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MoneyTalks: 7 Geld-Tipps für deinen Jahresendspurt

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7 Geld-Tipps für deinen Jahresendspurt

Die Festtage und das Jahresende stehen vor der Tür. Bevor es aber soweit ist, hier ein paar Tipps für den Endspurt und welche Trends dich und dein Geld im 2023 erwarten.
22.12.2022, 10:04
Olga Miler
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2022 war dynamisch, startete mit dem Krieg in der Ukraine und dem Einbruch der Märkte. Die Inflation haucht uns eisig in den Nacken, anderswo auf der Welt noch frostiger als hier. Frühlingsgefühle wurden durch den Terra(Luna)-Crash jäh abgewürgt, zumindest was die Krypto-Anhänger:innen unter uns anbelangt. Die Erhöhung der Leitzinse im Hochsommer läutete dann eigentlich auch schon den Herbst ein, gut spürbar bei allen, die Hypotheken offen haben.

In der Schweiz durften wir uns über Stabilität und eine im Vergleich zum Ausland tiefe Inflation und tiefe Arbeitslosigkeit freuen – gemäss SECO war die Arbeitslosigkeit im Juni 2022 so tief wie seit 20 Jahren nicht mehr. In der zweiten Jahreshälfte hielt uns dann die Credit Suisse in Atem und im Krypto-Markt ist mit dem sogenannten «Lehmann»-Moment, dem FTX Kollaps im November die Temperatur im Krypto-Winter weiter unter den Gefrierpunkt gesunken.

Hier ist eine kurze Checkliste für deinen Jahresendspurt und ein Ausblick, auf was sich dein Geld im 2023 freuen darf – Erbrechtrevision inklusive.

Tipps für den Jahresendspurt und einen fulminanten Start

Ich weiss nicht wie es euch geht, aber ich bin überhaupt kein Fan von Vorsätzen zum Jahreswechsel. Wenn ich was ändern will, dann brauche ich hierfür kein Datum und künstlichen Druck, sondern versuche es gleich anzupacken. Oder lasse es eben sein. Das Leben ist schon kompliziert genug, drum finde ich eine gehörige Portion Pragmatismus nicht verkehrt.

Dennoch, der Jahreswechsel bringt immer noch letzte Möglichkeiten, um einige wichtige Geldangelegenheiten zu regeln. Und der Januar eignet sich optimal, um zu detoxen, sei dies nun die traditionelle Alkohol-/Fleisch/Kohlenhydrate-Kur oder eben eine Money-Cleanse. Doch setz dich bitte dazu nicht zu fest unter Druck. Wenn du dich auf die folgenden Tipps konzentrierst und auch nur die Hälfte davon umsetzt, ist das schon die halbe Miete. 😉

