Wirtschaft
Klima

Kreuzfahrtbranche sieht «Fortschritte» beim Klimaschutz

Kreuzfahrtbranche sieht «Fortschritte» beim Klimaschutz

06.09.2023, 10:2106.09.2023, 10:21
ARCHIV - 19.12.2020, Mecklenburg-Vorpommern, Sassnitz-Mukran: Die Kreuzfahrtschiffe
Wer sich auf eine Kreuzfahrt begibt, stösst rund 420 Kilogramm CO₂ aus – jeden Tag.Bild: keystone

Kreuzfahrtreedereien arbeiten daran, ihre Flotten für einen klimaneutralen Betrieb umzurüsten. Umweltschützern geht das nicht schnell genug. Die Branche sieht sich dagegen auf einem guten Weg.

Die Kreuzfahrtbranche sieht Fortschritte bei ihren Bemühungen für mehr Klimaschutz - etwa bei der Ausstattung von Schiffen mit Landstromanschlüssen. Bis 2028 sollen voraussichtlich mehr als 210 Kreuzfahrtschiffe mit einer Landstromversorgung ausgestattet sein, wie der Branchenverband CLIA am Mittwoch in Hamburg mitteilte.

Das entspreche 72 Prozent der Kreuzfahrtschiffe und 74 Prozent der weltweiten Passagierkapazität. Aktuell sind demnach 120 Schiffe der CLIA-Mitgliedsunternehmen für einen Landstromanschluss gerüstet.

Landstrom gegen Luftverschmutzung

Landstrom gilt als wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität in der Schifffahrt sowie für reinere Luft an den Hafenstandorten. Denn bislang lassen viele Seeschiffe im Hafen ihre Motoren weiter laufen, um sich mit Strom zu versorgen - mit entsprechenden Abgasen und CO2-Emissionen.

Derzeit bieten laut CLIA 32 Häfen weltweit mindestens einen Liegeplatz für Kreuzfahrtschiffe mit einem Landstromanschluss - das sind drei Häfen mehr als im vergangenen Jahr. In Deutschland bieten solche Anschlüsse die Häfen in Hamburg, Kiel und Rostock.

Pilotprogramme mit alternativen Kraftstoffen

In ihrem am Mittwoch veröffentlichten Umweltbericht für 2023 weist der Branchenverband auch auf Pilotprogramme und Versuche, Kreuzfahrtschiffe mit alternativen Kraftstoffen anzutreiben. Zu nachhaltigen Schiffskraftstoffen zählt CLIA etwa Biokraftstoffe, synthetische Kohlenstoffkraftstoffe oder kohlenstofffreie Kraftstoffe wie Methanol und Wasserstoff.

«Unsere Daten zeigen, dass unsere Mitglieder bei der Einführung neuer Umwelttechnologien einen grossen Schritt nach vorne machen», sagte CLIA-Präsidentin Kelly Craighead in einer Mitteilung.

Die Umweltorganisation Nabu dagegen bemängelte kürzlich, dass die Kreuzfahrtbranche beim Klimaschutz zuletzt nur schleppend voran gekommen sei. Die Umweltschützer kritisierten bei der Vorstellung ihres 11. Kreuzfahrtrankings unter anderem etwa, dass rund die Hälfte der grossen Kreuzfahrtschiffe weiter mit Schweröl unterwegs sei. (sda/awp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Widerstand gegen Smart Glasses wächst – Patentantrag von Meta sorgt für Aufregung
In Deutschland fordern mehrere Organisationen ein Verkaufsverbot für Smart Glasses. Nun wurde auch in der Schweiz eine erste Petition lanciert, die ein Verkaufsverbot für KI-fähige Kamerabrillen verlangt. Gleichzeitig arbeitet Marktführer Meta weiter an Technologien zur automatischen Gesichtserkennung.
Der Widerstand gegen die sogenannten Smart Glasses, also internetfähige Brillen mit in der Fassung eingearbeiteten kleinen Mikrofonen und Kameras, wächst. In Deutschland hat vor wenigen Tagen die gemeinnützige Organisation Hate Aid bei der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) Klage gegen die Geschäftsführung der Herstellerfirmen Meta, Ray-Ban und Oakley sowie diverse Händler, die die Brillen verkaufen, eingelegt.
Zur Story