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Tech-Ausverkauf an der Börse: Google verliert 500 Milliarden Dollar

Weiterer Tech-Ausverkauf an der Börse – Google verliert 500 Milliarden Dollar an einem Tag

Die Aktie der Google-Mutter Alphabet verlor am Donnerstag über 12 Prozent, nachdem das Unternehmen seine Quartalszahlen präsentiert hatte. Auch bei anderen Tech-Unternehmen geht es bergab.
30.10.2026, 10:2530.10.2026, 10:25

Google wird dank neuer KI-Übersichten mehr genutzt – doch zugleich wächst der Umsatz im Kerngeschäft des Internet-Riesen langsamer. Die Wall Street hat sich enttäuscht gezeigt: Anleger liessen die Aktie des Mutterkonzerns Alphabet nach frischen Quartalszahlen um rund 12 Prozent fallen.

Damit wurden laut Financial Times rund 500 Milliarden US-Dollar an Börsenwert vernichtet. Der Kursverlust von Alphabet ist damit der zweitgrösste in der Geschichte der Wall Street – nach dem Einbruch von Nvidia im Januar 2025 in Höhe von 593 Mrd. US-Dollar.

Alphabet steigerte den Quartalsumsatz im Jahresvergleich zwar um rund 25 Prozent auf 127,6 Milliarden Dollar (105,6 Milliarden Franken), verfehlte damit aber knapp die Erwartungen der Analystinnen und Analysten.

Unter dem Strich sank der Gewinn jedoch um rund ein Viertel auf knapp 26,2 Milliarden Dollar. Die Gewinnentwicklung bei Alphabet hängt inzwischen allerdings stark von Schwankungen bei der Bewertung von Investitionen etwa in die Weltraumfirma SpaceX ab. Enttäuscht hat die Anlegerinnen und Investoren aber insbesondere der Free Cash Flow, der das zweite Quartal in Folge negativ ausfiel. Unter dem Strich bedeutet das, dass ein Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum mehr Geld ausgegeben als eingenommen hat (nach Abzug aller laufenden Betriebskosten und notwendigen Investitionen).

Der negative Cash Flow resultiert in erster Linie durch Alphabets KI-Investitionen, die im letzten Quartal auf über 50 Milliarden US-Dollar gestiegen sind. Das mache Anleger nervös, schreibt die «Financial Times», da sie sich zunehmend fragen, ob der Investitionsboom sich künftig überhaupt auszahlen wird. Andere Tech-Giganten wie etwa Microsoft, das ebenfalls jüngst seine Zahlen präsentierte, könnten dagegen noch immer positive Cash Flows ausweisen. Die Microsoft-Aktie verlor denn auch nur 0,2 Prozent am Donnerstag.

epa13136168 A Google data center in the North Holland village of Middenmeer with a Tennet intermediate station on the right in Middenmeer, the Netherlands, 27 July 2026. The American technology giant  ...
Ein Google-Datenzentrum in Holland. Bild: keystone

KI-Suche gefährdet Kerngeschäft

Doch auch andere Zahlen machten die Google-Investoren nervös: Die Werbeerlöse rund um die Google-Suche – eine zentrale Geldquelle des Konzerns – wuchsen im Jahresvergleich um rund zwölf Prozent auf 63,35 Milliarden Dollar. Das lag unter den Erwartungen der Analystinnen und Analysten, die im Schnitt eher mit rund 65 Milliarden Dollar gerechnet hatten.

Google-Manager Philipp Schindler sagte in einer Telefonkonferenz mit Analystinnen und Analysten, die Zahl der Suchanfragen wachse so schnell wie seit fünf Jahren nicht mehr. Doch die Werbeslots im KI-Modus sind für den Konzern derzeit noch weniger lukrativ als im klassischen Suchmaschinen-Umfeld.

Der Umsatz mit Cloud-Diensten, auf den die Börse traditionell stark achtet, wurde mit 30,7 Milliarden Dollar etwas mehr als verdoppelt. Das lag über den Markterwartungen. Google entwickelt eigene KI-Modelle unter dem Namen Gemini – und stellt seine Server auch anderen Unternehmen für Cloud-Dienste zur Verfügung.

Google logo displayed on a laptop screen and Gemini on App Store displayed on a phone screen are seen in this illustration photo taken in Krakow, Poland on October 16, 2026. (Photo by Jakub Porzycki/N ...
Die KI-Suche gefährdet Googles Kerngeschäft.Bild: NurPhoto

Abstürze in Japan und USA

Der Kurssturz der Alphabet-Aktie schlug laut «Financial Times» auf die Märkte durch. Der technologielastige Nasdaq-Index etwa gab um 1,4 Prozent nach. Auch Amazon und Intel vermeldeten ihre Quartalszahlen, welche Anlegerinnen und Investoren ebenso enttäuschten. Die entsprechenden Berichte lösten Verkäufe von Tech-Aktien aus, während US-Staatsanleihen wieder mehr gefragt wurden – sie gelten als vergleichsweise sichere Anlagen und profitieren meist, wenn andernorts «geflüchtet» wird.

Laut Financial Times führten die Kursverluste am Donnerstag dazu, dass derzeit von den sogenannten «Magnificent Seven» unter den Tech-Aktien nur drei – Apple, Microsoft und Nvidia – seit Jahresbeginn im Plus liegen. Alphabet, Amazon, Meta und Tesla befinden sich demnach im Minus.

Auch den Chip-Hersteller Intel traf es am Donnerstag hart: Die Aktie verzeichnete im nachbörslichen Handel einen Kursrückgang von 22 Prozent. Dies, nachdem auch Intel aufgrund einer Abschwächung in seinem Kerngeschäft mit PC-Chips eine unter den Erwartungen liegende Umsatzprognose abgegeben hatte.

Und am Freitag ging es in Asien gleich ähnlich weiter: In Japan schloss der technologieorientierte Nikkei-225-Index mit einem Minus von 2,4 Prozent. Ins Gewicht fiel dabei insbesondere die Aktie des japanischen Investmentriesen Softbank, der unter anderem gross in Anthropic investiert ist. Softbank verlor um 6 Prozent. Insgesamt hat die Aktie damit seit ihrem Höchststand im Juni fast 50 Prozent wieder verloren.

(lak/sda/dpa)

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