  1. Wer noch nicht hat, höchste Eisenbahn, jetzt noch steuerattraktiv Säule 3a einzuzahlen, denn das Geld muss bis am 31. Dezember bei der Bank eintreffen. Die Einzahlungsfrist endet in der Regel einige Tage vorher. Hey, und nicht vergessen, die Zinssätze zu vergleichen: Die CIC zum Beispiel hat erst vor wenigen Wochen ihren Zinssatz fürs Vorsorgesparkonto von 0.2% auf 0.6% erhöht.
  2. Dauerauftrag für Säule 3a 2023 erfassen: Wenn du schon dabei bist, erfasse bereits jetzt den Dauerauftrag für Säule 3a im Januar. Zu Jahresanfang einzuzahlen macht über das Jahr einen Unterschied, denn dein Geld hat mehr Zeit zu arbeiten.
  3. Kannst Du bei Deinem Arbeitgeber REKA Geld beziehen? Über 4200 Arbeitgeber bieten diese Lohnnebenleistung an. Wenn ja, so lohnt sich das auf jeden Fall, da du es – je nach Arbeitgeber – mit einem Rabatt von bis zu 20% beziehen kannst. In die Ferien fahren, das öV-Abo erneuern oder das Tanken fällt somit bedeutend günstiger aus.
  4. Versicherungen und Krankenkasse überprüfen, bei einigen gibt es Rabatt, wenn man im Voraus zahlt. Bist Du gar doppel- und überversichert? Dann auf den nächstmöglichen Termin kündigen.
  5. Steuern rechtzeitig bezahlen: Erstens haben so die fiesen Steuerrechnungen, die sich hinterrücks anschleichen und «Überraschung» schreien, keine Chance. Zweitens kriegst du – je nach Kanton – einen Vorauszahlungszins von bis zu 0.25%, so z.B. in den Kantonen St. Gallen und Zürich. Was mehr Zins ist als auf manch einem Lohn-/Girokonto.
  6. Mietvertrag überprüfen: Du fürchtest ich vor einer möglichen Mietzinserhöhung? Dann ist Ende Jahr oder im Januar ein guter Zeitpunkt um einen Blick in deinen Mietvertrag zu werfen und sich schlau zu machen welche Möglichkeiten du bei einer allfälligen Erhöhung hast. Mehr Infos und hilfreiche Checklisten dazu gibt es z.B. beim Mieter & Mieterinnenverand 😉
  7. Termin mit sich selbst machen, um dein Testament zu überprüfen oder aufzusetzen. Ab Januar 2023 tritt die Erbrechtrevision in Kraft, da ist es sinnvoll sich jetzt schon Zeit einzuplanen, um deine Dokumente zu prüfen, bevor der Kalender wieder aus allen Nähten platzt.

Was erwartet dein Geld im 2023?

Ich hab mir wie jedes Jahr mehrere Publikationen der grossen Banken angeschaut betreffend Trends im 2023. Hier die Schnellbleiche:

  • Bei Aktien scheint der Schaden bei vielen Titeln noch nicht im Preis reflektiert zu sein. Prognostiziert wird eher eine langsame Erholung. Thematisch interessant sind und bleiben Aktien zu Energie, nachhaltiger Energie und Rohstoffen, gerade weil Ölpreise noch länger höher bleiben könnten. Abgesehen davon: um das Pariser Klimaabkommen einzuhalten, müssen die kumulativen Wind- und Solarkapazitäten bis 2030 um das 3.5-Fache im Vergleich zu 2021 steigen.
  • Obligationen könnten wieder an Attraktivität gewinnen, besonders wenn es sich um kurzfristige Staatsanleihen oder Anleihen im Hypothekenmarkt oder erstklassige Kredite handelt.
  • Die Inflation wird uns weiter auf Trab halten, ab der zweiten Jahreshälfte 2023 könnte dann der Peak erreicht sein und sich alles etwas beruhigen.

Ab Januar 2023 tritt die Erbrechtrevision in Kraft – das solltest du wissen

Pflichtteile von Kindern werden reduziert, diejenigen der Eltern fallen ganz weg. Das bedeutet, dass ihr neu freier über euer Vermögen verfügen und so beispielsweise eine faktische Lebenspartnerin oder einen faktischen Lebenspartner stärker begünstigen könnt. Falls ihr schon Testamente oder Erbverträge errichtet habt, so solltet ihr sie überprüfen. Falls nicht, dann ist es sicherlich sinnvoll, das im Jahr 2023 anzupacken.

Ich wünsche euch wunderschöne Weihnachten und einen fulminanten Rutsch ins 2023. Aus tiefstem Herzen ein riesiges Dankeschön an euch alle, die dieses Jahr MoneyTalks gelesen, kommentiert und weiter verteilt haben – rutscht gut und bis im Januar. 🎄

olga miler, frauen und geld, blog, watson
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Olga Miler ...
... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm und den UBS Gender ETF aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse und Workshops zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Letztes Jahr schrieb Miler den watson-Blog «Frauen und Geld» und wird uns dieses Jahr mit «MoneyTalks» an ihrer Expertise teilhaben lassen.

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