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EU und Japan schmieden offenbar Auto-Allianz gegen China

FILE - New cars wait for shipment in a parking lot partially covered by solar panels at the distribution center of Changan Auto, in southwest China's Chongqing Municipality on July 6, 2025. (Chin ...
60 Prozent der in die EU importierten Plug-in-Hybride kommen inzwischen aus China.Bild: keystone

EU und Japan schmieden offenbar Auto-Allianz gegen China

Chinesische Autos drängen zunehmend auf den europäischen Markt. Nun plant die EU-Kommission einem Bericht zufolge ein ungewöhnliches Bündnis.
25.08.2026, 16:4725.08.2026, 16:47
Christine Holthoff / t-online
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t-online

Die EU-Kommission arbeitet nach einem Bericht des «Handelsblatts» an einer neuen wirtschaftspolitischen Allianz mit Grossbritannien, Japan und Südkorea, um die eigenen Autoindustrien gegen die Konkurrenz aus China abzuschirmen. Ziel der vier Partner sei es, sich gemeinsam gegen chinesische Überkapazitäten zu schützen, die eigenen Märkte füreinander offenzuhalten und bei kritischen Rohstoffen enger zu kooperieren, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Kommissionskreise. Eine Kommissionssprecherin wollte den Bericht nicht kommentieren.

Hintergrund ist eine rasante Zunahme chinesischer Autoexporte, besonders bei Plug-in-Hybriden. Der Anteil chinesischer Fahrzeuge an den in die EU importierten Plug-in-Hybriden stieg von 37 Prozent im Jahr 2024 über 49 Prozent im Jahr 2025 auf 60 Prozent im ersten Quartal 2026. Ein weiterer Wendepunkt: Seit Mai 2026 verkaufen chinesische Hersteller erstmals mehr Fahrzeuge in Europa als die grossen japanischen Konzerne zusammen.

Der Vorstoss der Chinesen bei den Hybriden ist kein Zufall: Auf reine Elektroautos hat die EU bereits Zusatzzölle verhängt. Die Plug-in-Hybride werden davon bislang nicht erfasst – China weicht also auf ein Segment aus, das durch die bestehenden Schutzmassnahmen nicht abgedeckt ist. Hier soll das neue Instrument ansetzen.

Drei Säulen – und ein Klub für weitere Partner

Nach Informationen des «Handelsblatts» soll die Zusammenarbeit auf drei Säulen ruhen:

  • Offene Märkte und gegenseitige Bevorzugung: Die Partner wollen sich bei Subventionen wie E-Auto-Kaufprämien gegenseitig begünstigen. Konkret sollen Fahrzeuge aus Grossbritannien, Japan und Südkorea bei den geplanten «Buy European»-Regeln künftig wie EU-Autos behandelt werden. Das Vorhaben läuft unter dem Namen «Industrial Accelerator Act». Kaufprämien für E-Autos und Steuervorteile für Firmenflotten sollen auf europäische Fahrzeuge beschränkt werden – die drei Partnerländer eingeschlossen.
  • Schutzzölle nach Stahl-Vorbild: Brüssel arbeitet an einem Handelsschutzinstrument gegen stark steigende Autoimporte, das sich an den EU-Schutzzöllen für Stahl orientiert. Japan, Südkorea und Grossbritannien sollen davon ausgenommen werden.
  • Kooperation bei kritischen Rohstoffen: Die Länder wollen ihre Abhängigkeit von China bei strategischen Rohstoffen verringern.

Aus der bislang informellen Zusammenarbeit könnte so ein grösserer «Klub für wirtschaftliche Sicherheit» werden, der später auch für Länder wie Kanada oder Australien offen wäre.

Warum vor allem Japan drängt

Besonders Japan hat grosses Interesse an der Kooperation. Denn China nutzt seine dominante Stellung bei seltenen Erden zunehmend als geopolitischen Hebel. Laut Alicia García-Herrero, Chefökonomin der Investmentbank Natixis für den asiatisch-pazifischen Raum, brachen Chinas Exporte seltener Erden nach Japan zuletzt um rund 50 Prozent ein, während sie in die USA leicht stiegen.

Im Gegenzug für ein Schutzinstrument gegen Überkapazitäten wollen die Japaner deshalb eine Vereinbarung über kritische Rohstoffe – inklusive Abnahmegarantien etwa für Gallium, das Japan raffinieren kann. Solche gebündelten Abnahmezusagen gelten als entscheidend, um Lieferketten ausserhalb Chinas überhaupt aufbauen zu können.

Die USA würden dem neuen Klub zunächst nicht angehören: Washington bekämpft chinesische Importe bereits mit hohen einseitigen Zöllen und hat – anders als die drei Partner – kein Freihandelsabkommen mit der EU.

Wie dringend das Thema ist, zeigt die Lage der deutschen Autoindustrie: Im ersten Halbjahr 2026 waren dort noch 691'500 Menschen beschäftigt – ein Rückgang von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Mehrere deutsche Autobauer haben einen Stellenabbau angekündigt.

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