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Fall Greensill: Minister nimmt Ex-Premier Cameron in Schutz

Fall Greensill: Minister nimmt Ex-Premier Cameron in Schutz

18.04.2021, 12:2618.04.2021, 13:55

In der Lobby-Affäre um den insolventen Finanzdienstleister Greenhill Capital hat ein britischer Minister den Ex-Premierminister David Cameron in Schutz genommen. Der frühere Regierungschef habe keinen Fehler gemacht, sagte Umweltminister George Eustice am Sonntag dem Sender Sky News. «Der eigentliche Punkt ist: Hat er etwas falsch gemacht? Nun, auf den ersten Blick – nein.» Eustice sagte, eine Untersuchung sei im Gang. «Der dürfen wir nicht vorgreifen», betonte der frühere Pressesprecher Camerons.

Cameron, der von 2010 bis 2016 Premierminister war, hatte im Frühling 2020 bei Finanzminister Rishi Sunak per SMS für Greensill geworben. Zuletzt räumte er ein, es wäre besser gewesen, formale Schreiben aufzusetzen. Premierminister Boris Johnson hat eine unabhängige Prüfung angeordnet, Cameron kündigte Kooperation an. Die Opposition fordert eine parlamentarische Untersuchung und wirft Johnsons Konservativer Partei Vetternwirtschaft vor.

Die Greensill-Gruppe wurde 2011 vom australischen Ex-Banker Lex Greensill gegründet und spielt eine wichtige Rolle bei der Finanzierung von Lieferketten. Das Unternehmen musste Insolvenz anmelden. Davon sind auch mehrere Dutzend Kommunen in Deutschland betroffen, die beim deutschen Ableger des Unternehmens, der Bremer Greensill-Bank, Geld angelegt hatten.

«Ich glaube nicht, dass er irgendwelche Regeln ausgenutzt hat, nein», sagte Eustice über Cameron. «Er hat die Regeln dort akribisch eingehalten, die er nach einigen Bedenken vor einem Jahrzehnt selbst eingeführt hat.» Der Greensill-Skandal schlägt hohe Wellen in London. Zuletzt wurde bekannt, dass mindestens zwei hochrangige Berufsbeamte parallel zu ihrer Regierungstätigkeit für Greensill gearbeitet hatten. (sda/dpa)

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