattform für die Digitalwährung, hat sich zurückgemeldet. 
26.02.2014, 18:0026.02.2014, 20:07

Am Dienstag ist die Internetseite von Mt.Gox verschwunden. Das verstärkte Spekulationen über Insolvenz und Betrug bei der Firma mit Sitz in Tokio. 

Am Mittwoch veröffentlichte Mt.Gox-Chef Mark Karpeles unter der Web-Adresse mtgox.com, wo zuletzt nur noch eine leere weisse Seite erschienen war, einige dürre Zeilen. «Ich versichere allen, dass ich noch in Japan bin und mit Unterstützung verschiedener anderer Parteien sehr hart an einer Lösung der jüngsten Probleme arbeite.» Der Handel bleibe bis auf weiteres ausgesetzt. 

Karpeles bat die Nutzer von Mt.Gox, von Anfragen über den Verbleib ihrer Kundengelder abzusehen. Die Mitarbeiter seien angewiesen, keine Auskunft zu geben. Die Gerüchte über einen gigantischen Diebstahl bleiben damit in der Welt. 

Laut einem im Internet veröffentlichten Papier könnten mehr als 740'000 Bitcoins zum aktuellen Wert von über 300 Mio. Dollar verschwunden sein. Laut «Fox Business» hat Karpeles inzwischen eingeräumt, dass das Dokument «mehr oder weniger» seriös sei. Der Kurs des Digitalgelds konnte sich trotz der ungewissen Lage etwas aufrappeln und stand zuletzt bei 580 US-Dollar. 

Behörden nehmen Ermittlungen auf

Am Mittwoch war auch bekannt geworden, dass nach dem Verschwinden der Handelsplattform japanische Behörden Ermittlungen aufgenommen haben. Die Finanzbehörden, die Polizei und das Finanzministerium «befassen sich mit der Sache, um ihr ganzes Ausmass zu erfassen», sagte ein japanischer Regierungsvertreter am Mittwoch vor Journalisten. 

«Wenn wir umfassend über das Bescheid wissen, was passiert ist, werden wir weitere Schritte einleiten, falls nötig.» Das Portal Mt.Gox ist seit Dienstag im Internet nicht mehr zu finden. Die Handelsplattform für Bitcoins, eine der ältesten und wichtigsten ihrer Art, hatte vor zweieinhalb Wochen alle Aktivitäten gestoppt und dies mit einem Softwarefehler begründet. 

Inzwischen befassen sich offenbar auch US-Behörden mit dem Fall. Das «Wall Street Journal» berichtete, US-Bundesanwälte in New York hätten das Unternehmen Mt.Gox unter Strafandrohung aufgefordert, eine Reihe von Dokumenten vorzulegen. 

Die virtuelle Währung Bitcoin war im Jahr 2009 als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden. Geschaffen hat sie ein unbekannter Programmierer, der eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte. 

Das virtuelle Geld wird durch komplexe Verfahren berechnet. Der Wechselkurs zu echten Währungen schwankt stark. Aufsichtsbehörden weltweit hatten in den vergangenen Monaten verstärkt vor den Risiken gewarnt. (oli/sda)

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