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Neuer Prozess gegen Signa-Gründer René Benko hat begonnen

Image #733393840: ABD0042_20261104 - INNSBRUCK - ÖSTERREICH: v.l. Anwalt Norbert Wess, der Angeklagte Rene Benko am Mittwoch, den 04. November 2026, während dem 1. Tag des Betrugs- und Kridaprozess ge ...
Der österreichische Unternehmer und Signa-Gründer René Benko (rechts). Bild: APA/APA

Neuer Prozess gegen Ex-Milliardär René Benko hat begonnen

In Österreich hat ein neuer Prozess gegen den Ex-Milliardär René Benko begonnen. Vor dem Landesgericht Innsbruck geht es unter anderem um den Verdacht des schweren Betrugs.
04.11.2026, 14:28

Laut Anklage soll der Gründer der Immobilien- und Handelsgruppe Signa die Privatstiftung des Industriellen Hans Peter Haselsteiner um rund fünf Millionen Euro betrogen haben, indem Benko dem Investor eine «wahrheitswidrige Garantie» zur Begleichung der Millionensumme gegeben habe. Die beiden Unternehmer waren jahrelang geschäftlich eng verbunden.

Zu Beginn des ersten Verhandlungstags betonte Haselsteiner als Zeuge die Bedeutung der Garantie. Er sei um fünf Millionen Euro gebeten worden – und er hätte sie nicht ohne die Zusage Benkos zur Verfügung gestellt, erklärte der Investor. Benko wiederum wies die Vorwürfe zurück.

Der Prozess ist auf zwei Tage anberaumt. Am Donnerstag könnte ein Urteil fallen. Bei einem Schuldspruch erwartet Benko möglicherweise eine Zusatzstrafe. Erst im September war Benko wegen Schädigung seiner Gläubiger zu 30 Monaten Haft verurteilt worden.

Anklage geht von Täuschung aus

Aus Sicht der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat Benko Anfang November 2023 dringend das Geld für die Sporthandels-Tochter SportScheck gebraucht. Nur die Garantieerklärung Benkos habe die Privatstiftung Haselsteiners veranlasst, eine Millionensumme zuzuschiessen. Die Garantieerklärung habe rein zur Täuschung gedient, Benko habe nie ernsthaft vorgehabt, Haselsteiner das Geld zurückzuzahlen, argumentierte die Oberstaatsanwältin.

Benko war erstmals nicht aus dem Gefängnis in den Gerichtssaal gekommen. Seit Mitte Oktober darf er seine Untersuchungshaft mit einer Fussfessel in einer Privatwohnung absitzen.

Es ging auch um ein teures Gewehr

Der 49-Jährige ist ausserdem erneut wegen Schädigung seiner Gläubiger angeklagt. Er hat laut Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ein Jagdgewehr im Wert von 80'000 Euro dem Zugriff seiner Gläubiger entzogen. Der Strafrahmen der Anklagepunkte beträgt ein bis zehn Jahre Haft. Benko, der seit Januar 2025 in Untersuchungshaft ist, drohen weitere Anklagen.

Benko hatte den Immobilienkonzern Signa gegründet, den er im Lauf von rund zwanzig Jahren zu einer als Top-Adresse geltenden Firma ausbaute. Der Einstieg in den stationären Handel bei den deutschen Kaufhausketten Kaufhof und Karstadt, steigende Zinsen, verlorenes Vertrauen der Banken und Managementfehler trieben die Signa schliesslich in die Insolvenz. (awp/sda/dpa)

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