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FILE - In this June 15, 2015, file photo, a Saudi man walks through the Tadawul Saudi Stock Exchange in the Saudi Arabian capital, Riyadh. Saudi Arabia’s renewed push to publicly list its most valuable entity, Aramco, is part of a high-stakes plan by Crown Prince Mohammed bin Salman to prepare the country for a future less dependent on oil for survival. Saudi Arabia has not said which international exchange it will list Aramco on. (AP Photo/Hasan Jamali, File)

Die Saudis wollen es an der Börse wissen. Bild: AP

Saudi-Arabien startet gerade den grössten Börsengang aller Zeiten – das steckt dahinter



Saudi-Arabien peilt mit dem weltweit führenden Ölkonzern Aramco den grössten Börsengang aller Zeiten an. Nach mehrfacher Verzögerung erhielt der Staatskonzern am Sonntag die Genehmigung für den seit etwa drei Jahren angestrebten Gang aufs Parkett.

Mit der Zustimmung durch die Finanzmarktbehörde CMA des Königreichs kann ein Teil der Aramco-Aktien künftig an der saudi-arabischen Wertpapierbörse Tadawul gehandelt werden. Ein konkreter Zeitplan für den Börsengang wurde noch nicht genannt, und auch das Emissionsvolumen ist bisher offen.

Mit den erhofften Milliarden-Einnahmen will Saudi-Arabien den Umbau seiner Wirtschaft forcieren und unabhängiger vom Öl- und Gasgeschäft werden. Erwartet wird einer der grössten Börsengänge aller Zeiten.

Saudi Aramco ist die weltgrösste Erdölfördergesellschaft und gilt als einer der profitabelsten Konzerne überhaupt. Die Pläne für einen Gang an die Börse wurden in den vergangenen Jahren mehrfach gestoppt beziehungsweise verschoben.

Hoffnung auf mehr als zwei Billionen

Die Schätzungen über den Umfang des Börsengangs gehen weit auseinander – aber Aramco könnte eines der wertvollsten Börsenunternehmen der Welt werden. Kronprinz Mohammed bin Salman, der faktische Herrscher des Königreichs, hatte auf eine Bewertung des Unternehmens von mehr als zwei Billion Dollar gehofft. Analysten gehen dagegen von höchstens 1,5 Billion Dollar aus.

Das wäre aber immer noch deutlich mehr als der Wert von US-Hightech-Riesen. Microsoft etwa hatte vor Monaten mit einem Börsenwert über der magischen Marke von einer Billion Dollar Apple und Amazon als wertvollste Aktiengesellschaften überholt.

Der Börsenkurs von Apple hatte im vergangenen Jahr ebenfalls die magische Grenze vorübergehend überschritten, danach war dies kurzzeitig auch dem weltgrössten Onlinehändler Amazon gelungen.

Auf Rekordkurs

Schon ein Verkauf von einem Prozent der Aktien bei niedriger Bewertung könnte Aramco 15 Milliarden Dollar einbringen, ein Verkauf von zwei Prozent bei einer höheren Bewertung dagegen bereits 40 Milliarden. Damit würde Aramco den Rekord für den grössten Börsengang brechen, den seit 2014 die chinesische Handelsplattform Alibaba mit Einnahmen von 25 Milliarden Dollar hält.

Ein Zeitplan für die weiteren Schritte des Börsengangs wurde am Sonntag nicht genannt. Zuletzt hatte der von Saudi-Arabien finanzierte Nachrichtenkanal Al-Arabija unter Berufung auf Insider berichtet, dass der erste Handelstag an der Tadawul-Börse der 11. Dezember sein solle. Dem Sender zufolge soll der Börsenprospekt am 10. November veröffentlicht werden.

Der Börsengang des Ölgiganten ist zentraler Teil von Bin Salmans grossangelegtem Umbau der saudischen Wirtschaft. Der «Vision 2030» genannte Plan verfolgt das Ziel, das islamisch-erzkonservative Land unabhängiger vom Öl zu machen. Ursprünglich sollte der Börsengang schon 2017 erfolgen, war aber immer wieder verschoben worden. Die Einnahmen sollen in neue Wirtschaftszweige investiert werden.

1111 Mrd. Dollar Gewinn

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Aramco einen Gewinn von 111,1 Milliarden Dollar. Die grossen Ölkonzerne – Chevron und ExxonMobil aus den USA, BP aus Grossbritannien, das britisch-niederländische Unternehmen Royal Dutch Shell und Total aus Frankreich kamen 2018 zusammen auf einen Gewinn von rund 80 Milliarden Dollar.

Selbst Apple, das jahrelang als das profitabelste Unternehmen der Welt galt, verdiente mit knapp 60 Milliarden Dollar deutlich weniger. Im ersten Halbjahr 2019 lag der Aramco-Nettogewinn bei 46,9 Milliarden Dollar, was etwa zwölf Prozent weniger war innerhalb eines Jahres – unter anderem wegen gesunkener Ölpreise. Dennoch gilt Saudi Aramco weiterhin als das profitabelste Unternehmen der Welt.

Drohnenangriffe als Problem

Die Ölindustrie Saudi-Arabiens war im September von mehreren Drohnenangriffen schwer getroffen worden. Unter anderem war dabei die grösste Ölraffinerie des Landes in Abkaik getroffen und die Produktionsmenge auf etwa die Hälfte des üblichen Volumens gesenkt worden.

Nach Opec-Angaben brach die Produktion von rund 9,8 Millionen Barrel (159 Liter) um etwa 5,7 Millionen Barrel pro Tag ein. Die Ölpreise stiegen daraufhin so sprunghaft wie seit Jahrzehnten nicht.

Das Ölangebot erreichte nach Angaben aus Riad bald aber wieder das Niveau von vor den Angriffen, die Pläne für den Börsengang waren Aramco zufolge nicht beeinträchtigt. Zu den Angriffen hatten sich die schiitischen Huthi-Rebellen aus dem benachbarten Jemen bekannt. US-Aussenminister Mike Pompeo machte den Iran direkt für die Attacken verantwortlich. (sda/dpa)

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Angriff auf Erdölraffinerie in Saudi-Arabien

Drohnenangriff auf die grösste Ölraffinerie Saudi-Arabiens

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